Leben im Kunigundenbiergarten

Der neue Laufer „Bergwirt“ Jürgen Eichenmüller prostet seinen künftigen Gästen im Biergarten auf dem Kunigundenberg zu. Foto: Fischer2012/05/44068_eichenmuellerbiergarten2_New_1338019264.jpg

LAUF — Seit Herbst letzten Jahres ist die Gaststätte auf dem Laufer Kunigundenberg verwaist. Jetzt ist wenigstens im Biergarten auf dem Hausberg der Stadt wieder Leben eingekehrt. Jürgen Eichenmüller, ein Laufer, der als Kind „selbst bei den Kunigundenfest-Aufführungen am Reigenplatz die Fahnen schwang“, betreibt künftig als Pächter die „Gartenwirtschaft“ mit seinem Team. Und er will als Bergwirt auch die fünf Kunigundenfesttage vom 29. Juni bis 3. Juli stemmen.

Dabei möchte er alles Bewährte, von den Ständen, übers Karussell bis zur Musik, erhalten, aber auch auf ein paar neue Attraktionen setzten, wie er sagt. Und er glaubt an eine gute Zusammenarbeit mit dem Laufer Musiker Martin Meinzer, der ursprünglich von der Stadt Lauf als Ausrichter der Kunigundenfestfeiern 2012 auf dem Berg auserkoren war.

Im Rathaus ist man deshalb ob des neuen Biergartenbetreibers auch hin und her gerissen. Zwischen der Freude darüber, dass der Biergarten wieder bewirtschaftet wird, noch dazu von einem Laufer, der ein Beziehung zum Kunigundenberg hat, und den Sorgen, die die Stadt seit Jahren mit der Gastronomie auf dem Berg hat. Mit wechselnden Pächtern in der Wirtschaft und mit dem Besitzer, dem Investor Zinnbauer, der die Gastwirtschaft in Erbpacht erworben hat und sie vor Jahren mit Umbauten in das K3 umwandelte.

Derzeit versucht die Stadt Lauf auf gerichtlichem Weg, das Gasthaus wieder in ihre eigenen Hände zu bekommen. Vor diesem Hintergrund und weil der letzte Wirt den Berg ja schon im Herbst verlassen hat, hing man bei der Stadt in der Luft, was die Ausrichtung des Kunigundenfestes 2012 anging. Im März beauftragte man deshalb Martin Meinzer damit.

In der Zwischenzeit allerdings fanden sich mit Tom Bauer und Jochen Sommer zwei neue Pächter für den Biergarten, den sie dann vor ein paar Wochen an den 43-jährigen Jürgen Eichenmüller als Betreiber weiterverpachteten.

Und dieser hat seither mit verschiedenen Referaten bei der Stadt und dem Landratsamt auch „viele gute Gespräche“ geführt, wie er sagt, um den Garten ab heute, Pfingstsamstag, auch wirklich ganz offiziell eröffnen zu können. Neben seiner Leidenschaft zum Kunigundenberg bringt der studierte Diplom-Braumeister eine ganze Menge Erfahrung als Gastronom mit. Zuletzt betrieb er mit Freunden den sogenannten „Balkon“, die Terrasse am Nürnberger Handwerkerhof. Seit Jahren ist er als Botschafter fränkischer Braukunst auch mit Bierständen auf Messen unterwegs.

Über seine Heimatstadt Lauf hinaus bekannt geworden ist Eichenmüller als Drummer der Band „Waikiki-Beach-Bombers“, mit er noch immer vier- bis fünfmal im Monat unterwegs ist, sowie aktuell auch als Percussionist bei der Akustik-Band „La Boum“.

Public-Viewing zur EM

Den Biergarten auf dem Kunigundenberg betrachtet der neue Wirt nicht als Herausforderung, sondern als Aufgabe, die er unter anderem im Team mit Petra (Buba) Klein oder Suzi Krämer aus Schlosskeller- und Brazil-Zeiten stemmen will. „Dieser herrliche Biergarten muss einfach wiederTreffpunkt für Laufer und Auswärtige werden“, sagt er. Mit persönlicher Ansprache, mit Leidenschaft, mit einem guten Angebot und besonderen Aktionen wie einem Public Viewing schon zur Fußball-Europameisterschaft.

In Kooperation mit der Brauerei Simon hat Eichenmüller aktuell auch Kontakte zu acht fränkischen Kleinbrauerein geknüpft, deren Bier er im wöchentlichen Wechsel ausschenken will. Geöffnet hat der Biergarten täglich ab 16 Uhr, an den Wochenendenschon früher.

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