Lauf und Röthenbach arbeiten an Hygienekonzepten

Kein Glühwein, aber immerhin Weihnachtsmarkt

Menschen drängen sich dicht an dicht, plaudern unbeschwert an den Ständen. Bilder wie dieses vom Laufer Weihnachtsmarkt wird es heuer nirgendwo im PZ-Gebiet geben. Die Konzepte aus Lauf und Röthenbach sehen Maskenpflicht vor. Beide müssen noch abgesegnet werden. | Foto: PZ-Archiv/ Fischer2020/10/neu-Lauf-Weihnachtsmarkt.jpg

LAUF/RÖTHENBACH – Beim Gedanken an den Weihnachtsmarkt sieht man sich fröhlich von einer Bude zur nächsten schlendern, den wärmenden Glühwein in den Händen, im Gespräch mit den Liebsten oder den Kollegen. Dass die Veranstaltungen heuer ihre Unbekümmertheit verlieren werden, hat sich lange abgezeichnet. Für viele Laufer dürfte es dennoch ein Schock sein: Glühwein, also die alkoholische Variante des Getränks, wird es 2020 auf dem Oberen Marktplatz nicht geben. So jedenfalls sieht es das Konzept vor, das die Stadt in den nächsten Tagen dem Gesundheitsamt am Landratsamt vorlegen möchte.

Als „sehr bitter“ bezeichnet Horst Fischer, Sprecher der Budenbetreiber am Laufer Weihnachtsmarkt, die Einschränkungen. Abgesehen vom Alkohol müssen die Gäste diesmal auch auf sämtliche Auftritte wie Livemusik oder den Monolog der Kunigunde verzichten. Wärmen müssen sich heuer auch die Erwachsenen am Kinderpunsch.

Zunächst hatte die Stadt angedacht, einzelne Buden in der gesamten Altstadt zu verteilen, so Fischer, doch die Betreiber waren dagegen. Stattdessen ist nun eine Art Wagenburg geplant, um die herum die Besucher in einer Richtung laufen können. Das Gelände wird mittels Holzzäunen abgesperrt, es gibt nur je einen Ein- und Ausgang, ein Sicherheitsdienst achtet darauf, dass sich alle an den Einbahnstraßenverkehr und die Maskenpflicht an den Ständen halten.

Nur 13 statt 24 Stände

Auch das Angebot wird eingeschränkt sein, sagt Fischer. Statt 24 Ständen wie in den vergangenen Jahren wird es nur 13 Stände geben. Man habe niemanden ausgeladen, aber mehrere Händler hätten von sich aus abgesagt.

Wer Bratwurstbrötchen, Crêpes oder gebrannte Mandeln an den Ständen kauft, muss aus dem umzäunten Kreisverkehr erst heraus, bevor er seine Maske absetzen und schlemmen darf.

Das Konzept sei schon sehr weit fortgeschritten, so Fischer. Bürgermeister Thomas Lang war bei einem Treffen der Budenbetreiber Ende September dabei, er soll sich persönlich dafür eingesetzt haben, dass ein Weihnachtsmarkt in irgendeiner Form stattfindet.

Gesundheitsamt entscheidet

Außerhalb des Budenkreises soll es das bekannte Kinderkarussell und den Stand des Eine-Welt-Ladens vor der Laufer Johanniskirche geben.
Fischer hadert mit den Plänen, spricht von „Einschränkungen, die kannst du nicht beschreiben“, das Ganze sei „traurig“, aber dennoch hofft er natürlich, dass das Gesundheitsamt die Veranstaltung überhaupt zulässt.

Ähnliches in Röthenbach

Diese Unsicherheit teilt Lauf mit der Nachbarstadt. In Röthenbach wird der Markt ähnlich aussehen, also Kreis aus Ständen, um den herum man im Einbahnstraßenverkehr laufen kann, wie Marion Stiegler vom Kulturamt der Stadt sagt. Erstmals wird der Weihnachtsmarkt auf dem neuen Hubert-Munkert-Platz und nicht wie bisher vor dem Rathaus stattfinden.

Ein weiteres Novum: Statt nur donnerstags bis sonntags soll der Weihnachtsmarkt zwei Wochen lang täglich öffnen. Der Zugang zu den Ständen ist wie in Lauf auf einen Ein- und einen Ausgang beschränkt, drum herum sollen Weihnachtsbäume stehen.


An sogenannten „Futterkrippen“ aus Holz soll man sich außerhalb davon den Glühwein schmecken lassen können. Anders als in Lauf soll der Adventsklassiker also angeboten werden.

Auf Livemusik muss man auch in Röthenbach verzichten, doch „das Christkind gehört einfach dazu“, so Marion Stiegler. Zwei kurze Auftritte seien eingeplant, man möchte „wenigstens ein bisschen Weihnachtsstimmung“ verbreiten. Kommende Woche soll das Konzept an die Kreisbehörde in Lauf gehen und dann heißt es Daumen drücken. „In letzter Instanz entscheidet das Gesundheits­amt“, betont Stiegler.

Schnaittach überlegt noch

Noch offen ist, ob es in Schnaittach einen Weihnachtsmarkt geben wird. Christian Bösner, Vorsitzender der Werbegemeinschaft Schnaittach, sagt, „die Signale der Gemeinde sind bisher noch nicht so positiv“. Autofrühling und Herbstmarkt waren abgesagt worden, von beiden Veranstaltungen fehlten der Werbegemeinschaft nun Einnahmen als „Polster“. Bürgermeister Frank Pitterlein sagt, „wir müssen genau abwägen“, ob sich der Aufwand lohne. Der enge Rathausplatz sei zum Einhalten der Abstände jedenfalls kaum geeignet. Die Entscheidung soll bis Ende kommender Woche fallen.

Eckental erteilt Absage

Der Markt Eckental hingegen hat seinen Weihnachtsmarkt abgesagt. Auch die Nachbarkommunen Kalch­reuth, Heroldsberg und Igensdorf hätten sich so entschieden, so Bürgermeisterin Ilse Dölle. Sie bedauere die Absage, es handle sich um ein Highlight im Kalender. Der Aufwand sei jedoch zu hoch, weil eine kurzfristige Absage nicht ausgeschlossen werden könne. Die Entscheidung sei in Absprache mit dem Marktgemeinderat gefallen, so die Bürgermeisterin.

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