Verwandte klagen

Erbstreit ums Schnaittacher „Mordhaus“

In diesem Haus in einer ruhigen Schnaittacher Wohngegend lebte Ingo P. viele Jahre lang mit seinen Eltern zusammen. Dann brachte er sie um. Hinterbliebene verhinderten jetzt, dass der Doppelmörder das Haus erbt. | Foto: Schuster2020/06/placzek.jpg

SCHNAITTACH – Zweieinhalb Jahre ist der Schnaittacher Doppelmord nun her, immer noch beschäftigt er die Gerichte. Am Donnerstagvormittag ging es in Nürnberg um das Erbe von Ingo P., der im Dezember 2017 seine Eltern Elfriede und Peter P. in deren Haus mit einem Hammer erschlagen und anschließend in einem Nebengebäude eingemauert hat.

So lange sich der Strafprozess gegen den Schnaittacher und seine Komplizin und Frau Stephanie P. hinzog, so kurz und knapp ging es nun im Landgericht Nürnberg-Fürth zu. Wieder war Ingo P. die Schlüsselfigur, auch wenn er gar nicht anwesend war.

Er ließ sich bei dem Zivilprozess durch seinen Anwalt Jürgen Pernet vertreten. Diesmal ging es um das, was Ingo P. nach Ansicht der Staatsanwaltschaft durch den Doppelmord an seinen Eltern erhalten wollte: deren Besitz.

Erbunwürdig?

Dass der im April 2019 zu einer lebenslänglichen Haftstrafe Verurteilte selbst das Grundstück samt allen Habseligkeiten erhält, das wollen Neffen und Nichten von Peter P. verhindern. Sie haben deshalb eine Erbunwürdigkeitsklage vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth erhoben.

Vertreten wurden sie vor Gericht vom Laufer Rechtsanwalt Peter Roth und von Jacqueline Neukam. Nur rund zehn Minuten dauerte der Gerichtstermin, „die Klage ist extrem kurz“, so Justizpressesprecher Friedrich Weitner.


Entscheidung am 10. Juli

In den nächsten Tagen beschäftigt sich das Gericht hinter verschlossenen Türen mit dem Fall. Am Freitag, 10. Juli, will der Richter die Entscheidung verkünden. Was im Fall eines Erfolgs der Kläger mit dem Haus passiert, ist unklar. Es soll keine Interessenten geben. Siehe auch Bericht im Mantelteil.

Autoren: Andreas Kirchmayer und Ulrike Löw

Nichts Neues verpassen! - Newsletter abonnieren