Fest in Hersbruck fällt 2020 aus

Altstadtfest: Saurer Apfel für Gäste und Wirte

Außengastronomie wäre bei einem „Pseudo-Altstadtfest Hersbruck“ an sich kein Problem, aber einige Wirte würden dafür keine Genehmigung bekommen – und wenn dann sollen laut Verein alle im Boot sein. | Foto: J. Ruppert2020/06/3-5-scaled.jpeg

HERSBRUCK – „Wir müssen akzeptieren, dass es das Altstadtfest in diesem Jahr halt mal nicht gibt“, sagt Roland Winkler. Der zweite Vorsitzende des ausrichtenden Vereins macht aber keinen Hehl daraus, dass das gerade für Kneipen und Gastronomie „höchst bedauerlich“ ist.

Denn diese seien durch die Krise eh schon gebeutelt. Aber: „Vernunft und Gesundheit müssen vorgehen.“ Das einzig Gute sei, dass das bundesweite Verbot von Großveranstaltungen bis Ende Oktober ja alle Feste treffe und nicht nur das Hersbrucker. „Da müssen wir alle in den sauren Apfel beißen.“

Er hoffe nur, dass nicht Privatleute oder Firmen durch irgendwelche Lücken in den Corona-Vorgaben eigene Partys veranstalten können. „Das wäre echt Frevel.“ So sieht das auch Vorsitzender Jürgen Wild: „Mir ist schleierhaft, warum gewisse artgleiche Dinge offen haben dürfen und das Altstadtfest untersagt wird.“

Essen gehen statt feiern

Auch wenn er von der Absage nicht begeistert sei – „da hängen Existenzen dran“ –, so trage er die Entscheidung natürlich mit. Er wie auch Winkler halten nichts von einer Ersatzveranstaltung wie in Lauf. „Die Leute sollten die heimische Gastronomie durch den Besuch dort stärken, das ist besser als irgendwelche Pseudo-Feste“, findet Winkler.

Bei einem „Corona-konformen“ Altstadtfest wären laut Wild nur To-go-Betrieb und bestehende Open-Air-Gastronomie möglich. „Wirte, die sonst nur einen Biergarten beim Altstadtfest haben, weil sie beispielsweise eine Kneipe betreiben, würden dafür keine Genehmigung bekommen.“ Damit wären einzelne Mitwirkende raus. „Das wollen wir aber nicht, weil wir sind eine Gemeinschaft“, betont Wild.

Planungen ab Frühjahr

Diese habe laut Kassiererin Irmgard Bauer keine Verluste durch den Ausfall hinzunehmen. „Bei uns gehen die Planungen erst im März und April los“, erklärt Winkler, „und daher wurden wegen Corona auch keine Verträge geschlossen, weil in der Zeit alles ruhte an Vorbereitungen“.

Außerdem nehme der Verein ja mit der Veranstaltung kein Geld ein, sondern brauche das nur zur Durchführung, so Bauer. „Viel größer ist der Verlust für die Teilnehmer, die durch das Wochenende schon mehr Einnahmen haben als sonst.“ Aber es bleibe ja keine andere Wahl, als das Altstadtfest auf 2021 zu verschieben.

Sie könne sich aber vorstellen, dass man sich in der Stadt gemeinsam mit anderen Beteiligten doch noch etwas für das Fest-Wochenende vom 31. Juli bis 2. August einfallen lasse – ein verkaufsoffener Sonntag oder Buden am Plärrer. „Mit den neuen Lockerungen wäre da vielleicht etwas möglich, aber darüber konnten wir bislang noch nicht sprechen.“

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