Positive Bilanz

Online-Literaturtage geglückt

Viel Vorfreude hatten Büchereileiter Andreas Reichel und Organisatorin Ina Gombert auf die 25. Literatur Tage 2020. Nun sind sie fast über die Bühne.
Viel Vorfreude hatten Büchereileiter Andreas Reichel und Organisatorin Ina Gombert auf die 25. Literatur Tage 2020. Nun sind sie fast über die Bühne. | Foto: Krieger2020/11/Literaturtage-800_500_2020.jpg

LAUF – Mit der Lesung von Krimiautor Volker Kutscher gehen die Laufer Literaturtage am 25. November zu Ende. Bis dahin ist Pause. Eine Bilanz lässt sich jetzt schon ziehen: Rund 600 Strea­mingtickets wurden für die fünf Autorenlesungen bisher gelöst. Die meisten Fans versammelte Schauspieler und Autor Christian Berkel vor dem Bildschirm. Die Lesart online – sie ist nach Meinung von Organisatorin Ina Gombert und Bürgermeister Thomas Lang geglückt.

„Wir haben ganz viel positives Feed­back bekommen“, sagt Ina Gombert, „sowohl von den Autoren als auch von Zuschauern, die uns nach den Streams geschrieben haben.“ Sie gehe davon aus, dass deutlich mehr Menschen die Lesungen gesehen hätten, als Tickets verkauft wurden. „Natürlich können wir das nicht einzeln nachverfolgen. Aber ich weiß aus Zuschriften, dass ganze Familien vor dem Bildschirm saßen, etwa bei der Kinderlesung von Ralf Caspers am Samstag.“ Außerdem seien die Streams noch bis Ende November erhältlich. „Da wird sich sicher noch etwas tun.“ Lob gab es auch von den Autoren. „Fritz Egner hat uns am Freitagabend sogar in seiner Sendung Fritz & Hits erwähnt. Er fand es toll, dass wir das Festival nicht abgesagt haben.“

Anders als Schwabach und Ansbach, die die Lesart 2020 wegen der Pandemieauflagen ausfallen ließen bzw. nachholen wollen, hatte sich die Stadt Lauf von Anfang an für das Stattfinden des Festivals ausgesprochen. Dass der Stream, für den der Kulturausschuss im September zusätzliche Mittel bereitstellte, am Ende die einzig mögliche Form werden würde, war da noch nicht abzusehen.

Bürgermeister Thomas Lang bezeichnet die Entscheidung für die Online-Version deshalb als „am Ende fast schon hellsichtig“. Als der zweite Lockdown angekündigt war, habe man sich mit der Bücherei noch einmal besprochen. „Aber wir waren uns einig. Wir hätten uns auch finanziell nichts gespart, wenn wir absagen.“ Die verkauften Tickets und die positiven Reaktionen zeigten, dass die Bürger die Entscheidung goutieren. „Es ging darum, ihnen in dieser Zeit Kultur und gute Stunden zu ermöglichen.“ Er hoffe, dass bei den Autoren und Verlagen ankomme, dass man auf Lauf als Veranstalter zählen könne. „Wenn uns das geglückt ist, ist das auch für die Zukunft viel wert.“

Noch gibt es keine finanzielle Endbilanz, „wir haben ja noch eine Lesung“, sagt Ina Gombert. Danach werde man Kassensturz machen. Doch schon jetzt zeige sich, dass sich die Kosten für das Streaming durch die Ticketerlöse amortisiert hätten. „Wir machen wahrscheinlich sogar einen kleinen Gewinn.“ Bei der Technik vor Ort, die umfangreicher war als in den vergangenen Jahren, weil eine zweite Firma notwendig war, um den Live-Stream zu stemmen, werde man trotzdem den genehmigten Rahmen von 9000 Euro nicht überschreiten, so Gombert. „So wie es aussieht, werden wir ihn nicht einmal ganz ausnutzen.“


Bis zur Lesung von Krimibestsellerautor Volker Kutscher am 25. November um 20 Uhr bleiben die Schaltpulte und Bildschirme im Lesecafé der Bücherei aufgebaut. Gombert hat großes Lob für die beiden Firmen, die die Technik stemmen. „Die haben das super souverän gemacht, obwohl manche Schaltung echt tricky war.“

Wie es 2021 weitergeht, steht noch in den Sternen. „Wir werden planen. Aber die Verlage sind sehr vorsichtig und schicken jetzt erst die Vorschauen raus“, sagt Gombert. Für Bürgermeister Thomas Lang steht in jedem Fall fest. „Die Literaturtage sind eine der großen Marken Laufs. Die wollen wir nicht aufgeben“. 

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