Urteil im Schnaittacher Mordfall

Lebenslang für Stephanie P.

Stephanie P. muss lebenslang in Haft, so das Urteil des Gerichts heute Vormittag. | Foto: Beck2020/07/urteil-stephanie-p.jpg

SCHNAITTACH — Zweieinhalb Jahre nach dem grausamen Schnaittacher Doppelmord hat das Landgericht Nürnberg-Fürth heute über das Strafmaß für Stephanie P. entschieden. Sie muss wegen Anstiftung zum Mord lebenslang ins Gefängnis – so lautete bereits das Urteil im ersten Prozess gegen die 24-Jährige.

Die 19. Strafkammer des Landgerichts Nürnberg-Fürth unter Richter Markus Bader stützt ihr Urteil auf die Schwere der Schuld von Stephanie P. Ihre Aufklärungshilfe sei zwar wesentlich gewesen, aber angesichts der grausamen Tat und ihres anhaltenden Beharrens auf ihrer eigenen Unschuld sei keine Strafmilderung gerechtfertigt, so Richter Bader.

Stephanie P. zeigte während der Urteilsverkündung keinerlei Regung. Aus Briefen, die sie aus der Haft an ihre Eltern geschrieben hat, geht hervor, dass sie ein Wiederaufnahmeverfahren nach Paragraf 359 der Strafprozessordnung anstrebt. Dieses ist aber mit hohen Hürden verbunden und deshalb unwahrscheinlich. Stephanie P. müsste neue Beweise vorlegen oder nachweisen, dass die Richter absichtlich falsch entschieden haben.

Erneute Revision ist möglich

Innerhalb einer Woche kann die 24-Jährige auch gegen das heute gefallene Urteil Revision beim Bundesgerichtshof einlegen. Nach der ersten Verhandlung im Frühjahr 2019 war sie diesen Schritt gegangen – Karlsruhe attestierte dem Landgericht daraufhin einen „Wertungsfehler“ bei der Strafzumessung. Es habe die umfangreichen Aussagen von Stephanie P. nach ihrer Verhaftung nicht ausreichend gewürdigt. Über das Strafmaß musste daraufhin erneut verhandelt werden, am Schuldspruch selbst hatte der Bundesgerichtshof nichts auszusetzen.

Lebenslang bedeutet in Bayern im Schnitt 22 Jahre Haft. Frühestens nach 15 Jahren kann Stephanie P. einen Antrag auf Aussetzung der restlichen Freiheitsstrafe zur Bewährung stellen.

Der große Andrang von Besuchern und Vertretern der Medien, die sich lange vor der Urteilsverkündung um 11 Uhr im Strafjustizgebäude des Landgerichts versammelt hatten, zeigte, dass das öffentliche Interesse an dem Schnaittacher Doppelmord ungebrochen ist.

Mit dem Zimmermannshammer


Ein ausführlicher Bericht folgt in der Dienstagsausgabe der Pegnitz-Zeitung.

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