Plädoyers im Mordprozess

Ingo P. droht ein Leben hinter Gittern

Im Schwurgerichtssaal 600: Ingo P. berät sich mit seinem Anwalt.
Im Schwurgerichtssaal 600: Ingo P. berät sich mit seinem Anwalt. | Foto: Beck2019/02/bild.jpg

SCHNAITTACH — Die Staatsanwaltschaft hat am Mittwoch im Prozess um den Schnaittacher Doppelmord lebenslange Haftstrafen für die Angeklagten gefordert. Ingo P. soll zudem in Sicherungsverwahrung.

Staatsanwalt Stefan Rackelmann hält Ingo. P., den Sohn des getöteten Ehepaars, für so gefährlich, dass die Allgemeinheit vor ihm geschützt werden muss. Deshalb beantragte er in seinem Plädoyer nicht nur eine lebenslange Haftstrafe, sondern auch die anschließende Sicherungsverwahrung für den 26-Jährigen.

Obendrein, so Rackelmann, soll das Schwurgericht die besondere Schwere der Schuld feststellen. Folgen die Richter dem, kann P. nach 15 Jahren nicht auf eine Aussetzung der Reststrafe zur Bewährung hoffen.

Auch die mitangeklagte drei Jahre jüngere Ehefrau des Schnaittachers sei des Mordes verantwortlich, so der Staatsanwalt. Gemeinsam mit ihrem Mann soll sie die Tat geplant und bei der Beseitigung der Leichen geholfen haben.

Verteidigung fordert Freispruch

Der Verteidiger von Ingo P. beantragte hingegen, seinen Mandanten freizusprechen. Die Beweisaufnahme habe nicht zweifelsfrei ergeben, dass der 26-Jährige die ihm zur Last gelegten Taten begangen habe. Die vorgelegten Indizien seien für eine Verurteilung nicht ausreichend.

Auf Freispruch plädierten auch Stephanie P.s Anwälte. Die von der Staatsanwaltschaft zusätzlich als Mordversuche angeklagten Giftanschläge auf P.s Eltern habe es nicht gegeben.

Zuletzt hatte ein Sachverständiger die Angeklagten für schuldfähig erklärt. Ein Urteil soll am Donnerstag nächster Woche fallen.

N-Land Pegnitz-Zeitung
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