Kundgebung in Nürnberg

Krankenhaus-Demo am Samstag

Tausende Bürger gingen im Februar in Hersbruck für ihr Krankenhaus auf die Straße. Samstag nun ziehen die Kämpfer für Krankenhäuser und gute Pflege vor Ort vors Heimatministerium am Lorenzer Platz in Nürnberg. | Foto: M. Scholz2018/04/DSC_8267.jpg

HERSBRUCK – Längst ist die Schließung des Hersbrucker Krankenhauses kein lokales Problem mehr. Aufgrund der aktuellen Entscheidungen im Gesundheitswesen könnten jetzt beispielsweise auch die St. Johannes Klinik in Auerbach und die Erler Klinik in Nürnberg ihre Notfallaufnahmen verlieren. Umso wichtiger sei es daher, am  Samstag um 15 Uhr gemeinsam in Nürnberg für den Erhalt der Krankenhäuser und einer guten Pflege vor Ort zu demonstrieren, sagt Mitorganisatorin Angelika Pflaum.

Um 15 Uhr ziehen die Demonstranten morgen in Nürnberg vom Gesundheitsministerium am Gewerbemuseumsplatz beim Cinecittà zum Heimatministerium am Lorenzer Platz. Wem dabei der Fußweg über Katharinengasse und Peter-Vischer-Straße zu beschwerlich sein sollte, der kann auch gleich direkt zum Heimatministerium am Lorenzer Platz kommen, denn dort findet die eigentliche Kundgebung statt. Sprechen werden Vertreter der Bürgerinitiativen aus Hersbruck, Waldkirchen, Marktheidenfeld und Karlstadt. Ebenso Hersbrucker Ärzte, Krankenschwester Doris Döttl, Dr. Klaus Reichel für den Hartmannbund und Landrat Armin Kroder.

Sie alle wollen in ihren Beiträgen deutlich machen, was passiert, wenn gut funktionierende medizinische Versorgungsstrukturen in ländlichen Gebieten — wie etwa jetzt im Hersbrucker Raum — zerschlagen werden. Krankenschwester Doris Döttl bringt es auf den Punkt: „Krankenhaus weg, Ärzte weg, Pflege weg.“

Anschließend stellt Moderatorin Angelika Pflaum den anwesenden Politikern Fragen zur Notfallversorgung und zur vermeintlich schlechteren Qualität kleiner Krankenhäuser. Ihr Kommen zugesagt haben MdL Hubert Aiwanger (Freie Wähler), Christine Deutschmann in Vertretung für MdL Claudia Stamm (fraktionslos), Jan Dunker (FDP), MdL Markus Ganserer (Grüne) und ein Vertreter der Linken. Dabei geht’s auch um die Frage, ob nicht letztlich nur Kostengründe für das Kliniksterben verantwortlich sind und wie künftig die medizinische Versorgung gerade der Bürger auf dem Land sichergestellt werden soll, wenn die Entfernung zum nächsten Krankenhaus immer größer wird. Die Krux liegt dabei auch im Gesundheitssystem selbst.

Sollte die Kundgebung in Nürnberg nicht von Erfolg gekrönt sein, wollen die Bürgerinitiativen aus Hersbruck und den anderen Orten weiter kämpfen und ein Volksbegehren anstreben, um ein Umdenken in der Krankenhauspolitik zu erreichen.

Wer noch im Bus mit zur Demo fahren will, kann sich bei Angelika Pflaum (Tel. 09151/823333) melden. Der Bus startet um 13 Uhr am Plärrer in Hersbruck und hält direkt am Lorenzer Platz. Kosten pro Person: elf Euro.

Siehe auch zum Thema weitere Artikel:  Kunstaktion fürs Hersbrucker Krankenhaus, Die Intensivstation ist vom Netz, Kommentar „Gegen die Landbevölkerung“, „Nicht warten, bis die Hütte schließt“ – über Plan B, Die nächste Krankenhaus-Demo folgt, Ein kleines Krankenhaus geht doch, 3000 gingen für Krankenhaus auf die Straße, Offener Brief des Fördervereins Krankenhaus Hersbruck, 10247 für Hersbrucker Krankenhaus.

N-Land Katja Bub
Katja Bub