Acht freiwillige Mitarbeiter im Einsatz

Soko Tierschutz

Mit ihrem Fahrzeug machen sich die Mitarbeiter der Tierrettung auf den Weg, um entlaufene oder verletzte Tiere einzufangen. | Foto: Tierheim Feucht2021/06/Feucht-Tierrettungsfahrzeug-scaled.jpg

FEUCHT – Wenn Tiere nachts oder an Wochenenden in Not geraten, sind
die Ehrenamtlichen der Tiernotrettung zur Stelle.

Neugierige Augen beobachten die vorbeigehenden Menschen aus ihren kleinen Zimmern heraus. Manche der Katzen verstecken sich auch schüchtern oder schlafen tief und fest auf ihren Decken und Kissen. Sie alle wurden von ihren ehemaligen Besitzern im Tierheim abgegeben oder verwildert aufgegriffen. Dabei unterstützt die Tierrettung des Feuchter Tierheims die Arbeit der Tierpfleger vor Ort rund um die Uhr.

Montag bis Freitag in der Nacht und am ganzen Wochenende reagieren ehrenamtliche Helfer auf Anrufe von aufmerksamen Bürgern. So können sie entlaufenen Hunden, verwilderten Katzen und verletzten Tieren schnell helfen. Aber auch, wenn jemand nachts ins Krankenhaus muss und seine Haustiere nicht mehr versorgen kann, kommen die Retter. Dagmar Königsdorfer leitet die Tierrettung. Sie erzählt: „Manchmal ist die ganze Woche lang nichts und dann kommen drei Anrufe in einer Nacht.“ Deswegen braucht man als Tiernotretter neben Tierliebe und einem Führerschein vor allem eines: Zeit. „Die ehrenamtlichen Tierretter sollten natürlich auch keine Tierhaarallergie oder Angst vor Tieren haben“, sagt Königsdorfer.

Das Fahrzeug für die Rettungstouren stellt das Tierheim zur Verfügung und die erfahrenen Kollegen stehen Neueinsteigern bei allen Fragen mit Tipps und Ratschlägen zur Seite. Oftmals müssen Tiere eingefangen werden. Mal ist der Hund im Wald abgehauen, mal wollten Besitzer ihre Haustiere einfach nur schnell loswerden. Einen mobilen Tierarzt dürfen die Anrufer allerdings nicht erwarten. Im Fokus steht der Transport der Tiere in ein sicheres Umfeld. „Mit unserem Fahrzeug werden die Tiere dann entweder ins Tierheim oder, wenn sie verletzt sind, direkt in die Tierklinik gebracht“, sagt Königsdorfer.

Geschultes Personal für große Einsätze

Bei größeren Fällen, etwa verwahrlosten Tieren in Messi-Haushalten, werden erst Polizei und Veterinäramt eingeschaltet. Die entscheiden dann, ob die Tiere aus der Wohnung geholt werden müssen. „Diese Einsätze werden dann von unserem geschulten Personal übernommen“, sagt Königsdorfer. Erst im November 2020 wurden aus einem Haus in Burgthann 50 Katzen gerettet (wir berichteten). Veterinäramt, Pfarrer, freiwillige Feuerwehr, Tierheime, alle halfen gemeinsam, die Katzen aus dem heruntergekommenen Haus zu holen. „Wir haben hier in der Region großes Glück. Unter der Polizei und Feuerwehr sind sehr viele Tierfreunde. Das ist nicht überall der Fall“, sagt Königsdorfer.

Die ehrenamtlichen Helfer der Feuchter Tierrettung. Foto: Tierheim Feucht2021/06/Feucht-Tierrettungsteam-scaled.jpg

Auch wenn nicht jeder Einsatz einfach ist, erleben auch die Tierretter immer wieder Lustiges. Petra Hluchy, stellvertretende Vorsitzende des Tierheimes, erzählt: „Einmal wurden wir wegen einer verletzten Taube angerufen. Der Fahrer musste ihr lange hinterherlaufen. Sie konnte zwar nicht mehr fliegen, aber eben noch sehr schnell rennen.

Neue Retter immer gesucht

Helfer zu finden, die langfristig für die Tiernotrettung arbeiten, sei schwierig, erzählt Königsdorfer. Derzeit arbeiten acht freiwillige Mitarbeiter in der Tiernotrettung. Erst vor kurzem sind zwei ihrer Fahrer ausgefallen. „Der eine wegen gesundheitlichen Problemen und beim anderen haben sich leider die Arbeitszeiten geändert.“ Neue ehrenamtliche Fahrer sucht die Tiernotrettung immer. Vor dem ersten Einsatz als Tiernotretter weist Königsdorfer die freiwilligen Helfer ein. „Ich kläre über alles rund um die Arbeit auf. Dann können die Interessenten noch mal eine Nacht drüber schlafen“, sagt Königsdorfer, „man kann natürlich jederzeit aufhören, wenn man merkt, dass die Arbeit nichts für einen ist, oder es mit dem Beruf nicht vereinbar ist.

Gerade in den nächsten Monaten könnte das Tierheim mehr Tiernotretter gebrauchen. Schon vor Corona wurden in der Urlaubszeit vermehrt Haustiere ausgesetzt. Jetzt sind während der Pandemie viele neue Haustierbesitzer hinzugekommen. Hluchy sieht das mit Sorge: „Wenn die Leute wieder zurück ins Büro müssen und weniger Zeit für ihre Tiere haben, werden wahrscheinlich viele von ihnen ins Tierheim kommen.“ Bisher aber bleibt der Effekt noch aus.

Info:
Wer das Tierheim als Tierretter unterstützen will, kann sich unter der 09128/916494 melden.

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