Corona-Lockerungen

Was ist eine Großveranstaltung?

Ob es das Altstadtfest in diesem Jahr geben wird, steht noch in den Sternen. Abgesagt ist es jedenfalls noch nicht. | Foto: J. Ruppert2020/04/P1350152.jpeg

HERSBRUCK – „Das Thema mit den Veranstaltungen und Festen ist ein Prozess, den man regelmäßig neu bewerten muss“, sagt Hersbrucks Bürgermeister Robert Ilg. Eine Absage der traditionellen Hersbrucker Veranstaltungen hört man von ihm derzeit nicht.

Und das, obwohl Großveranstaltungen bis Ende August laut Landes- und Bundesregierung verboten sind. „Aber was ist eine Großveranstaltung? Wir haben dazu aktuell keine Zahlen und Fakten“, erklärt Ilg. Sollte die Maßgabe die oft genannten 1000 Personen sein, würde es mit der Durchführung von Ostbahnkirwa, Altstadt- und Sommerfest schwierig. Doch da sei nun Abwarten angesagt.

Das müsse die Stadt momentan auch in Sachen Gitarrenfestival. „Da zittere ich gerade wirklich drum“, gibt Ilg zu. Klar stehe der Schutz der Menschen im Vordergrund, doch das Festival sei auch eine wirtschaftliche Angelegenheit: „Wir haben Verträge mit Künstlern unterschrieben und Fakt ist, dass wir keinen Alternativtermin in diesem Jahr haben.“ Die Frage sei also im Falle des Falles, ob das Programm einfach auf 2021 verschiebbar sei.

Kabarett mit Abstand?

Doch Ilg denkt auch eine Nummer kleiner: „Wie wird es mit Kabarett in der Geru-Halle aussehen?“ Auch das sei unklar. Dort passten zwar nur 500 Besucher rein, aber „man sitzt schon eng aufeinander“.

Die Verteilung der Menschen auf einem gewissen Raum, das erscheint auch Roland Winkler und Jürgen Wild vom Altstadtfestverein als der Knackpunkt: „Wir haben uns im Verein darauf verständigt, dass wir den Termin nicht absagen, weil dann ist das Fest in diesem Jahr unwiederbringlich weg und wir haben ja auch eine Verantwortung für die Teilnehmer.“ Schließlich, fügt Winkler hinzu, sei die Gastronomie aufgrund der Corona-Krise auf die Einnahmen angewiesen.


Je nach Definition von Großveranstaltung sei vielleicht auch eine kleinere Form des Altstadtfests unter bestimmten Auflagen denkbar, überlegt Wild. Er klemmt sich deswegen gerade viel hinters Telefon und versucht sich zu informieren. „Ich hoffe, dass einige Veranstaltungen bleiben können.“ Das wäre auch für ihn als Schausteller überlebenswichtig: „Uns geht gerade das Geschäft fürs ganze Jahr verloren.“ Da er keine feste Betriebsstätte habe und von seinen Einnahmen lebe, könne er auch keine Soforthilfe beantragen, erzählt er.

Wie Wild warnt auch Winkler vor der Dynamik, schon jetzt alles abzusagen. Auch wenn ihm klar ist, dass das erste Fest vor Besuchern sicher explodieren werde, weil alle rauswollen. „Die Frage ist, welcher Bürgermeister sich es traut, seine Kirwa durchzuführen.“ Er mutmaßt, dass erst wieder alles öffnen muss, bevor man über Veranstaltungen sprechen könne. In Sachen Altstadtfest sei auch eine kurzfristige Absage möglich. „Aber da sind ja noch drei Monate hin. Vielleicht gibt es ja einen Lichtblick in den nächsten Wochen.“

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