Wunsch nach Wiederbelebung

Was ist mit dem Trimm-dich-Pfad in Hersbruck?

Sport und Spaß in und mit der Natur: Etliche Hersbrucker setzen sich dafür ein, den Trimm-Dich-Pfad zu reaktivieren. | Foto: J. Ruppert2021/02/redwebBZ1.jpg

HERSBRUCK – An sich hatte Wolfgang Schröpfer nur testen wollen, ob sich noch jemand für den Trimm-Dich-Pfad interessiert. Via Internet hat er nach Gleichgesinnten gesucht. Die Resonanz war toll. Innerhalb weniger Tage hatte seine Facebookgruppe zur Wiederbelebung des Hersbrucker Waldparcours über 200 Interessierte.

Die „Altvorderen“ werden sich noch an die rund drei Kilometer lange Strecke mit Fitnessstationen südlich des Stadtteils Weiher erinnern. Auf Initiative von Sportlehrer Walter Freitag errichtet, galt die Anlage lange Zeit als Vorzeigeprojekt. Bei der Eröffnung im Mai 1971 berichtet HZ-Verleger Eckardt Pfeiffer, dass die Ehrengäste wie zum Beispiel Bürgermeister Hans Endres, Landrat Klaus Hartmann und Forstdirektor Anton Dobmeier den Trimm-Dich-Pfad mit zwei Schulklassen im Laufschritt absolvierten.

Die „Waldattraktionen“ reichten von Flanke über ein Hindernis, Klimmzüge, Weitsprung über Bauchmuskeltraining und Ringe-Turnen bis zu Sprüngen auf Baumstümpfe, Armkraft mit kleinen Stämmen und Balancieren über einen liegenden Baumstamm. Herausforderung pur waren etwa 80 hölzerne Stufen.

Verfall in den 90ern

Bis auf die Wege ist das alles Geschichte. Der Pfad verfiel schon in den 1990ern. Die restlichen Geräte, Treppe und Schilder wurden vor ein paar Jahren entfernt. Die Natur hat sich die freien Stellen, auf denen die Übungen standen, inzwischen zurückgeholt.

Wolfgang Schröpfer möchte nun das Fitnessstudio unter freiem Himmel wiederaufleben lassen. „Es ist leicht vorstellbar, dass eine große Zahl Hersbrucker froh wäre, wenn es wieder eine ähnliche Sportmöglichkeit geben würde“, schreibt er der HZ und schlägt einen runden Tisch zur Verwirklichung des Gedankens vor.

Neben bewegungsfreudigen Bürgern möchte die Facebookgruppe auch örtliche Vereine ansprechen und einbinden. Schließlich wäre ein Trimm-Dich-Pfad keine Konkurrenz zu den Angeboten der Klubs, sondern eine Art Ergänzung oder Alternative. Dies zeigt sich besonders in Corona-Zeiten, wo nur mehr Individualsport erlaubt ist. Ebenso soll auf die politischen Entscheidungsträger zugegangen werden. Nichts unterschieben, vielmehr offen miteinander reden, lautet die Devise.

„Ein neuer Parcours muss nicht zwingend an der alten Stelle (bei Weiher) entstehen“, ist Wolfgang Schröpfer von Anfang an ergebnisoffen für alle Ideen. Ein Vorschlag wäre die Erzgrube zwischen Großviehberg und Kühnhofen oder Richtung Kleedorf. Solche Vorschläge müssen selbstverständlich mit dem Umwelt- und Wasserschutz vereinbar sein.


Funktionales Training

Auch in puncto Stationen möchte die Facebookgruppe ein loses Konzept erstellen und als Diskussionsgrundlage vorstellen. Zwei Fachleute, darunter ein Physiotherapeut, würden Übungen auf ihre gesundheitliche Geeignetheit und den Erlebniswert hin überprüfen. „Funktionales Training“ heißt das im Fachjargon. Schließlich soll sich keiner „das Kreuz ruinieren“.

Bei 15 bis 20 Trainingsmöglichkeiten rechnen die Initiatoren mit Kosten bis zu 20 000 Euro. Nicht überall müssen Geräte aus Holz und Edelstahl stehen. Manchmal reichen Schilder mit Anleitungen. Derzeit ist Yoga in und nicht jeder kennt „Krieger“ oder „Dreieck“. Den Initiatoren schweben ein breit gefächertes Fitnessangebot und spielerische Aktivitäten für jedermann vor. Selbst für Hunde kann etwas dabei sein: etwa ein hohler Baum zum Durchkrabbeln. Für die Ausgaben wollen die Trimm-Dich-Pfad-Fans Sponsoren gewínnen.

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