Vögel in Herbst und Winter

Füttern ja, aber richtig

Noch besser als Meisenring und Co. ist ein naturbelassener Garten mit einheimischen Stauden. | Foto: Adobe Stock2019/10/NL-Voegel-fuettern.jpeg

NÜRNBERGER LAND. Die ersten Nachtfröste sind da, der Winter sitzt in den Startlöchern und Mensch und Tier stellen sich auf die kalte Jahreszeit ein. Für wild lebende Tiere, so glaubt man, muss das ungleich schwieriger sein, vor allem, wenn es darum geht Nahrung zu finden und in der manchmal grimmigen Kälte zu überleben. Wie kann der Mensch also seinen gefiederten Freunden in Garten, Feld und Flur helfen?

„Vögel, die sich nicht auf in den Süden machen, kann man füttern, wenn man es richtig macht“, sagt der Leiter der Feuchter Regionalgruppe des Landesbundes für Vogelschutz, Bernd Michl.

Und rät ab von großen Futterstellen, von Vogelhäuschen und davon, Futter einfach auf den Boden zu streuen. Große Futterplätze oder Häuschen, in die sie komplett hineinschlupfen können, bergen die Gefahr, dass die Vögelchen auf ihr Futter koten und dann krank machende Nahrung aufnehmen.

Besser Säule als Häuschen

Das lässt sich am besten durch so genannte Futtersäulen vermeiden, die man in verschiedenen Ausführungen in Baumärkten oder im Internet beziehungsweise auch beim Landesbund für Vogelschutz erwerben sind. Manche dieser Säulen haben ein Drahtgeflecht oder kleine Sitzstangen, von wo aus die Piepmätze sich ihre Körner aus den kleinen Öffnungen der Säulen herauspicken können, ohne sie zu verunreinigen.

Für Vogelarten, die am liebsten ihre Haferflocken oder Rosinen vom Boden aufpicken, gibt es ebenfalls Futterschalen mit Draht, damit sich Amsel, Meise und Spatz nicht auf ihre Mahlzeit setzen und sie verdrecken. Generell ist es keine gute Idee, das Futter einfach auf den Boden zu streuen, da es dadurch leicht feucht und schimmlig werden kann. Nicht vergessen – vor allem im Sommer – sollte man auch einen Wassernapf.

Qualität vor Quantität

Gegen diese Art von Fütterung haben Vogelexperten nichts einzuwenden, aber, so betont Michl, noch lieber als Meisenring und Co. ist ihnen ein naturnaher Garten. Einheimische Stauden, die auch nicht gleich im Herbst nach dem Abblühen entfernt werden, bilden einen noch besseren und natürlicheren Mittagstisch für jene Vögel, die in unseren Breiten überwintern.

Ein Problem, das ebenfalls nicht vernachlässigt werden sollte, ist Vogelfutter, das der Handel extrem billig anbietet. Das ist meist mit Füllmaterial wie Sand und Holzmehl oder den hochallergenen Ambrosiasamen gestreckt, was den kleinen Flugkünstlern gar nicht bekommt. Generell gilt daher: Lieber weniger füttern, dabei aber auf Qualität achten.

Diese Regeln gelten übrigens auch für andere Vogelarten wie Stadttauben oder Enten, denen man etwas Gutes tun will, wenn man ihnen Brotkrumen und ähnliches hinwirft. Hiervon rät Michl ebenfalls ab, auch wenn man auf diese Weise kleine Kinder mit den Tierchen vertraut machen kann. Dann doch lieber geeignete Futterstellen im Garten einrichten und zwar nicht erst, wenn der Schnee kommt, denn dann haben die hungrigen Gartenvögel längst die besten Plätze auf dem Grundstück des Nachbarn gefunden.

Ähnlich geht es übrigens auch Igeln. Mehr dazu im Schwesternartikel.

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N-Land Gisa Spandler
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