Deftiges Bier und lockere Sprüche

Kabarettistin Maria Peschek sorgte mit ihren Gags für viele Lachsalven in Röthenbach2010/03/20100314_starkbierfestpeschekssgroe_big.jpg

RÖTHENBACH – Auch wenn sie sich dieses Mal nicht als bayerische »Ratsch’n» mit Kleiderschürze präsentierte, konnte Maria Peschek im bis zum letzten Platz gefüllten Saal des Schützenhauses der SSG 1898 Röthenbach absolut überzeugen. Die Kabarettpreisträgerin der Stadt München 2009 verließ bekannte Pfade und ging neue Wege – sehr zur Freude des Publikums beim Starkbierfest der Schützen. Der süffige Gerstensaft, die guten Speisen und die familiäre Atmosphäre rundeten einen rundum gelungenen Abend ab.

Bereits zum dritten Mal hatte die SSG 1898 Röthenbach ihr Starkbierfest organisiert. Es hat sich bereits herumgesprochen: Hier wird vorzügliche Kost für Körper und Geist geboten, denn auch diesmal war die Veranstaltung schnell ausverkauft. »Und das ohne Plakat-Werbung, also nur durch Mundpropaganda», freut sich Ruth Göttlinger vom Vorstand der Schützengesellschaft und ist darauf zu Recht besonders stolz.

Den Bieranstich zu Beginn der Veranstaltung führt äußerst gekonnt Röthenbachs zweiter Bürgermeister Dieter Quast mit Unterstützung von Gerhard Geuder, dem zweiten Schützenmeister der SSG, und Friedrich Weber von der Brauerei Simon in Lauf durch. Mit launigen Sprüchen zum Bockbier stimmt der Bürgermeister die Besucher auf den Abend ein.

So ganz kann Maria Peschek ihre Paraderolle als Paula Pirschl dann doch nicht hinter sich lassen und zieht gleich zu Beginn ihres Auftritts kurz die Kleiderschürze an. Über die gut gemeinte Wärmedecke oder die sprechende Waage weiß die Peschek genauso zu berichten, wie vom Diätkochbuch. Ihre gekonnt gesetzten Pointen verursachen beim Publikum zunächst noch etwas zögerlich, dann aber immer öfter eine Lachsalve nach der anderen.

Ohne Schürze geht es weiter. Publikum und Peschek kommen immer mehr in Schwung. Sie erzählt Geschichten aus dem Leben, in denen sich viele Besucher wiedererkennen: Der neue PC mit Internetanschluss wird installiert, der Hausfrieden ist gestört und im Hof hört Maria noch ihren Mann toben: »Fahr doch endlich hoch – du Sau!»

Dann geht es ums Altern: Der Fotograf ist schuld, wenn wir auf Bildern so alt aussehen, deshalb fotografieren wir lieber wieder mit Selbstauslöser, »da hamma besser ausgseh‘n», meint die Peschek. Und auch das Gedächtnis lässt nach: »Na der Ding, wie heißt denn der Ding nochmal …?» Ein Vorteil des Alterns ist dagegen die angestaute Altersweisheit, die in Sprüchen wie »Wer barfuß geht, den drückt kein Schuh» nach außen dringt. Und auch das Internet hat sich letztlich rentiert, denn ihr Mann hat 40 Lippenstifte ersteigert und sie malt sich jetzt jeden Tag anders an.

Maria Peschek ist nicht nur überaus komisch, ihr Vortrag zeugt auch von Herz und Verstand, was manche Besucher zu Kommentaren wie »Do moast ja richtig zuhorchn» oder »interessant is dess scho» veranlasst.

Malerei als Höhepunkt

Ein Höhepunkt ist das gemeinsame »Malerlebnis» zum Schluss. Auf Zuruf bringt Maria Peschek Gedanken der Besucher in Form und Farbe auf Papier. Uns so entsteht ein Gemälde, das später von Mike (Maria Peschek im Rocker-Outfit) im Publikum für einen guten Zweck versteigert wird. Für 30 Euro ersteht die Brauerei am Ende das Bild.

Übrigens: Im nächsten Jahr hat sich schon Lokalmatador Bernd Regenauer als Gast im Schützenhaus angemeldet – bestimmt wird auch das wieder eine lohnenswerte Veranstaltung.

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