Fackelmeer und Videobotschaft

Mahnwache für den Erhalt des Hersbrucker Krankenhauses

Hunderte Bürger brachten mit einem wahren Lichtermeer ihren Protest gegen die Schließung des Krankenhauses zum Ausdruck. | Foto: Haeffner2018/10/WP_20181007_19_08_02_Pro.jpg

HERSBRUCK – Mehrere Hundert Menschen haben sich am Sonntagabend zur Mahnwache am Hersbrucker Krankenhaus versammelt. Mit brennenden Fackeln in der Hand demonstrierten sie friedlich für den Erhalt der Klinik, die in ein paar Jahren geschlossen werden soll.

Zu der Mahnwache hatte die Bürgerinitiative „Unser Herz schlägt für das Hersbrucker Krankenhaus“ aufgerufen. Eigentlich sollte es eine Veranstaltung bewusst ohne große Reden sein, eines aber brannte Mitorganisatorin Angelika Pflaum dann doch auf den Nägeln. Und so stellte sie in ihrer Begrüßung klar: „Von Wahlwerbungen populistischer Gruppierungen distanzieren wir uns ausdrücklich und betonen hiermit, dass wir mit dieser Gruppierung keinerlei Kontakt haben und diesen auch ablehnen.“ Gemeint war die Wahlwerbung der AfD, die am Wochenende Flyer mit der Aufschrift „Ja zum Erhalt der Hersbrucker Klinik“ verteilen ließ.

Während der einstündigen Mahnwache war zunächst auf einer Leinwand immer wieder ein kurzer Film zu sehen, der die vielen Ortschaften zeigte, die von der geplanten Schließung des Hersbrucker Krankenhauses betroffen sein können. Ute Plank hatte für den Streifen einige Karikaturen beigesteuert, Martin Kiesewetter einen Song dazu komponiert. „Unser Wohlergehen ist kein Geschäft“, heißt es darin. Zu sehen ist das Video in kompletter Länge auf https://bit.ly/2OIT8Zj im Internet. Später projizierte die Bürgerinitiative das Video dann direkt auf das Krankenhausgebäude.

Unter die vielen Bürger hatten sich auch etliche Politiker gemischt. Dr. Peter Bauer von den Freien Wählern, Hersbrucks Bürgermeister Robert Ilg, Landrat Armin Kroder, die Stadträtinnen Brigitta Stöber und Ulrike Eyrich und noch einige mehr. Sie alle waren gekommen, um für eine Wende in der Gesundheitspolitik einzutreten und ein Zeichen zu setzen. Dass dieser Protest nicht ungehört verhallt, das glauben so manche. Bei Wackersdorf sei es doch genauso gewesen, sagte etwa ein älterer Herr. Auch dort habe der anhaltende Widerstand schließlich Wirkung gezeigt. Man dürfe nur nicht aufgeben.

N-Land Katja Bub
Katja Bub

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