Vorplanungen laufen

Wann kommt der Radschnellweg von Lauf nach Nürnberg?

Das Nürnberger Land ist als "fahrradfreundliche Kommune" bereits ausgezeichnet und will damit auch Touristen auf zwei Rädern in den Landkreis locken. | Foto: Florian Trykowski2020/09/radwege-Radwegekonzept-nurnberger-land-Radverkehr_17T4-symbolfo.jpg

NÜRNBERGER LAND – Die Strecke Lauf-Nürnberg könnte zu einem Radschnellweg ausgebaut werden. Landratsamt, anliegende Kommunen und Staatliches Bauamt haben ein Büro mit der Vorplanung beauftragt. „Radschnellwege ermöglichen ein zügiges, störungsarmes Fahren und könnten ein weiteres Argument sein, auf das Auto zu verzichten, so das Landratsamt in einer Mitteilung.

2017 bescheinigte eine Machbarkeitsstudie der Strecke von Lauf nach Nürnberg ein hohes Fahrradpendlerpotenzial. Die Studie untersuchte, ob ein sogenannter Radschnellweg – ein neues Wegeformat – hier umzusetzen sei. „Radschnellwege haben ein in Bayern bisher unerreicht gutes
Ausbauniveau und ermöglichen Radfahrenden ein zügiges Fahren ohne unnötige Verzögerungen, also Schnelligkeit durch sowohl ein hohes Tempo als auch wenige Abbremsungen“, heißt es in der Mitteilung der Behörde weiter.

Radschnellweg in Teilabschnitten

In anderen Teilen Deutschlands wurden jüngst einige Radschnellwege gebaut, die die hohen Erwartungen bezüglich der Nutzungszahlen erfüllen und wo sich das Fahrrad als echte Konkurrenz zum Auto auf täglich gefahrenen Wegen etablieren konnte. Die Studie kam zu dem Schluss, dass sich ein Ausbau der Strecke zwischen Lauf und Nürnberg lohnen wird – auch wenn der Standard eines Radschnellweges nur in gewissen Teilabschnitten umsetzbar ist. In den Ortsdurchfahrten von Rückersdorf und Behringersdorf lassen sich die für einen Radschnellweg geforderten Breiten aller Voraussicht nach nicht realisieren.

Landrat Armin Kroder, Schwaigs Bürgermeister Thomas Wittmann, Rückersdorfs Bürgermeister Johannes Ballas, Laufs Bürgermeister Thomas Lang, Planer Schmidt und Radverkehrsbeauftragte Verena Loibl betrachten den Streckenplan. | Foto: Bitzigeio/LRA2022/03/Kroder_Ballas_Lang_Wittmann_Schmidt_Loibl_by_Bitzigeio-scaled.jpeg

Vorplanungen laufen

Das Landratsamt, die anliegenden Kommunen und das Staatliche Bauamt beschlossen, die Strecke gemeinsam im Rahmen einer Vorplanung genauer zu untersuchen. Ein erfahrenes Ingenieurbüro soll verschiedene Streckenführungen prüfen und innovative Lösungen für Problemlagen vorschlagen. Das Pfaffenhofener Büro WipflerPLAN mit Niederlassung in Lauf plant aktuell den Radschnellweg München – Garching. Damit ist nun ein einschlägig erfahrener Partner mit Kenntnis der lokalen Situation gefunden, der Vertrag ist unterzeichnet. Das Landratsamt koordiniert die Vorplanung, die in enger Abstimmung mit allen Baulastträgern, den Kommunen Lauf, Rückersdorf und Schwaig, sowie dem Staatlichen Bauamt in Nürnberg erfolgen wird.

Das Projekt trägt den Titel „Radschnellverbindung“ und steht unter dem Motto „Sicherheit durchgängig – Schnelligkeit wo möglich“. Das Radeln kann von Gefahren und Konflikten befreit und damit nicht nur schneller, sondern auch angenehmer gemacht werden. Dies wird viele Menschen auf das Fahrrad holen, die es unter den bisherigen Gegebenheiten nicht gerne nutzen. In den Ortskernen kommt das Projekt auch den Fugängern zu Gute, mit denen sich oft der Radverkehr den Platz teilt. Letztendlich kommt auch beim KFZ-Verkehr und den Anwohnern eine Entlastung an, denn jedes Fahrrad mehr auf der Strecke bedeutet ein Auto weniger auf der B14.

Fahrradfreundlichkeit an erster Stelle

Unsere Leitlinie ist die Fahrradfreundlichkeit. Zwischen Ist-Zustand und Radschnellweg liegen hier aus Radfahrsicht viele Abstufungen, jede Annäherung an die Standards des Radschnellwegs wird sich positiv bemerkbar machen. Wir können nicht überall den Königsweg gehen, wollen aber für diese wichtige Verbindung im Landkreis die vorhandenen Chancen aus fachplanerischer Sicht entwickeln lassen“, erläutert Verena Loibl, die Radverkehrsbeauftragte des Landkreises.

Landrat Armin Kroder fasst zusammen: „Wir haben mehr als nur eine schnelle Verbindung im Auge. Wir wollen genau hinschauen und alle Möglichkeiten auf dieser Strecke prüfen, die den Radverkehr
voranbringen. Das ist unser gemeinsames Ziel. Von einer achtsamen und modernen Radverkehrsplanung profitieren aber am Ende alle, die am Verkehr teilnehmen, und die Ortskerne insgesamt.“

Die Untersuchungen werden sich über das nächste halbe Jahr erstrecken. Als Ergebnis wird eine Trassenführung vorgestellt, die sich am besten für eine Umsetzung eignet.

Quelle: Landratsamt

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