Gewalt oft ohne Ausweg

Vortrag über häusliche Gewalt in Altdorf: „Hilfesystem konsequent ausbauen und langfristig absichern“

Beim Informationsabend informierte die Leiterin des Frauenhauses Schwabach, Andrea Hopperdietzel (3. von links), die anwesenden Bürger.
Beim Informationsabend informierte die Leiterin des Frauenhauses Schwabach, Andrea Hopperdietzel (3. von links), die anwesenden Bürger. | Foto: FW/UNA2026/07/q80-f688x63-1024x614-1.webp

ALTDORF – Im Rahmen ihrer regelmäßigen Informationsveranstaltungen hat die Wählervereinigung Freie Wähler – Unabhängige Liste Altdorf (FW/UNA) zu einem Vortrag eingeladen. Moderator und Mitglied des Stadtrates Thomas Dietz begrüßte als Referentin die Leiterin des Frauenhauses Schwabach, Andrea Hopperdietzel.

Hopperdietzel informierte über die aktuelle bundesweite „Frauenhaus-Statistik“ und hob diese Inhalte hervor: Der Bedarf an Schutzplätzen für von Gewalt betroffene Frauen und ihre Kinder ist weiterhin erheblich. Hochgerechnet suchen jährlich rund 14.100 Frauen und 16.000 Kinder Schutz in einem Frauenhaus. Gleichzeitig fehlen bundesweit mehr als 12.000 Frauenhausplätze.

Auch das Frauenhaus in Schwabach erlebt diese Entwicklung unmittelbar. Es bietet zwölf Plätze für Frauen und 15 Plätze für Kinder aus der Stadt Schwabach sowie den Landkreisen Roth, Nürnberger Land und Weißenburg-Gunzenhausen. Ergänzt wird das Angebot durch eine Interventionsstelle, Online-Beratung, Dolmetscherdienste, ein Second-Stage-Projekt sowie Präventionsangebote. „Hinter jeder Zahl steht das Schicksal einer Frau und ihrer Kinder. Wer vor häuslicher Gewalt flieht, braucht sofort Schutz, Sicherheit und eine verlässliche Perspektive. Deshalb müssen wir das Hilfesystem konsequent ausbauen und langfristig absichern“, betont die Leiterin des Frauenhauses.

Die bundesweiten Zahlen machten deutlich, dass häusliche Gewalt kein Randphänomen ist. Die meisten Gewalttaten werden durch aktuelle oder ehemalige Partner verübt. Gleichzeitig zeigt die Statistik, dass immer mehr Frauen weite Wege in Kauf nehmen müssen, um einen freien Frauenhausplatz zu finden.

Richtige Umsetzung muss folgen

Mit dem Gewalthilfegesetz wurde ein wichtiger Schritt zur Verbesserung des Hilfesystems eingeleitet. Nun kommt es darauf an, die gesetzlichen Vorgaben vor Ort mit ausreichenden finanziellen Mitteln und einem bedarfsgerechten Ausbau der Schutzplätze umzusetzen. Das Frauenhaus sieht darin eine große Chance, weist jedoch zugleich auf bestehende Finanzierungslücken und den notwendigen weiteren Ausbau der Angebote hin.

Die FW/UNA zeigte sich erfreut über das große Interesse an der Veranstaltung. „Das Frauenhaus Schwabach leistet seit vielen Jahren einen unverzichtbaren Beitrag zum Schutz von Frauen und Kindern, die von häuslicher Gewalt betroffen sind. Damit diese Hilfe auch künftig sichergestellt werden kann, braucht es neben engagierten Fachkräften vor allem eine nachhaltige politische und gesellschaftliche Unterstützung“, sagte Dietz. 

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