Von elf Corona-Patienten müssen neun beatmet werden

Alle Intensivbetten sind belegt

Die Anzahl der Intensivbetten hängt auch vom Personalschlüssel des Krankenhauses ab. | Foto: Gorodenkoff/stock.adobe.com2021/11/NL-Corona-Intensivbetten-Adobe-scaled.jpeg

NÜRNBERGER LAND – Die Lage auf den Intensivstationen im Landkreis verschärft sich. Alle Intensivbetten sind belegt – knapp die Hälfte davon mit Corona-Patienten.

Keine freien Intensivbetten im Nürnberger Land. Das sagt das Intensivregister der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI). Insgesamt gibt es laut dem Register 24 Intensivbetten im Landkreis Nürnberger Land, die derzeit alle belegt sind. Elf davon mit Covid-Patienten, von denen neun beatmet werden müssen.

Im Landkreis sind diese Intensivbetten auf drei Krankenhäuser aufgeteilt. In Rummelsberg, Altdorf und Lauf. Während in Altdorf derzeit keine Covid-Patienten behandelt werden, sind es in Lauf insgesamt neun. Fünf von ihnen liegen auf der Normalstation und vier auf der Intensivstation.

Die Lage ist angespannt

Die Situation hat sich seit vergangener Woche spürbar verschärft, sagt eine Sprecherin der Krankenhäuser Nürnberger Land, zu denen die Standorte Lauf und Altdorf gehören.

Zwar gebe es auch Impfdurchbrüche, insbesondere bei gesundheitlich vorbelasteten Patienten, aber die meisten, die schwer an Covid erkranken, seien ungeimpft. Die Sprecherin teilt auch mit, dass die Zahl der Intensivbetten variiere. Der Personaldeckel sei eng und durch Krankheitsausfälle würden nicht immer alle Betten betrieben werden können. Aktuell seien alle Intensivbetten belegt, die Hälfte davon mit Covid-Patienten.

Obwohl wieder mehr Corona-Patienten ins Laufer Krankenhaus eingewiesen werden, finden derzeit noch alle geplanten Operationen und Eingriffe statt. Auch Besuche von Angehörigen sind aktuell unter Einhaltung der 3G-Regeln möglich. Weiterhin dürfen Angehörige einen Patienten, einmal am Tag für eine Stunde besuchen. Das Krankenhaus Rummelsberg war bis Redaktionsschluss nicht zu erreichen.

Neue Ampel-Regelung

In vielen bayerischen Landkreisen ist die Lage in den Krankenhäusern angespannt. Im Schnitt sind 90 Prozent der Intensivbetten belegt. Das Problem: Neue Patienten, zum Beispiel Notfälle oder Unfall-Patienten, müssen in andere Krankenhäuser weitergeschickt werden, wenn keine Intensivbetten mehr frei sind.

Nachdem das bayerische Kabinett die Kriterien für die Krankenhaus-Ampel am Mittwoch angepasst hat, schaltet sie bereits auf Gelb, wenn mehr als 450 Intensivbetten in Bayern durch Corona-Infizierte belegt sind. Mit 518 Patienten ist diese Grenze bereits überschritten und es gelten deshalb ab Samstag strengere Regeln.

PCR- statt Schnelltest

Dann gibt es wieder vielerorts eine FFP2-Maskenpflicht. Außerdem werden Veranstaltungen bei denen bisher 3G galt zu 3G-Plus hochgestuft. Das heißt: Schnelltests reichen zum Einlass nicht mehr aus. Und wo bisher 3G-Plus galt, wird 2G verpflichtend.

Das betrifft vor allem Clubs und Diskotheken. Bei 600 Intensivpatienten springt die Krankenhausampel auf rot. Das könnte bald erreicht sein, denn schwere Verläufe der Erkrankung entwickeln sich erst einige Zeit nach der Infektion. Ein Anstieg der Infektionszahlen erreicht die Krankenhäuser mit einer Verzögerung von zwei bis drei Wochen.

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