Gemeinde will Naturbad aufsperren

Wer zuerst kommt, schwimmt zuerst

Ob das Naturbad Mitte Juli öffnen wird, hängt von der Unterstützung aus der Bevölkerung ab. | Foto: Kai Kappes/Archiv2020/06/Kappes-Weissenbrunn-Naturbad-1-6.jpg

WEISSENBRUNN – Der Leinburger Gemeinderat spricht sich einstimmig für die Öffnung des Naturbades Weißenbrunn ab dem 15. Juli aus.
 Doch um das Vorhaben realisieren zu können, werden noch viele freiwillige Helfer gesucht. Ansonsten droht das Projekt zu scheitern.

In Altdorf, Schnaittach und Lauf ist Schwimmen mit gewissen Einschränkungen bereits möglich. Seine Pforten ebenfalls öffnen soll schon bald das Naturbad Weißenbrunn – zumindest, wenn es nach dem Willen des Leinburger Gemeinderats geht. Bei der Sitzung vergangenen Montagabend stimmten alle 19 Anwesenden für eine Öffnung ab dem 15. Juli.

Bürgermeister Thomas Kraußer (CSU) stellte das ausgearbeitete Sicherheits- und Hygienekonzept vor: Das Naturbad soll zwischen dem 15. Juli und dem 15. September für zwei Monate öffnen, geschwommen werden soll künftig im Zwei-Schicht-Rhythmus. Während die erste Öffnungsphase die Zeit zwischen neun und 13 Uhr umfasst, sollen Badegäste am Nachmittag zwischen 15 und 19 Uhr ihre Runden drehen dürfen.

Einer Reinigungsfirma stünden folglich zwei Stunden zur Verfügung, das Bad nach der ersten Schicht zu reinigen und alle potenziellen Kontaktflächen wie Handläufe und Duschen zu desinfizieren. Die kalkulierten Reinigungskosten belaufen sich für die zwei Monate auf rund 7000 Euro. „Ich stehe mit anderen Bürgermeistern, deren Bäder bereits geöffnet haben, in Kontakt. Sie alle haben gute Erfahrungen gemacht“, erläutert Kraußer.

15 Quadratmeter pro Person

Doch mit Reinigung und Desinfektion allein ist es freilich nicht getan. Auch Zugangsbeschränkungen müssen ausgearbeitet und beachtet werden. Für das Weißenbrunner Naturbad heißt das konkret: Die Gemeinde Leinburg rechnet mit 15 Quadratmetern pro Person, unterm Strich dürften sich also maximal 150 Personen zeitgleich im Schwimmbad aufhalten.

Im Wasser selbst dürfen sich zur gleichen Zeit maximal 50 Personen befinden, die dann auch in die selbe Richtung „im Kreis schwimmen“, wie Leinburgs Bürgermeister klarstellt. „Wir fangen klein an, was die Besucherzahlen angeht, um später, bei möglichen weiteren Lockerungen, die Besucherzahlen erhöhen zu können“, schiebt er nach. Des Weiteren würden, wie mittlerweile üblich, die Daten aller Badegäste erfasst.

Der Kiosk bleibt, nach Absprache mit dem Betreiber, geschlossen, ebenso das Beachvolleyballfeld und die Boccia-Bahn. Man wolle nicht riskieren, dass es an diesen Orten zu größeren Menschenansammlungen komme, sagt Kraußer. Auch an Regentagen wird es keinen Badebetrieb in Leinburg geben. „Wann ist ein Regentag ein Regentag?“ fragt Gemeinderätin Jutta Helmreich von der SPD irritiert.

Eine genaue Definition bleibt Kraußer zwar schuldig, jedoch solle die Entscheidung über etwaige Schließtage immer möglichst zeitnah auf der Homepage der Gemeinde veröffentlicht werden. Außerdem behält sich die Gemeinde das Recht vor, das Bad jederzeit wieder schließen zu können, sollten sich Besucher nicht an das Hygienekonzept halten. Anders als beispielsweise in der Stadt Altdorf, wo Badegäste ihr Ticket online herunterladen können, wird es in Leinburg keine Reservierung im Internet geben.

Wer zuerst kommt, schwimmt zuerst

„Die ersten 150 Personen, die da sind, kommen rein“, sagt Kraußer, stellt aber gleichzeitig klar: „Sollten sich bereits 148 Menschen im Bad befinden und eine vierköpfige Familie am Eingang eintreffen, darf sie natürlich trotzdem noch geschlossen eintreten. Dafür haben wir die Einlassgrenze ja extra etwas tiefer angesetzt.“

So weit, so durchdacht, so gut. Der Haken: Um das Sicherheits- und Hygienekonzept auch wirklich umsetzen zu können, benötigt die Gemeinde viele freiwillige Helfer. „Pro Schicht brauchen wir vier Personen, die die Situation am Eingang und im Schwimmbecken im Blick haben“, erklärt Peter Dietl (FWG). Der stellvertrende Vorsitzende des Fördervereins Naturbad Weißenbrunn rechnet vor: „In den neun Wochen wollen wir an sechs Tagen (immer von Dienstag bis Sonntag) in jeweils zwei Schichten öffnen. Pro Schicht benötigen wir vier Helfer. Insgesamt kommen wir damit auf 432 Schichten, die wir abdecken müssen.“

Viele Helfer fehlen noch

Stand Montagabend waren jedoch erst 165 Schichten gesichert, über weitere mündliche Zusagen von Personen aus dem Umfeld des Fördervereins wären bis dato gerade einmal 210 Schichten zu bewältigen. „Zu wenig“, stellt Dietl klar und fordert daher alle anwesenden Gemeinderäte auf, eigenständig Werbung auf allen sozialen Kanälen zu betreiben.

Wir zählen dabei auch auf die Hilfe von Bürgern aus den umliegenden Gemeinden wie Winkelhaid oder Städte wie Altdorf. Nur so kann es funktionieren.“ Wie wichtig eine Öffnung des Naturbads für Bürgermeister Thomas Kraußer ist, verdeutlich dessen Angebot, sich selbst „auch mal ein paar Tage hinzustellen und vor Ort selbst mitzuhelfen.“

Ob das Weißenbrunner Naturbad öffnen kann, hängt letztlich von der Hilfsbereitschaft der Bürger ab.

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