Die mehrjährige Sanierung hat sich gelohnt

Ausgezeichnetes Juwel

Von außen stellt er eine romantisch-historische Ergänzung der mittelalterlichen Burganlage dar: der Kapellenanbau, der für 2020 vom Bezirk Mittelfranken für vorbildliche Sanierung ausgezeichnet wurde. | Foto: Gisa Spandler2021/03/Burgthann-Kapellenabaub-neu.jpg

BURGTHANN – Die Sanierung des historischen Kapellenanbaus der Burgthanner Burg, dessen Inneres zu einem attraktiven Trausaal umgebaut wurde, wird vom Bezirk Mittelfranken als vorbildliche denkmalpflegerische Maßnahme gewürdigt.

Der Bezirk Mittelfranken prämiert jedes Jahr Institutionen oder Bürger, die sich durch besondere denkmalpflegerische Leistungen verdient gemacht haben. Die Preisträger erhalten eine Urkunde und viel Lob, eine geldwerte Unterstützung ist nicht vorgesehen. 2020 gehört ein Teil des Burgensembles der Gemeinde Burgthann zu den ausgezeichneten Projekten: die Burgkapelle und deren Gesamtsanierung des Inneren und die Umgestaltung zu einem Trauraum.

Jahrelang hatten die Räume als Abstellkammer und Werkstatt gedient. Dann machten es sich Bürgermeister Heinz Meyer, Architekt Reinhard Graf und der Gemeinderat zur Aufgabe, sie wieder einer adäquaten Nutzung zuzuführen. „Unsere Aktivitäten im Zusammenhang mit der Burg werden mit dieser Auszeichnung in hohem Maße bestätigt“, sagt der Bürgermeister nun. Von der Planung bis zur Fertigstellung der Kapelle dauerte es drei Jahre. „Die fachkundige Jury erkannte an, dass gerade der Denkmalschutz dieser alten Gemäuer im Zusammenhang mit der späteren Nutzung bei der Umsetzung optimal beachtet wurde“, findet Graf, auf dessen Idee der Ausbau zurückzuführen ist. Der Umbau der Kapelle gehörte als letzte Maßnahme zum Gesamtpaket der Sanierung der Burg, die einen Zeitraum von sechs Jahren umfasste. „Wie man an der Auszeichnung sieht, ist uns ein Juwel gelungen“, freut sich Meyer. Seit 2019 können nun Paare in dieser Umgebung heiraten.

„Unverwechselbares Erscheinungsbild“

Der Kapellenraum reiht sich ein in 39 vom Bezirk ausgezeichnete Objekte aus insgesamt 63 Vorschlägen. Pandemiebedingt musste der Festakt anlässlich der Prämierung allerdings ausfallen. Bezirkstagspräsident Armin Kroder bedauert dies sehr und lässt wissen, dass durch die regelmäßige Denkmalprämierung „nicht nur das öffentliche Bewusstsein für die Wichtigkeit denkmalpflegerischen Handelns und die Leistungen der Akteure gestärkt, sondern auch der hohe Wert einer intakten historischen Baukultur für die Attraktivität einer Region vor Augen geführt werden.“ Der Gemeinde Burgthann sprach er ebenso als Landrat seinen Dank aus: „Ihre Initiative und Tatkraft haben dazu beigetragen, die kulturelle Lebensqualität unserer Region zu bereichern und ihr unverwechselbares Erscheinungsbild zu bewahren“.

Burgthanns Bürgermeister Heinz Meyer (links) und Architekt Reinhard Graf freuen sich über die Auszeichnung. Foto: Elke Leser.2021/03/Burgthann-Kapellenanbau-innen-scaled.jpg

In der Würdigung des ausgezeichneten Burgthanner Bauwerks heißt es, dass es sich bei dem vermutlich nach 1460 entstandenen Anbau um einen zweigeschossigen Steilsatteldachbau mit Quadermauerwerk im Erdgeschoss und ein aus dem 18. Jahrhundert stammendes Fachwerk im Obergeschoss handelt. Mit der Umgestaltung zu einem Raum für Trauungen, die seit einiger Zeit durch die Gemeinde im Burghof ermöglicht werden, fand sich mit der ehemaligen Kapelle eine naheliegende und sinnvolle Funktion. Maßnahmen gegen Feuchtigkeit wurden vorgenommen, ein noch aus der Wohnnutzungszeit stammender Kamin rückgebaut. Auch die ausgeprägten Schallprobleme konnten durch schallabsorbierendes Mobiliar gelöst werden.

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