Frau wegen Anstiftung angeklagt

Leichenfund bei Lauf: Anklage wegen Mordes

Die Leiche wird aus dem Waldstück abtransportiert.2019/07/Bildschirmfoto-2019-07-14-um-13.37.31.png

Nürnberg – Im Fall der im Juli 2019 im Wald bei Lauf gefundenen Männerleiche hat die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth nun Anklage erhoben. Ein 32-Jähriger soll das 27-jährige Opfer durch Messerstiche, Drosseln und Schläge mit einem schweren Gegenstand getötet haben. Er ist wegen Mordes angeklagt. Eine 32-Jährige, die mit dem Opfer eine Beziehung hatte, soll den Täter zur Tat angestiftet haben. Alle Beteiligten kommen aus Lauf.

Die Staatsanwaltschaft glaubt, dass der 32-Jährige die gleichaltrige Frau, mit der er früher über mehrere Jahre eine Affäre hatte, spätestens seit Mai 2019 zurückgewinnen wollte. Seit Herbst 2018 hatte sie allerdings mit dem 27-jährigen späteren Opfer eine Affäre. Ihre Ehe mit einem 47-Jährigen soll zerrüttet gewesen sein.

Die Frau soll die Hoffnung des 32-Jährigen, der selbst auch verheiratet war, geschürt haben und ihn wochenlang mindestens 50 Mal dazu aufgefordert haben, sowohl ihren aktuellen Geliebten als auch ihren Ehemann zu töten, damit diese einer erneuten Beziehung nicht mehr im Weg stünden.

Täter soll seiner Affäre hörig gewesen sein

Der 32-Jährige, der der Angebeteten hörig gewesen sein soll, soll sich nach anfänglichem Zögern zu den Taten bereit erklärt haben. Er soll sich in der Nacht auf den 14. Juli 2019 unter einem Vorwand mit seinem späteren Opfer in der Gegend von Lauf getroffen haben.

Dabei soll er den 27-Jährigen zunächst neben oder in seinem Auto und anschließend in einem nahegelegenen Waldstück durch mehrere Messerstiche, Würgen mit einem unbekannten Gegenstand und Schläge mit einem schweren Gegenstand getötet haben.

Festnahme am Tag des Leichenfunds

Durch Zufall fand ein Pilzsammler am 14. Juli die Leiche in einem Waldstück bei Lauf, nahe des künftigen Bauhofs an der Straße nach Schönberg. Daraufhin ermittelte die Kriminalpolizei wegen eines Gewaltverbrechens, die Soko Pilz wurde gebildet. Bereits am gleichen Abend wurde der 32-Jährige festgenommen. Die Staatsanwaltschaft glaubt, dass dadurch die Tötung des Ehemannes der 32-Jährigen verhindert wurde, sie soll weiterhin geplant gewesen sein.

Der Vorwurf der Anklageschrift lautet deshalb bei dem Mann auf Mord und Sich Bereiterklären zum Mord, bei der Frau auf Anstiftung zum Mord und versuchte Anstiftung zum Mord. Die 32-Jährige war am 23. Juli 2019 ebenfalls festgenommen worden. Seitdem befinden sich beide Angeschuldigten in Untersuchungshaft. Beide haben Angaben zur Sache gemacht, bestreiten jedoch die Tatvorwürfe.

Es dürfte ein langer Prozess werden

Die Schwurgerichtskammer des Landgerichts Nürnberg-Fürth muss nun darüber entscheiden, ob sie die Anklage zur Hauptverhandlung zulässt und das Hauptverfahren eröffnet. Die Staatsanwaltschaft hat für den Tatnachweis unter anderem 38 Zeugen und sechs Sachverständige benannt. Wann der Prozess am Schwurgericht in Nürnberg beginnt, steht noch nicht fest.



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