Unwetter am Sonntagabend

Zerstörte Kunst- und Gartenträume in Hersbruck

Mit vereinten Kräften stellten die Ellenbacher Feuerwehrleute das Gartenhäuschen, das der Sturm auf die Straße katapultiert hatte, auf. | Foto: K. Bub2019/08/DSC_1108.jpeg

HERSBRUCK (us/ kb) – Das Gewitter vom Sonntagabend hat seine Spuren hinterlassen. In Ellenbach wehte es gleich ein komplettes Gartenhäuschen auf die Straße und auch die Werke von „Kunst im Fluss“ haben gelitten.

Der Pavillon des Kunstmuseums Hersbruck auf der Turnhalleninsel ist in Fetzen, eines der Werke unter abgebrochenen Ästen begraben, ein anderes zerrissen und das von Jeannine Piredda aus Sardinien ganz verschwunden. Die Künstlerin mag mit so etwas gerechnet haben, waren ihre neun kleinen quadratischen Leinwände doch mit den weichen Bindfäden miteinander verknüpft und im Boden verankert, die aus der Schafwolle ihrer heimatlichen Fauna gezwirbelt werden. Jetzt ist ihr Kunstwerk weg. Es hat sich auf die Reise pegnitzabwärts gemacht.

Auf die zarte Skulptur von Nora Matocza aus Weigendorf stürzten große Äste aus der Weide am Ufer. Riccardo Mazzerinis aus mehreren leichten bedruckten Platten „gestricktes“ Werk wurde vom Wind angehoben und verzwirbelt. Der Pavillon des Kunstmuseums, wo man sich Infos holen und den Katalog kaufen konnte, hat nur noch Schrottwert. Schon einmal hatte das Kunstmuseum mit einer Freiluftausstellung Pech: Im Januar 2017 musste „Kunst in der Luft“ über der Prager Straße vorzeitig abgehängt werden, weil Windböen die einen Quadratmeter großen Werke damals gefährlich ins Schwanken brachten.

Fliegendes Haus

Doch nicht nur Kunstwerke hat das Gewitter am Sonntagabend zerstört. In Ellenbach hebelte der Sturm gar ein komplettes Gartenhäuschen aus und lupfte es über die Hecke, so dass es auf dem Dach mitten auf der Straße zum Liegen kam. Ellenbacher Feuerwehrleute stellten das Holzhäuschen wieder auf. Weil das gute Stück aber nicht mehr zu retten war, zerlegten sie es mit der Motorsäge, um die Straße für den Autoverkehr frei zu machen.

Auch andernorts waren die Feuerwehren damit beschäftigt, Sturmschäden zu beseitigen. Meist handelte es sich um umgestürzte Bäume, die beiseite zu schaffen waren. Uwe Holzinger, Kommandant der Hersbrucker Wehr, berichtet von acht Einsätzen am Sonntagabend. Am Bahnhof Hersbruck links der Pegnitz versperrte zum Beispiel ein umgefallener Baum den Weg und auch auf die B14 waren Birken gekracht.

N-Land Hersbrucker Zeitung
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