20 Termine angesetzt

Schnaittacher Doppelmord: Prozess ab Februar

Schnaittacher haben Grablichter an der Gartentüre des Anwesens aufgestellt, in dem sich die Kapitalverbrechen zugetragen haben sollen. | Foto: PZ-Archiv/Kirchmayer2018/01/Placzek-Haus-Grablichter-Schnaittach-Doppelmord-Vermisste.jpg

SCHNAITTACH/NÜRNBERG — Das Landgericht Nürnberg-Fürth stellt sich auf einen langen und aufwändigen Prozess gegen Ingo und Stephanie P. aus Schnaittach ein: Für die Verhandlung gegen die mutmaßlichen Doppelmörder sind 20 Termine von Februar bis April angesetzt worden.

Die Verhandlung beginnt am Dienstag, 19. Februar. Weitere sechs Termine sind noch im selben Monat angesetzt. Achtmal soll das Gericht im März zusammenkommen, siebenmal im April. Der letzte geplante Termin ist am 30. April.

Die Gerichtstermine finden jeweils ab neun Uhr im Nürnberger Schwurgerichtssaal 600 statt. Der Gerichtssaal genießt hohe Bekanntheit, weil dort nach dem Zweiten Weltkrieg ranghohen Nationalsozialisten wegen Kriegsverbrechen der Prozess gemacht wurde. Heute werden dort meist besonders schwerwiegende Fälle verhandelt.

Ingo und Stephanie P. werden des gemeinsamen Mordes an Ingo P.s Eltern Peter (70) und Elfriede P. (66) beschuldigt. Die beiden sollen im Herbst vergangenen Jahres zunächst versucht haben, Elfriede P. zu vergiften. Als das fehlschlug, soll Ingo P. in der Nacht auf den 14. Dezember erst seine in ihrem Bett im Schlafzimmer liegende Mutter und daraufhin auch seinen Vater mit einen Hammer erschlagen haben. Die beiden Paare lebten gemeinsam in einem Haus in einem Schnaittacher Wohngebiet.

Daraufhin sollen Ingo und Stephanie P. die beiden Toten in einem Nebenraum der Garage eingemauert haben. Dort fand die Polizei die Leichen bei einer Durchsuchung im Januar dieses Jahres. Am gleichen Tag erfolgte die Festnahme des Sohnes und seiner Frau. Gegenüber der Polizei und der Presse hatte das junge Paar angegeben, die beiden Rentner seien verreist.

Nach der Tat hatten die mutmaßlichen Täter geheiratet und unter anderem das Schlafzimmer der Eltern neu gestrichen. Gegenüber der Polizei und in Interviews hatte sich Ingo P. in Widersprüche verstrickt.

 

 

 

N-Land Andreas Kirchmayer
Andreas Kirchmayer