Teilnahme trotz Corona

PPG bei „Jugend forscht“

So kennt man den naturwissenschaftlichen Abend am PPG: Doch Corona machte ihn in diesem Jahr unmöglich. | Foto: Pitsch2021/02/Jugend-forscht.jpg

HERSBRUCK – Eigentlich ist er der Höhepunkt für die Jungforscher am Paul-Pfinzing-Gymnasium – der naturwissenschaftliche Abend. Er ist ein „Opfer von Corona“, wie es Lehrer Klaus Fröhlich nennt, wie alles, was den Bogen zwischen Schulraum und Leben schaffe. Dennoch sind bei „Jugend forscht“ Schüler dabei.

„Bei Elias Krammer folgte die Anmeldung aus eigenem Antrieb“, erzählt Fröhlich. Der Schüler der Q 12 musste – wie seine Kollegen – eine W- (oder P-)Seminararbeit schreiben. „Und die ist enorm gut geworden“ – passend für den bundesweiten Wettbewerb von Jungforschern. Zumal Krammer wie seine Mitschüler wegen Corona die wissenschaftlichen Arbeiten unter erschwerten Bedingungen erstellen musste. „Für Elias war es kompliziert, an Quellen heranzukommen“, berichtet Fröhlich: geschlossene Uni-Bibliotheken, kaum Ansprechpartner.

Und dennoch fuchste sich der Hersbrucker in die Thematik der Röhrenfahrzeuge hinein: Bewegt sich dieses in einer Röhre, soll der Luftfluss normalerweise von vorne nach hinten gehen, er den Wagen umströmen. „Der Luftdruck ist vorne höher als hinten“, erklärt Fröhlich. Doch unter diversen Abhängigkeiten kann der Luftstrom abreißen. Das untersuchte Krammer unter dem Motto „Hyperloop – die Kantrowitzgrenze im Versuch“. Dazu baute er eine 12 Meter lange Fallröhre sowie Modelle und testete fleißig, so Fröhlich.

Sprechen mit dem PC

Mit den Erkenntnissen daraus nimmt er beim Regionalwettbewerb Anfang März von „Jugend forscht“ teil. „Die Präsentation wird diesmal komplett als Video-Konferenz ablaufen“, blickt Fröhlich voraus. Neben Plakat und Experiment müssten Beleuchtung, die Sichtbarkeit in der Kamera und ein funktionierendes Wlan entsprechend vorbereitet werden. „Das ist sehr viel mehr Aufwand.“ Und dann spreche man nur in einen PC rein – ebenfalls ungewohnt.

Naja, nicht ganz: „Ich habe über Teams Kanäle für die Jugend-forscht- und die ProPhy-Gruppe eingerichtet.“ Absprachen erfolgten online, Dateien wurden hin- und hergeschickt. „Es ist eine Kombination aus digitalem und Zuhause-Arbeiten“, sagt Fröhlich. Über das Engagement der Schüler freut sich auch Direktor Klaus Neunhoeffer: „Es ist stark zu erleben, wie unsere Schüler mit dem Format des Distanzunterrichts umgehen.“

Dazu sei es eine riesige Herausforderung für die Lehrkräfte – „wohl wissend, dass wir im Kosmos Schule zu den Privilegierten gehören“. Doch das alles scheint gut zu klappen, denn das Hersbrucker Gymnasium schickt noch weitere Teilnehmer ins Rennen bei „Jugend forscht“.

„Ich habe Elias Bock, Lonnis Jungkunz und Andrei Buzhyhayen dazu ermutigt und ihnen eine Idee geliefert“, gibt Fröhlich preis. Das Trio sei naturwissenschaftlich sehr interessiert, Buzhyhayen ein echter Technikcrack, aber in der achten Klasse wisse man noch nicht, in welche Richtung man seine Begabung am besten stecke. Die sah Fröhlich bei der „Fahrradbeleuchtung 2.0“.

Buntes Blinken

„Gerade E-Bikes werden in der Dämmerung beim Tempo unterschätzt.“ Das Projekt der Drei könne zur Radsicherheit beitragen und trägt den treffenden Namen „Blinkst du schon oder hebst du noch den Arm?“: Die entwickelte Radlampe kann per Knopfdruck als Blinker genutzt werden. Außerdem zeigt sie per Farbindikator für die anderen Verkehrsteilnehmer an, wie schnell der Radler fahre. Über GPS werde die Geschwindigkeit gemessen, führt Fröhlich aus.

Eigentlich hätten die Jungs das auch beim naturwissenschaftlichen Abend präsentiert. „Wir hatten überlegt, ihn digital durchzuführen, aber das wäre nur ein Notnagel gewesen“, sagt Fröhlich. Technisch, finanziell und personell wäre das nicht stemmbar gewesen; dazu wäre es in Sachen Datenschutz schwierig gewesen, ergänzt Evi Pürner.

Sie musste daher auch auf „Jugend präsentiert“ verzichten: „Der Landeswettbewerb kann in diesem Jahr nicht bei uns stattfinden, aber wir unterstützen die Jury.“ Und zwar bei einem digitalen Format. „Im nächsten Jahr hoffen wir, den Landeswettbewerb wirklich ans PPG holen zu können.“ Dass 2022 auch wieder eine naturwissenschaftliche Woche am Gymnasium möglich ist, dass wünscht sich Fröhlich sehr: „Die Schüler sollen was praktisch machen können, also hands-on und nicht nur digital.“

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