Was steckt hinter dem vermeintlich übersinnlichen Phänomen?

Medium gibt Hinweis auf den Toten

Der Waldweg am Dillberg führt zu dem steilen Hang, an dem das Ehepaar Meerz den vermissten 25-Jährigen fand. Tage zuvor hatten hunderte freiwilliger Helfer mit Suchhunden das Gebiet abgesucht - ohne Erfolg. | Foto: Alex Blinten2021/02/Ezelsdorf-Leichenfund-Medium-scaled.jpg

EZELSDORF – Eine Düsseldorferin beschreibt exakt den Ort, an dem der verstorbene Moritz W. liegt. Mit der Beschreibung macht sich ein Ehepaar aus Ezelsdorf auf den Weg und findet den Leichnam des 25-Jährigen.

Petra und Klaus Meerz (Namen geändert) aus Ezelsdorf haben den Leichnam des seit fast zwei Wochen vermissten Moritz W. am Dillberg gefunden. Gezielt hat sich das Ehepaar auf die Suche nach dem Toten gemacht, nachdem Petra Meerz einen Hinweis von einem Düsseldorfer Medium bekommen hatte. Vom Weg am Waldhang brauchten die Meerz weniger als 15 Minuten, bis sie im steilen, unzugänglichen Gelände auf den Vermissten stießen und umgehend die Polizei verständigten.

„Absolut kurios“

Das ganze ist absolut kurios“, sagt Klaus Meerz. Von Beruf ist der Ezelsdorfer Bestatter, er hat täglich mit Toten zu tun, glaubt nicht an Geister und weiß nicht so recht, was er davon halten soll, wenn das Düsseldorfer Medium seiner Frau exakt den Ort beschreibt, an dem Moritz W.s Leichnam liegt. Das Medium berichtete in einem Videochat über die Umgebung am Dillberg und beschrieb diverse Verletzungen, die der Vermisste davon getragen hatte, seine Kleidung und den Rucksack, den er dabei hatte. „Wie kann so etwas sein?“ fragt Klaus Meerz. Die Düsseldorferin ist nie hier in der Gegend gewesen. Vom Vermisstenfall Moritz W. hat sie lediglich über Petra Meerz erfahren.

Hunderte Helfer suchten vergeblich

Als das Ehepaar den Leichnam gefunden und Klaus Meerz bei der Polizei angerufen hatte, gab es zunächst ein Missverständnis. Meerz wollte dem Beamten erläutern, dass er Leichenflecken an dem Toten gesehen hatte und stellte sich als Bestatter vor, woraufhin der Polizeibeamte nachfragte, ob er denn der Bestatter sei, der den Leichnam abholen müsste. Dass Klaus Meerz nicht zum Abholen des Toten im Wald war, sondern gezielt nach dem Vermissten gesucht und ihn innerhalb weniger Minuten gefunden hatte, mochte der Beamte dann kaum glauben. Kein Wunder: Das Gelände am Dillberg war zuvor mehrmals von mehreren hundert Feuerwehrleuten und Polizisten abgesucht worden. Dabei wurden auch Suchhunde eingesetzt. Wie berichtet, hat die Polizei die Suche in der vergangenen Woche eingestellt. Von Moritz W. fand sich außer seinem verlassenen VW Bus keine Spur.

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Tagelang haben die Feuerwehrleute im verschneiten Wald am Dillberg nach dem Vermissten gesucht. Foto: FFW Ezelsdorf2021/02/Ezelsdorf-Suche.jpg

Der 25-Jährige war am Sonntag, 7. Februar, nach einem Streit mit seiner Freundin in deren Wohnung in Postbauer-Heng aufgebrochen und mit dem VW Bus in den Wald gefahren. Unterhalb der Kaltenbachquelle am Dillberg blieb der Wagen stecken. Der Fundort des Leichnams befindet sich etwa 500 Meter Luftlinie von der Quelle entfernt. „Das Schicksal von Moritz W. ist mir sehr nahe gegangen“, sagt Petra Meerz. „Er ist ja gar nicht weit von Ezelsdorf verschwunden.“ Und im Ort war der Vermisstenfall tagelang ein Thema, auch weil viele örtliche Feuerwehrleute bei der Suche halfen. Petra Meerz ließ das ganze deshalb keine Ruhe. Kontakt zu dem Medium nahm sie auf, weil die Düsseldorferin ihr in der Vergangenheit helfen konnte. Es habe in ihrem Haus gespukt, erzählt sie. Nach verschiedenen Hinweisen des Mediums sei der Spuk dann verschwunden.


Unheimlich: Nachdem sie und ihr Mann Moritz W. gefunden hatten, habe sich der Verstorbene über das Medium bei ihr bedankt. Unheimlich für die Ezelsdorferin Petra Meerz war auch die Situation, als ihr Mann sie kurze Zeit mit der Leiche am Fundort allein ließ, um zurück zum Weg zu gehen, wo er die alarmierte Polizei treffen wollte. „20 Minuten allein mit einem Leichnam im Wald, das macht etwas mit einem“ sagt die Ezelsdorferin, die sich immer noch mit dem Vermisstenfall beschäftigt.

„Für meinen inneren Frieden“

Wie Moritz W. letztlich zu Tode kam, muss eine Obduktion klären. Ob das Düsseldorfer Medium irgendwelche Angaben zu dem Fall machen kann, nachdem es den Fundort exakt beschrieben hat, ist noch offen. Die Polizei hat die Kontaktdaten der Düsseldorferin, gemeldet haben sich die Beamten laut Petra Meerz aber noch nicht bei ihr. Über den Fall zu sprechen fällt der Ezelsdorferin schwer. Die Polizei hat bereits signalisiert, dass sie besser nicht an die Öffentlichkeit gehen sollte. Und nachdem sie sich mit ihrem Mann am Sonntag auf den Weg gemacht und den Leichnam binnen kurzem gefunden hatte, befürchtet sie zudem, in den Fall irgendwie hinein gezogen zu werden. Die Suche aber, das betont sie ausdrücklich, sei ihr sehr wichtig gewesen: „Ich brauche das für meinen inneren Frieden.

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