Schlittenhunderennen in Schönberg

Ohne Publikum auf die Piste

Bahn frei: Die Hunde können kaum erwarten, dass es losgeht. Deshalb sind zu Beginn mehrere Helfer nötig, damit es keine Fehlstarts gibt. | Foto: Daniel Decombe2021/11/SchonbergDaniel-Decombe-BB7T1754-scaled.jpg

Schönberg – Beim Schlittenhunderennen in Lauf-Schönberg maßen sich bei den 29. „Frankonia Open“ über 150 Teilnehmer. Auch mehrere Hundesportler aus dem Nürnberger Land waren dabei am Start.

Den Hundeführern und ihren Teams stand die Freude ins Gesicht geschrieben, auch wenn die Sportler nur für den Wettkampf ihre Atemmasken abnehmen durften. Denn einzig wichtig war nach einem ausgesetzten Jahr, dass die 29. Auflage der „Frankonia Open“ über zwei Tage unter Einhaltung der geltenden „2G-plus“ Regeln und notgedrungen ohne Zuschauer am Wochenende überhaupt durchgeführt werden konnte.


Am Samstag um 9 Uhr fand die Rennbesprechung mit Michael Matthes, Vorsitzender des ausrichtenden Fränkischen Schlittenhunde Sportclubs (FSSC) und Rennleiter Peter Lorenz vor 155 Teilnehmern aus dem ganzen Bundesgebiet, Österreich und Frankreich statt. Über 40 Teilnehmer hatten sich wegen der strengen Corona-Regeln wieder abgemeldet. Die meisten waren bereits am Freitag mit Wohnwagen, Wohnmobil oder Zelt angereist.


Drei Lokalmatadore dabei


Als lokale Vertreter waren Florian Frauenknecht aus Schnaittach mit seiner neunjährigen Hündin Jazz (Siberian Husky), Renntierarzt Fritz Karbe aus Leinburg mit seinem vierjährigen Jagdhund Seppel (Großer Münsterländer) und Pia Schmalzbauer aus Winkelhaid/Ungelstetten mit ihrer anderthalb Jahre alte Hündin Felicitas am Start.


Florian Frauenknecht ist ein Ausdauersportler und guter Läufer, aber wenn Wettkämpfe über lange Zeit abgesagt werden, fehlen die Ziele und somit die Motivation für ein konsequentes Training. Er war froh, starten zu können, denn seine Hündin hatte erst im vergangenen März nach einer Auseinandersetzung mit einer Katze ein Auge verloren.


Für Fritz Karbe, gleichzeitig der Renn-Tierarzt, war es die zweite Beteiligung mit Scooter in Schönberg. Die letzte Trainingseinheit seines Hundes war eine Wildschweinjagd vor einer Woche. Heuer fand er seinen Hund konzentrierter bei der Sache und zielstrebiger als vor zwei Jahren, damals ließ er sich noch oft ablenken. Pia Schmalzbauer ist 2017 zum Hundesport gekommen und ist gern flott unterwegs.


Um 10 Uhr ging es mit dem Start der Gespanne mit acht Hunden dann mit sechs beziehungsweise vier Hunden immer im Zweiminutentakt richtig los. Die Hunde möchten so gern gleich losrennen, dass sie das Startsignal nicht erwarten können, deshalb braucht der lenkende Musher (Hundeführer) mehrere Helfer, um die Hunde zurückzuhalten und keinen Fehlstart zu verursachen. Nach den Gespannen folgten weitere Rennkategorien, die Scooter mit zwei Hunden, Scooter mit einem Hund.


In der Wertungsklasse Bike mit einem Hund war sogar der amtierende deutsche Meister Niklas Mohr am Start. Er sicherte sich den Meistertitel erst Mitte November in Leipa (Sachsen). Vor dem Rennen sprang er direkt vom Boden mit dem Mountainbike auf die Rolle und fuhr sich warm wie die Rennradfahrer bei der Tour de France vor einem Zeitfahren. Den Abschluss machten die Läufer und Läuferinnen mit Zughunden aus den unterschiedlichsten Rassen. Zu absolvieren war für alle eine wellige, rund fünf Kilometer lange Runde auf Waldwegen, nur die Zielgerade ist asphaltiert.


Das Geschehen wurde von einem Fernsehteam des Bayerischen Rundfunks gefilmt. Kameramann Andreas Klotz und Redakteurin Uschi Schmidt waren vor Ort. Sie verrieten, dass im Studio für eine Minute Sendezeit eine Stunde Arbeit gerechnet werden muss. Die Rundschau strahlte bereits eine kurze Sendung am Samstag aus, ein ausführlicher Bericht soll am heutigen Montag in der Frankenschau um 17.30 Uhr folgen.

Nichts Neues verpassen! - Newsletter abonnieren