Idee: Elektrisches Bürgerauto für alle

Ökologisches Carsharing im Landkreis?

Ein Elektroauto an einer Ladestation: Vielleicht bald ein gängiges Bild im Nürnberger Land? Die Kreisräte wollen sich mit dem Thema intensiv beschäftigen und ein Konzept zum sogenannten Carsharing von Elektrofahrzeugen prüfen. Foto: fotolia2015/01/fotolia_ladesaeule_elektroauto.jpg

NÜRNBERGER LAND – Nur einen kleinen Spielraum hat der Landkreis im Haushalt bei den freiwilligen Leistungen: Über rund 1,2 Millionen Euro haben die Kreisräte im Ausschuss beraten. Es ist nicht nur ein „Zuckerl“ für Vereine, sondern bietet Spielraum für große Ideen.

Eine dieser Ideen stammt von der kommunalen Allianz „Zukunftsregion Schwarzachtalplus“, einem Zusammenschluss verschiedener Gemeinden der Region. Erich Odörfer, Bürgermeister von Altdorf, hat dazu einen Antrag gestellt: Elektroautos im ländlichen Raum.

Was in großen Städten wie Berlin oder München bereits funktioniert, soll auch im Nürnberger Land zum Trend werden: Carsharing, also die Idee, dass mehrere Nutzer sich ein Auto teilen. Das ist nicht nur ökonomisch sinnvoll, sondern auch ökologisch. Bei dem Vorschlag handelt es sich außerdem um spezielle Fahrzeuge: Elektroautos, die mit grünem Strom betankt werden. Das passt wunderbar ins Umweltkonzept des Landkreises. Und es würde ein Problem lösen, das viele Gemeinden drückt:

Der öffentliche Nahverkehr erreicht nicht alle Dörfer, der Betrieb ist oft zu unwirtschaftlich. Carsharing könnte Abhilfe schaffen, die Nutzer könnten das Auto außerdem dann nutzen, wenn sie es brauchen, sind nicht auf Abfahrtszeiten des öffentlichen Nahverkehrs angewiesen.

Den Neumarkter Gemeinden Berg, Postbauer-Heng, Pyrbaum, ebenfalls Mitglieder der Zukunftsregion Schwarzachtalplus, schwebt Ähnliches vor. Sie sind bereits in Planungen mit der E-Wald GmbH getreten. Das Unternehmen aus dem niederbayerischen Teisnach stellt die Ladestationen und die Fahrzeugflotte zur Verfügung und wirbt auf seiner Internetseite ausdrücklich damit, Elektromobiliät aufs Land zu holen.

Odörfer stellt in seinem Antrag zwei Möglichkeiten zur Realisierung und damit zur Finanzierung vor: Die mittelfränkischen Mitglieder der Zukuftsregion können das Konzept allein auf die Beine stellen und Gesellschafter der E-Wald GmbH werden oder der ganze Landkreis befasst sich mit dem Vorhaben.

Bislang steht die Idee noch am Anfang, der Antrag Odörfers stammt von vergangenem Monat. Dennoch waren sich die Kreisräte im Ausschuss einig, dass im Haushalt 30.000 Euro für das Projekt zur Verfügung gestellt werden sollen. Ob der Vorschlag deswegen auch wirklich realisiert wird, ist dadurch bei Weitem nicht sicher. Die Kreisräte wollen weiter beraten und auch mit örtlichen Firmen sprechen. Schließlich hat man mit der ABL Sursum in Lauf ein Unternehmen, das Ladesäulen für Elektroautos vertreibt und das, mit dem Hintergedanken der regionalen Wirtschaftsförderung, in das Vorhaben mit einbezogen werden könnte.

Die 30.000 Euro für ein Carsharing-Konzept waren bislang nicht im Haushaltsplan vorgesehen, genau wie 5000 Euro für das Tierheim Hersbruck. Außerdem stimmten die Kreisräte über neue Zuschüsse im Haushaltsplan 2015 für weitere Einrichtungen ab: das evangelische Familienhaus in Lauf (11.035 Euro), der DAV Altdorf (1000 Euro), das Tierheim Feucht (20.000 Euro), der Caritasverband im Nürnberger Land (10.000) und die Montessori-FOS (40.000 Euro).

Die Räte empfahlen dem Kreistag einstimmig, dem Haushaltsentwurf für die freiwilligen Leistungen zuzustimmen.

Der Kreistag wird am Montag, 9. Februar, über den Haushalt beraten und abstimmen.

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