Gewerbegebiet bleibt für Lauf interessant

Naturschützer wollen weiter für Bannwald kämpfen

Etwa acht Hektar Wald hätten gerodet werden müssen, wenn es bei dem geplanten Standort nahe des Letten geblieben wäre. | Foto: Fischer/PZ-Archiv2021/10/gewerbegebiet-lauf-letten-fi-neu.jpg

Lauf – „Wir werden dranbleiben“, sagt Anita Bitterlich vom Laufer Bund Naturschutz. Denn für sie ist klar: Das E-Mobility-Unternehmen ABL wird seinen neuen Firmensitz zwar nicht an der Straße von Lauf nach Diepersdorf bauen (die Pegnitz-Zeitung berichtete), aber der Bannwald dort ist noch immer gefährdet. „Wir sehen es kritisch, dass diese Fläche nicht aus den Planungen verschwindet“, so Bitterlich.


Thomas Lang, der Laufer Bürgermeister, hatte sich in einer Pressemitteilung des Unternehmens am Dienstag auch im Hinblick auf die Zukunft des Waldstücks nahe der Autobahnausfahrt Lauf-Süd zitieren lassen: Man wolle es „für eine zukünftige Nutzung weiterentwickeln“. Auf PZ-Nachfrage bestätigte Lang: Es kommt weiterhin für ein Gewerbegebiet in Frage. Zunächst jedoch muss erst einmal die beabsichtigte Eingemeindung von der Regierung von Mittelfranken genehmigt werden.


Bitterlich fordert von der Stadt ein Flächenkonzept, ehe neue Gebiete ausgewiesen werden: „Es geht nicht, dass in der Region alle fünf Jahre wieder ein neues Stück Bannwald abgeknabbert wird.“


„Muss Lauf immer größer werden?“


Ähnlich sieht das Martin Völker von der Bürgerinitiative Bannwald Lauf: „Man muss die These des Dauerwachstums in Frage stellen. Muss eine Stadt wie Lauf wirklich immer größer werden?“ Für ihn macht es keinen Unterschied, ob Bäume für eine alteingesessene Firma oder ein Unternehmen gefällt werden, das sich neu ansiedeln möchte: „Es gibt keine gute oder schlechte Bannwaldrodung“.


Beide, Völker wie Bitterlich, betonen, dass es mitnichten um „Steckerleswald“ gehe. Das insgesamt zehn Hektar große Areal – rund acht Hektar davon hätten den jetzt verworfenen Plänen zufolge gerodet werden müssen – sei „ökologisch hochwertig“. Das habe inzwischen das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten bestätigt.


Von Aufatmen noch keine Spur auch im nahe gelegenen Waldgasthof Letten: „Das Problem besteht ja weiterhin“, sagt Michael Wittmann, der Geschäftsführer. Er hofft nun, dass die Regierung der Eingemeindung nicht zustimmt. Für ABL freilich sei der Kompromiss „doch eine gute Lösung“.


Auch Bitterlich vom Bund Naturschutz freut sich, dass das Unternehmen „etwas gefunden hat“. Dass es am Ende nicht Lauf wurde, dass die Standorte nun geteilt werden, mag auch am Protest gegen die geplante Rodung gelegen haben, meint sie: „Ich denke, ABL hat gesehen, dass eine Erweiterung auf dieser Fläche doch länger dauern würde als geplant.“

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