Brauerei Bub feiert 400-Jähriges

Jubiläumsbier zum Kärwa-Auftakt

Stießen nach dem Fassanschlagen gemeinsam auf eine gelungene Kirchweih an: v.l. SPD-Bürgermeisterkandidat Manfred Räbel, Michael und Stefan Bub, Brauereichefin Cornelia Bub, Braumeister Volker Nossol und Bürgermeister Joachim Lang. | Foto: Blinten2017/06/Kirchweih-Leinburg.jpg

LEINBURG – Das war ein in vielerlei Hinsicht denkwürdiger Kärwa-Auftakt in Leinburg: 400 Jahre ist es her, dass an der Braustätte im Leinburger Ortszentrum erstmals Bier gebraut wurde, Anlass für ein großes Jubiläum in der Brauerei Bub. Deren Braumeister Volker Nossol kredenzt dazu ein Jubiläums-Bier vom Feinsten. Ein Fass stand zum Anschlagen bereit. Zum Hammer griff der Bürgermeisterkandidat der SPD, während der amtierende Rathauschef beim Anzapfen assistierte. Und dann war da noch die Sache mit dem Baum.

Der Kirchweihbaum verweigerte dieses Jahr einfach das Aufstellen und brach kurzerhand entzwei, so dass die Kärwa-Burschen einen Tag später nacharbeiten mussten. Klingt nach großem Pech, die Kirchweih-Burschen nahmen  es aber gelassen. Geht ja auch nicht anders.

So sieht das auch SPD-Bürgermeisterkandidat Manfred Räbel, der viele Jahre lang selbst als Kirchweih-Bursche dabei war, wenn es hieß: Raus in den Wald, eine große Fichte aussuchen, umlegen und zum Aufstellen in den Ort fahren. Heutzutage ist Räbel nur noch als Zuschauer dabei, der aber hin und wieder ein paar nützliche Tipps für die Kärwa-Burschen parat hat. Sein Sohn Michael, jetzt 25 Jahre alt, macht den Spaß nun schon seit zehn Jahren mit und hält damit in der Familie eine Tradition aufrecht. Schon Manfred Räbels Vater hat in Leinburg den Kärwa-Baum mit aufgestellt.

Senior-Kärwa-Bursche

Da war es also für Bürgermeister Jochen Lang überhaupt kein Problem, als es darum ging, wer in Wahlkampfzeiten, so kurz vor der Bürgermeisterwahl, das symbolträchtige Fassanschlagen im Brauereihof Bub übernimmt. „Das macht der Manfred Räbel als Leinburger Senior-Kärwabursche“, so Lang auf Nachfrage des Boten, dessen Berichterstatter kurz zuvor erfahren hatte, es gebe „politische Querelen“ darum, wer denn nun das Fass anschlagen könne. Davon konnte dann keine Rede sein. Lang nahm es sportlich und überließ seinem Konkurrenten im Wahlkampf den Hammer. Neunmal hat der Amtierende in seiner Amtszeit das Fass angeschlagen, zweimal übernahm das in den vergangenen Jahren Manfred Räbel, als Lang zu Pfingsten in Urlaub war. 9:2 – da war Lang gerne großzügig. Bei Räbels drittem Schlag lief dann das Jubiläumsbier aus dem Zapfhahn, die Kärwa war eröffnet.
Seit einigen Jahren gehört zum Kirchweihstart in Leinburg der von der Ski-Abteilung des TV Leinburg organisierte Kärwa-Lauf dazu.

Mit-Organisatorin Angela Gruber lobte heuer die guten Laufstrecken, die nicht, wie im vergangenen Jahr, von Forstarbeiten beeinträchtigt waren. Sie dankte der Brauerei-Familie Bub für deren Unterstützung, ebenso wie der Gemeinde, der Wasserwacht Weißenbrunn, die sich um Verletzte kümmerte, und der Leinburger Feuerwehr.

Glück mit dem Wetter

Die Läufer hatten ebenso wie die Kärwa-Besucher großes Glück. Während es nur wenige Kilometer weiter, etwa in Feucht, Burgthann und Altdorf am Samstagnachmittag stark regnete, blieb die Leinburger Gegend von den Gewitterschauern verschont, so dass die Gäste zur Musik von „Baglin“ noch bis in den späten Abend zusammen sitzen konnten. Der große Regen kam dann erst in der Nacht.

Sonntag und Montag wurde im Brauereihof weiter gefeiert, mit „BenRay“, „My Tie“, den „Mittelhufboum“ und der „Silberband“. Heute spielen ab 19 Uhr die „Allrounds“.

Kirchweih haben die Leinburger vor 400 Jahren auch schon gefeiert, im Jahr 1617, wenige Monate vor Beginn des 30-jährigen Kriegs. Und Bier getrunken haben sie damals ganz bestimmt ebenfalls. Über die Jahrzehnte und Jahrhunderte dann haben sie sich das Bier aus ihrer Brauerei, im Zentrum ihres Orts, schmecken lassen. Selbst in Notzeiten, während des 1. Und 2. Weltkriegs gab es ein Bier aus den Sudkesseln der Brauerei Bub, ein Dünnbier zwar, aber besser als gar nichts.

Viel investiert

Die Brautradition jedenfalls wird bei Bub fortgesetzt. Die Familie hat viel in modernste Brauerei-Technik investiert, Braumeister Volker Nossol knüpft an das Können seines Vorgängers Ernst Koller an und Stefan Bub studiert Brauereiwesen in Weihenstephan, ein Junior-Chef mit Fachwissen also. Sein jüngerer Bruder Michael bring seine EDV-Fachkenntnisse als Informatiker in das Unternehmen ein.

Im Brauereihof von Bub wird man sicher noch über viele Jahre den örtlichen Kärwa-Auftakt feiern.

N-Land Alex Blinten
Alex Blinten