ZDF-Fernsehgottesdienst

Hersbrucker Stadtkirche kommt ins Fernsehen

Rampen- statt Sonnenlicht wird die Hersbrucker Stadtkirche am 30. August beim ZDF-Fernsehgottesdienst erstrahlen lassen. | Foto: A. Pitsch2020/07/IMG-20200728-085937.jpg

HERSBRUCK – Die Stoppuhr ist derzeit der Begleiter von Dekan Tobias Schäfer, Pfarrer Thomas Lichteneber und Dekanatskantorin Heidi Brettschneider: Bei ihnen laufen die Vorbereitungen für den ZDF-Fernsehgottesdienst am 30. August auf Hochtouren.

„Wir haben von einem großen Festgottesdienst geträumt, von einem echten Happening mit einer vollen Kirche“, verrät Dekan Tobias Schäfer. Und dann kam Corona – und die Vorbereitungen standen bis Pfingsten so gut wie still: „Die Leute beim ZDF konnten ja nicht reisen.“

Dafür ist die Zeit seit Juni nun „sehr arbeitsintensiv“, so Schäfer. Es habe zig Besprechungen gegeben mit Licht- und Tontechnikern, Produktionsleitung, Redakteur, Regisseur, Bühnenbauer und Hygienebeauftragtem. „Alle waren schon einmal da“, ergänzt Pfarrer Thomas Lichteneber.

Und alle hätten gesagt: „Das ist eine schöne Kirche“ – aber sie habe zu viele Fenster. Um in dem Raum das perfekte Fernsehlicht zu kreieren, sei viel Beleuchtung nötig, hat Schäfer gelernt: „Das macht es aufwendig.“ Daher wird das ZDF-Team ab 25. August mit rund 30 Mann, fünf Kameras und vier Lastern anreisen und den Aufbau beginnen. „Damit machen wir die Straße für das Wochenende unpassierbar“, entschuldigt sich Schäfer, aber die großen Fahrzeuge bräuchten Platz.

Auf Reserve

Der Zeitplan ist durchgetaktet: Donnerstag und Freitag stehen ganz im Zeichen der Freitagsproduktion. „Das ist ein Dreh für die Konserve“, so der Dekan – ohne Zuschauer und mit Ehepaar Bammessel und Kirchenmusikdirektor Gerd Kötter als Hauptpersonen.

Richtig ernst wird es für Schäfer, Lichteneber und Brettschneider bei der Generalprobe am Samstag: 44,5 Minuten darf der Live-Gottesdienst am Sonntag um 9.30 Uhr dauern. Der Regisseur werde den Mitwirkenden dann sagen, wo noch 20 Sekunden weg müssen, wo welche dazu. „Wir brauchen eine große Flexibilität vor allem in den Liedern“, berichtet Schäfer.
Daran tüftelt gerade Heidi Brettschneider intensiv: „Ich muss bei fast jedem Takt angeben, wer was spielt und wie lange das dauert.“

„Das Hygienekonzept hat alle unsere Hoffnungen auf einen Festgottesdienst zu Nichte gemacht“, erläutert Schäfer: Mit Team, Helfern, vier Lesern, Musikern und zwei Pfarrern sind noch 20 Einzelpersonen im Gotteshaus erlaubt. „Wenn viele Hausgemeinschaften kommen, geht vielleicht etwas mehr“, sinniert Schäfer. Eine Anmeldung ist jedenfalls unbedingt nötig.

Freie Hand hat das ZDF den beiden Pfarrern bei der Themenwahl gelassen: Alltagsturbulenzen, Wohlfühlregion, Natur, Freizeit, Druck, Entspannung, Ferien, Balance – das seien Stichworte gewesen, die den beiden eingefallen seien. „Wie finde ich die Mitte“, werden sie nun fragen.

Mit dem Rotstift

Naja, fast freie Hand: „Es sind zwar unsere eigenen Texte, aber Simone Hahn geht alle mit uns durch“, erzählt Lichteneber. Sie sei die Schnittstelle zwischen Liturgie und Regisseur. „Da wird alles auf die Sekunde gestoppt.“  Zusätzlich haben sich beide noch von einer Beauftragten des ZDF coachen lassen, verraten sie. „Es ist gut zu wissen, wie man sich bewegt, weil das Publikum vor Augen ist ja nicht das vorm Fernseher“, ist Dekan Schäfer mittlerweile richtig bewusst geworden. Alle drei finden diese Einblicke in die Produktion einer Fernsehshow „eine spannende Sache, auch wenn wir alles anders machen als sonst“.

Für den Besuch des Gottesdienstes kann man sich ab 17. August im Pfarramt unter Tel. 09151/81324 auf eine Liste setzen lassen. Auch Helfer für den Aufbau und das Zuschauertelefon werden gesucht; Infos dazu ab sofort im Pfarramt.

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