Ganz Haunritz hofft auf Renovierung

Papiermühle sucht Retter

Gitter zäunen die alte Papiermühle in Haunritz ein. | Foto: oh2016/10/papiermuehle.jpg

HAUNRITZ – Sie steht am prämierten Dorfplatz, ist der Ursprung des Dorfs – und dem Verfall Preis gegeben: Die alte Papiermühle in Haunritz. Um das Kleinod zu retten, hat die Dorfgemeinschaft das Bayerische Fernsehen in den Ort geholt. Der zeigt am Sonntag, 9. Oktober, ab 17.45 Uhr in der Frankenschau die Reportage „Lust oder Last: Leben im Denkmal“.

„Wir haben uns stark gemacht und das Fernsehen hergeholt, damit es die Werbetrommel für das Gebäude rührt“, erklärt Wirt Rainer Mayer. Dieses Haus mit seinem malerischen Fachwerk im Herzen des Ortskerns gehört einem älteren Herrn, der die Papiermühle geerbt hatte und im Osten wohnt, weiß Mayer. Und er hat wohl Interesse, das denkmalgeschützte Anwesen zu verkaufen, so Mayer.

Doch wer traut sich an das scheinbar stark verfallene, mit Gittern abgesperrte Gebäude ran? Mayer, der für den Dreh des BR in alten Fotoalben und Geschichtsbüchern gestöbert hat, erzählt, dass die Mühle bis nach dem Krieg in Betrieb war. Bereits unter dem Vorbesitzer war das Haus teils unbewohnt, seit etwa 25 Jahren steht es komplett leer.

Aber genau darin liegt die Chance, meint Heimatpflegerin Gabriele Leonie Bräutigam: „Im Gebäude ist nichts drin, was erhalten werden muss. Es geht in erster Linie um das charakteristische Fachwerk.“ Auch wenn das schlimm aussieht, die Substanz ist besser als man ahnt, wurde bei der Begehung mit einem Statiker festgestellt. „Der Dachstuhl ist in einem erstaunlich guten Zustand“, so Bräutigam.

Dennoch wird das Denkmalamt auf Grundlage einer Instandsetzungsverfügung in absehbarer Zeit eine Notsicherung durchführen müssen, wenn sich kein engagierter Käufer findet, gibt Bräutigam einen Einblick ins Prozedere. Sie hat von der Denkmalpflege auch gehört, dass diese Haunritz für „ein superschönes Dorf“ hält, das „so erhalten werden muss“. Dessen und der Bedeutung der Mühle als treibende Kraft für die Ortsentwicklung am Högenbach sind sich Mayer und die Dorfgemeinschaft bewusst.

Daher hoffen sie nun auf den Beitrag des BR. Dieser hat zudem im Haunritzer Schloss gedreht, das bereits größtenteils renoviert ist. „Damit soll gezeigt werden, dass so etwas möglich ist“, sagt Mayer. Und zwar nicht nur für den Privatmann, auch für die Kommune. Denn Fördertöpfe gibt es zuhauf.

Aber Mayer vermutet, dass sich die Gemeinde Weigendorf das Objekt nicht leisten kann. Leider. Denn von so einem renovierten Schmuckstück im Ortszentrum würden viele profitieren – die Gemeinde, der Tourismus, die Anwohner und die Besitzer.

Nichts Neues verpassen! - Newsletter abonnieren