Spezialmaschine arbeitet an Förrenbacher Steillagen

Seilbagger ist im Wald am Werk

Bürgermeister Bernd Bogner, Forst-Revierleiter Tobias Vorwieger und Forst-Unternehmer Jonas Stielper schauten sich das Wald-Auslichten mit dem Seilbagger an. Foto: J. Ruppert2014/12/5_2_1_2_20141223_WALD.jpg

FÖRRENBACH – Mit einer intelligenten Lösung schlägt Tobias Vorwieger steilen Hängen ein Schnippchen. Der Albachtaler Revierförster lässt zum bodenschonenden Auslichten des Baumbestands oberhalb von Förrenbach ein Spezialgerät einsetzen. „Dadurch schaffen wir für künftige Generationen einen Mischwald“, sagte Happurgs Bürgermeister Bernd Bogner.

Die Maßnahme war im Gemeinderat vorgestellt worden und hatte ein einstimmiges Okay bekommen (wir berichteten). Als ersten Arbeitsschritt an den Förrenbacher Steillagen ließ Vorwieger die ausgesuchten Bäume mit der Motorsäge fällen. Oben am Berg wurde dann in der Falllinie ein Seilbagger in Stellung gebracht. Der Clou am Fahrzeug: die am Baggerarm befestigte Winde. Auf diese Weise ist es möglich, die Hölzer hoch zu ziehen, ohne dass sie sich im Gelände verkeilen. „Das Seil am Bagger hat eine Reichweite von mindestens 150 Metern Länge. Damit ist er für die kurzen Hänge im Albachtaler Gemeindebereich bestens geeignet“, so Vorwieger.

Nach dem Heraufholen wurden die Stämme mit der Greifzange für den Holzrücker abgelegt und von diesem für den Abtransport zum nächsten Forstweg gebracht. Eine Vollerntemaschine wie etwa ein Harvester würde entweder auf den Hängen nicht vorwärts kommen oder Flurschäden verursachen. Der Seilbagger ist teurer als herkömmliche Methoden. Derzeit ist aber der Holzpreis so hoch, dass sich das Verfahren für das Gemeindesäckel sogar rechnet. Der Verkauf geschieht über die Forstbetriebsgemeinschaft und in Zusammenarbeit mit der bayerischen Forstverwaltung.

Der Hauptgrund für das Auslichten liegt aber ganz woanders. Die Wälder wie die etwa drei Hektar rund um Förrenbach dienen als Schutz gegen Hangrutsch. Dank des Aussamens der großen Bäume erwartet Vorwieger nach dem Bau eines Zauns eine natürliche Verjüngung des Bestands. Neben Fichten sollen zum Beispiel auch Tannen wachsen, weil sie weniger anfällig für Borkenkäfer sind und durch ihre Pfahlwurzeln stabil stehen. Dazu kommen Ahorn und Buche. Falls beim Hochziehen der Stämme der Boden aufgebrochen ist, finden Kiefern auf dem Mineralboden den passenden Untergrund. Wer Interesse am Einsatz des Seilbaggers hat, kann sich an die Forstbetriebsgemeinschaft oder an Revierleiter Vorwieger beim Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Hersbruck wenden.

N-Land Jürgen Ruppert
Jürgen Ruppert