Thomas Sabo weiht seine Firmenzentrale ein

Schmuckstück für Lauf

Die Eröffnungsgäste versammeln sich im Atrium.2016/04/DSC0127.jpg

LAUF — Die Marke Thomas Sabo strahlt künftig noch heller von Lauf aus in alle Welt: Nach fast 30 Jahren an verschiedenen Standorten hat der international erfolgreiche Schmuck- und Uhrenhersteller seine Aktivitäten gebündelt und in der Silberstraße seine neue Firmenzentrale bezogen. Von dem mit Außenflächen 33000 Quadratmeter großen Headquarter im Industriegebiet an der A 9 aus koordiniert das Unternehmen ab sofort sein Engagement in 78 Ländern.

Das Unternehmen hat mit dem 40 Millionen Euro teuren Neubau seiner Firmenzentrale seine vier bisherigen Standorte in Lauf sowie die bislang für Kreation und Merchandising zuständige Niederlassung in Frankfurt unter einem Dach zusammengefasst. Acht Mitarbeiter, darunter die langjährige Kreativdirektorin Susanne Kölbli, wechselten vor der Metropole am Main nach Lauf, wo nun 490 Mitarbeiter beschäftigt sind. Weitere 1300 Mitarbeiter sind für das Unternehmen Thomas Sabo in 20 eigenen Ländergesellschaften tätig.

Der Firmensitz sei ein „Meilenstein“ in der Firmengeschichte und ein „klares Bekenntnis zur Metropolregion und zu Lauf“, betonte Firmengründer Thomas Sabo bei der Einweihung vor rund 220 Gästen aus Politik und Wirtschaft. Man müsse heute als Unternehmen auf die „Power einer Zentrale“ zurückgreifen können. Die Dezentralität der letzten Jahre habe die Kommunikation oft erschwert. „Ich freue mich darauf, jetzt alle Mitarbeiter nach und nach kennenzulernen“, so Sabo im Gespräch mit Wolfgang Gastner, Pressesprecher der Nürnberger Ice Tigers, der die Veranstaltung moderierte. Der Schmuck- und Uhrenhersteller ist seit mehreren Jahren alleiniger Hauptsponsor des erfolgreichen Nürnberger Vereins.

Der Umzug der Mitarbeiter in die neue Firmenzentrale zog sich über ein halbes Jahr hin, vor allem, weil die nun teilautomatisierte Kommissionierung der Schmuckteile im ebenfalls neuen Logistikzentrum erst in Gang kommen musste, wie Finanzchef Gunnar Binder den Gästen beim Rundgang berichtete. Gefertigt werden die Schmuckstücke allesamt in Thailand und landen dann per Flieger in Nürnberg. Im Logistikzentrum in Lauf werden die Aufträge bearbeitet, verpackt und dann wiederum an Vertriebspartner und Endkunden in aller Welt verschickt. Nachdem die Anlaufschwierigkeiten mit der neuen Technik beseitigt waren, konnten Ende März die letzten der 490 Mitarbeiter ihre Arbeitsplätze in der neuen Firmenzentrale beziehen. Diese wurde vom Architekturbüro JB Architekten aus Nürnberg mit regionalen Partnern geplant und umgesetzt.

Ein Gang verbindet die beiden architektonisch harmonisch aufeinander abgestimmten Gebäudeteile von Verwaltung und Logistik miteinander. Gestalterisch gibt sich der Neubau der neuen Firmenzentrale schlicht und edel. Schon von weitem ist der geschwungene Schriftzug „Thomas Sabo“ auf der mit Glaselementen verblendeten Fassade zu erkennen. Ein paar Meter entfernt ist auf dem Gelände ein Outlet-Shop im Thomas-Sabo-Design entstanden, in dem ältere Kollektionen zu günstigeren Preisen angeboten werden. Kernstück der neuen Firmenzentrale aber ist ein drei Stockwerke hohes Atrium, auf das die Verwaltungsmitarbeiter von ihren Büros aus blicken können. In ihm weist eine überdimensionale silberne Weltkugel mit dem Sabo-Logo auf die weltweite Präsenz des Unternehmens hin. Das Atrium soll künftig für Feierlichkeiten und Meetings genutzt werden. Auch der eine oder andere Promi wird vermutlich vorbeischauen. Der Schmuckhersteller hat eine ganze Reihe von bekannten Testimonials, die für ihn werben.

