Tag des Handwerks

Bier gewinnt

Geselle Maximilian Lederer testet die Dichte des Bieres. | Foto: Magdalena Gray2020/09/Leinburg-Brauerei-Bub-Geselle-1-online-scaled.jpg

LEINBURG – Er kommt aus Zirndorf, heißt Lederer und wohnt in Leinburg: Das Brauen liegt dem 20-jährigen Maximilian Lederer offensichtlich im Blut. Nach einem Abstecher zu Kitzmann arbeitet er als Geselle bei der Brauerei Bub in Leinburg.

Als er zum ersten Mal buchstäblich in die Braukunst reinschnuppert, ist er noch ein Schüler. „Der Mann meiner Lehrerin hatte eine klitzekleine Brauerei in Cadolzburg“, erzählt der heute Zwanzigjährige. „Ich durfte dort ein Praktikum machen und alles mit ausprobieren. Es hat mir sehr gut gefallen. Es ist abwechslungsreich und es riecht gut.“

Ausbildungsbetrieb sperrt zu

Die Begeisterung beruht auf Gegenseitigkeit. Sein erster Lehrmeister ist äußerst zufrieden mit Lederer. Da er selbst nicht ausbildet, hilft er seinem Praktikanten eine Ausbildungsstelle zu suchen und findet eine bei Kitzmann. Die ersten eineinhalb Jahre seiner Ausbildung genießt Lehrling Lederer in Erlangen. „Einmal mussten wir die Lagerkeller streichen und dazu auf den Tanks rumkrabbeln“, erinnert er sich an eine eher ungewöhnliche Aufgabe und lacht. „Das gehört zwar nicht zur Ausbildung, muss aber natürlich trotzdem gemacht werden. Aber leider, wie sich herausstellte, war die Arbeit umsonst.“ Denn kurz danach, im September 2018, stellt die Traditionsbrauerei ihren Betrieb ein.

Die Brauerei Bub springt ein

Für Lederer eine halbe Katastrophe. Von jetzt auf nachher steht er ohne Job mit halbfertiger Lehre da. Bei seiner Suche stößt er auf die Brauerei Bub in Leinburg und hat Glück: „Wir haben uns kurzfristig entschlossen, ihn zu übernehmen, damit er seine Ausbildung bei uns beenden kann. Und das haben wir ganz und gar nicht bereut“, sagt Brauerei-Chefin Cornelia Bub. Denn Lederer macht sich gut. Ende Juli schließt er erfolgreich seine Abschlussprüfung ab und verdingt sich seitdem als Geselle bei der Leinburger Brauerei.

Wenn er davon erzählt, merkt man sofort: Er ist stolz auf seine Arbeit. „Wir legen großen Wert darauf, dass alles, was wir zum Brauen brauchen, aus der Region kommt“, erläutert er und führt aus: „Braugerste aus Oberrieden, Hopfen aus Sieglitzhof oder der Hallertau, Brauwasser vom Moritzberg.“

Ein sehr zufrieden stellender Nebeneffekt sei, dass er so viel mit Menschen zu tun habe und die ihn spüren ließen, dass sie seine Arbeit wertschätzten. „Und ich stelle etwas her. Etwas Schönes, das den Leuten Spaß macht und das sie genießen. Etwas Leckeres“, sagt er und nimmt, wie um die Aussage zu unterstreichen, mit geschlossenen Augen einen tiefen Zug vom frisch gezapften, eiskalten, würzigen Leinburger Jubiläumsbier. „Aaaaaaaaaaaaaaaah!“

Nichts Neues verpassen! - Newsletter abonnieren