Laufer Musiker Günther Goller plant Online-Version der Kultveranstaltung

Altstadtfest-Sound im Wohnzimmer

Dieses Bild, entstanden bei einem Laufer Altstadtfest in den vergangenen Jahren, wird es 2020 garantiert nicht geben. Feste dieser Größenordnung sind im Augenblick noch völlig undenkbar. Mit einem Online-Altstadtfest will man ein wenig Ausgleich schaffen. | Foto: Archiv/Fischer2020/05/Altstadtfest-Lauf-vergangene-Jahre.jpg

LAUF – Kein Bieranstich auf dem Marktplatz, kein Abtanzen vor der Bisping- Bühne, kein Trempelmarkt in der Spitalgasse: Auf ihr Altstadtfest, so wiesiees kennen, müssen die Laufer heuer Corona-bedingt verzichten. Damit aber vom 26. bis 28. Juni zumindest ein bisschen ASF-Stimmung aufkommt, plant der Laufer Musiker Günther Goller zusammen mit einigen Mitstreitern eine Online-Version der Kultveranstaltung.

„Die Leute sitzen jetzt seit Wochen traurig zu Hause. Mit der Aktion möchten wir einfach ein Zeichen setzen“, sagt Günther Goller. Als Musiker, aber auch privat ist der 50-Jährige viel auf Festivals unterwegs. Dass bis Ende August alle größeren Veranstaltungen abgesagt werden mussten, schmerzt ihn persönlich sehr.

Live-Stream aus dem Wollner

Sein Konzept für das Online- Altstadtfest steht auf zwei Säulen. Zum einen soll es am letzten Juni-Wochenende, jeweils ab abends, einen Live-Stream aus dem Wollner-Saal geben. Dort spielen im Wechsel Bands, die man vom Altstadtfest oder der Kneipennacht her kennt, natürlich mit Abstand auf einer großen Bühne.

Zugesagt haben laut Goller bereits Zhenil, The Enzenstones, Rootslevel oder die Geissler-Schwestern. Auch ein Online-Bieranstich mit Bürgermeister Thomas Lang ist vorgesehen, eventuell ein Standkonzert der Marching Band des TSV Lauf vor dem Rathaus. „Je nachdem, was bis dahin angesichts von Corona möglich ist“, so Günter Goller.

Foodmeile als Drive-In

Außerdem plant er, neben dem virtuellen Teil, eine „reale“ Drive- In-Foodmeile, bei der sich die Besucher, sozusagen im Vorbeifahren, mit Essen für den Musik-Videoabend eindecken können. Einige heimische Gastronomen,zum Beispiel dieMetzgerei Pristownik oder die Eis-Lounge, sowie Foodtrucks sind bereits im Boot. Als Standort würden sich laut Goller der Oskar-Sembach-Ring, der Parkplatz Pegnitzwiesen oder die Heldenwiese eignen.


Sprung ins kalte Wasser

Während die gebeutelte Gastronomie damit vielleicht zumindest etwas Umsatz generieren könnte, gibt es für die beteiligten Musiker beim Online-Altstadtfest kaum etwas zu verdienen. „Wir springen ins kalte Wasser, ich kann keine Gage versprechen“, räumt Goller ein, der seinen bekannten Musiker-Kollegen Martin Meinzer als Mitorganisator gewinnen konnte. Möglicherweise soll eine Spendenplattform eingerichtet werden.

„Für mich zählt der Gedanke, dass alles zusammenkommen, und sei es virtuell“, betont Günther Goller. Er wolle sich keinesfalls „in den Vordergrund spielen“. Das Projekt habe inzwischen Fahrt aufgenommen, seit Wochen führe er unzählige Telefonate. Die ganze Aktion stehe und falle jedoch mit der aktuellen Situation. „Wir stecken natürlich nicht drin, ob eine zweite Corona-Welle kommt.“

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