Die Architektur der neuen Firmenzentrale mit viel Glas und Licht spiegelt nach den Vorstellungen des 55-jährigen Firmengründers den „freien Geist“ des Unternehmens wider. Zwei Kasinos mit eigener Küche, die von dem bekannten Nürnberger Cateringunternehmen „El Paradiso“ betrieben werden, das bei der Einweihung sein exzellentes Können unter Beweis stellte, und ein hauseigenes Fitnessstudio sorgen für ein komfortables Arbeitsumfeld. In den Büros der Mitarbeiter selbst herrscht die Clean-Desk-Philosophie: so wenig Papier wie möglich, was an Büroabfällen anfällt, wird hausintern recycelt. Beheizt wird das gesamte Gebäude durch Erdwärme.

Das Bekenntnis des weltweit bekannten Schmuckherstellers zu Lauf als Firmensitz ist für Bürgermeister Benedikt Bisping viel wert. Thomas Sabo sei „die innovativste Trendsetterfabrik hier“ lobte das Stadtoberhaupt. Die neue Firmenzentrale sei ein Verbund aus „Hightech und moderner Arbeitsstätte“ und Thomas Sabo, den Bisping mit „lieber Thomas“ ansprach, ein Selfmademan der besonderen Klasse, der seinen Erfolg verdient habe. Bisping: „Du hast es dir selbst erarbeitet.“

Das "Management Board", die Führungsriege.
Das „Management Board“, die Führungsriege.2016/04/thomas-sabo-lauf-einweihung-headquarter-ik-12.jpg

Auf Expansionskurs

Die Expansion des Unternehmens läuft unterdessen, erst in dieser Woche wurde eine Kooperation mit einem Vertriebspartner in Italien unterzeichnet. Das Land war einer der letzten freien Flecken auf der europäischen Landkarte und soll nun im großen Stil angegangen werden. Im August wird das Unternehmen seinen achten Flagship-Store eröffnen, und zwar in New York. Auch der Thomas-Sabo-Store in der Nürnberger Kaiserstraße, einer von 300 weltweit, wird aktuell erweitert und eröffnet im Frühherbst auf doppelter Quadratmeterzahl als Flagship-Store. Dann wird es dort auch die Exklusivkollektion des Schmuck- und Uhrenherstellers zu kaufen geben. Gute Werbung verspricht auch eine Kooperation mit dem Autohersteller Mercedes, der die neue A-Klasse in der „Thomas Sabo Edition“ pünktlich zur Einweihung vor die neue Firmenzentrale stellte.

Die Zahl der Mitarbeiter in Lauf soll in den nächsten Jahren steigen, vor allem im Online-Vertrieb der Marke. Die neue Firmenzentrale ist auf das personelle Wachstum bereits ausgelegt. Gesamtunternehmerisch solle das Wachstum aber „nachhaltig und aus eigener finanzieller Kraft“ erfolgen, betonte Thomas Sabo. Trotz des Erfolges sei es ihm als Unternehmer wichtig, „am Boden zu bleiben“. Dafür stehe auch die Marke Thomas Sabo. Sie sei „Ehrlichkeit, Offenheit, harte Arbeit“.

Der Erfolg des Unternehmens sei auch seinen langjährigen Mitarbeitern geschuldet. „Es haben mich viele begleitet, dafür danke ich Euch“, sagte der 55-Jährige, der sich bei der Einweihungsfeier, zu der auch zahlreiche Freunde, Ehefrau Luz-Enith und die Söhne Santiago und Dylan gekommen waren, ansonsten gewohnt zurückhaltend gab und die PR lieber seinen Mitarbeitern überließ.

Mehr Impressionen gibt es in unserer Bildergalerie.

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