Schnaittacher Doppelmord: Neue Verhandlungen

Stephanie P. erneut auf Anklagebank

Bei der Hauptverhandlung in der ersten Jahreshälfte 2019 wurde Stephanie P. wegen Anstiftung zum zweifachen Mord zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Nun hofft sie auf eine zeitlich begrenzte Freiheitsstrafe. | Foto: Beck2020/04/Placzek-Prozess-Bild-Stephanie-P.-abe.jpg


SCHNAITTACH/ NÜRNBERG – An bis zu vier Verhandlungstagen haben die Anwälte von Stephanie P. ab 13. Juli die Möglichkeit, die lebenslange Freiheitsstrafe der Schnaittacherin für ihre Beteiligung am Mord von Elfriede und Peter P. zu hinterfragen. Die Revision vor dem Bundesgerichtshof war teilweise erfolgreich (wir berichteten), jetzt stehen die Gerichtstermine fest.

Die junge, aus Mimberg bei Burgthann stammende Frau war am 11. April 2019 wegen Anstiftung zum zweifachen Mord verurteilt worden. Ihr Ehemann Ingo P. bekam wegen zweifachen Mordes ebenfalls lebenslang. Die 5. Strafkammer des Landgerichts Nürnberg-Fürth hatte es als erwiesen angesehen, dass Stephanie P. ihren damaligen Verlobten zu den Bluttaten überredet hatte.

Eltern mit dem Hammer erschlagen

Im Dezember 2017 hatte das Paar den Mord an Ingo P.s Eltern demnach gemeinsam geplant. Der junge Mann erschlug letztendlich mit einem Hammer erst seine Mutter und dann, nach einem Kampf, auch seinen Vater im gemeinsamen Haus in Schnaittach. Daraufhin gaben die Verlobten an, P.s Eltern seien verreist und meldeten sie als vermisst. Sie heirateten noch Ende Dezember.

Angaben zur Tat gemacht

Im Januar 2018 folgte die Festnahme. Stephanie P. machte gegenüber den Ermittlungsbehörden Aussagen, in denen sie ihren Mann schwer belastete. Im Urteil, das nach einem langen Prozess im April 2019 gesprochen wurde, sind diese Aussagen allerdings nicht als möglicher Strafmilderungsgrund aufgeführt. Das bemäkelte der Bundesgerichtshof, nachdem Stephanie P. in Revision gegangen war.

Der BGH, die letzte Instanz, hob das Urteil des Landgerichts Nürnberg-Fürth lediglich im Strafausspruch auf und verwies die Sache zur erneuten Verhandlung an eine andere Strafkammer zurück. Der Schuldspruch gegen die Frau bleibt bestehen. Es geht bei der neuen Hauptverhandlung ausschließlich um das Strafmaß.

Maximal 15 Jahre?

Dabei besteht die Möglichkeit, dass das Gericht in seinem Urteil die lebenslange Freiheitsstrafe von Stephanie P. bestätigt. Bei einer Strafminderung könnte die Schnaittacherin eine zeitige, also zeitlich begrenzte, Haftstrafe von maximal 15 Jahren erhalten.

Nun übernimmt die 19. Strafkammer. Prozessbeginn ist am Montag, 13. Juli, 9 Uhr.


Weitere Termine sind Dienstag, 14. Juli, Mittwoch, 22. Juli sowie Montag 27. Juli, alle 9 Uhr. Die Verhandlungen finden jeweils im Strafjustizzentrum im Sitzungssaal E.006 in Nürnberg statt.

Die Revision von Ingo P. hatte keinen Erfolg, so dass das Urteil gegen ihn bereits rechtskräftig ist.

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