Kritik an Videobotschaften

Gemeinde distanziert sich von Weber

Steht in Schwarzenbruck wegen seiner Videobotschaften schwer unter Beschuss: der Unternehmer Klaus-Peter Weber. | Foto: Archiv/Blinten2019/06/Schwarzenbruck-Weber-1.jpg

SCHWARZENBRUCK. Bürgervertreter und Bürgermeister reagieren auf Videobotschaften des Unternehmers im Internet. Derweil sagt Weber das Konzert mit Jürgen Drews aus gesundheitlichen Gründen ab.

Strahlende Gesichter und stehender Applaus im Schwarzenbrucker Gemeinderat, nachdem sich Bürgervertreter und Bürgermeister grenzen sich einstimmig von den Äußerungen Klaus-Peter Webers im Internet ab. Unterstützung für das Konzert mit Jürgen Drews am Freitag, 14. Juni, sollte es laut einstimmigem Gemeinderatsbeschluss ebenfalls nicht geben.

Urprünglich hatte die Gemeinde Bereitschaft zur Hilfe signalisiert, weil Weber die Veranstaltung mit Jürgen Drews als Benefizkonzert organisieren und 35 000 Euro spenden wollte (wir berichteten).

Drews-Konzert keine Benefiz-Veranstaltung?

Die Schwarzenbrucker Grünen weigern sich, von einer Benefizveranstaltung zu sprechen. „Das ist eine private Veranstaltung“, sagte Uschi Beck mit dem Hinweis darauf, dass Weber am Konzertwochenende Geburtstag feiert. Bürgermeister Bernd Ernstberger hielt dagegen. Natürlich hätte es sich um ein Benefizkonzert gehandelt. Immerhin wollte der Schwarzenbrucker Unternehmer einen hohen Geldbetrag für Schwarzenbrucker Bürger zur Verfügung stellen.

„Rechte Botschaften“

Dass sich in Schwarzenbruck gegen Weber etwas zusammen gebraut hatte, wurde bereits in der Bürgerfragestunde zu Beginn der Gemeinderatssitzung deutlich, als Stimmen laut wurden, die dessen Videos in sozialen Netzwerken als „rechte Botschaften“ bezeichneten. Persönliche Entgleisungen verstecke Weber dabei hinter Meinungsfreiheit. Die Gemeinde müsse sich deshalb unbedingt von Weber abgrenzen, so die Forderung aus den Reihen der Zuhörer.

Genau dieses Stichwort griffen die Gemeinderäte später auf: „Ungewöhnlich“ finde sie es, sagt Tanja Holl (SPD), dass die Gemeinde Weber Unterstützung versprochen habe. Sie ist für eine klare Trennlinie zwischen Kommune und dem inzwischen umstrittenen Unternehmer. Die sollte auch damit gezogen werden, so der Vorschlag von Wolfgang Hubert (Grüne), dass Weber für Arbeiten der Bauhofmitarbeiter im Vorfeld seines Konzerts hätte zahlen müssen.

Der Bauhof sollte gar nichts für Weber machen, setzte Beck noch eins drauf. „Wir müssen ganz klar sagen, dass das keine Gemeindeveranstaltung ist und dass wir nicht damit sympathisieren.“

Spendengelder ablehnen

SPD-Fraktionschef Manfred Neugebauer war nach eigenen Angaben „schockiert“, als er Videos von Weber im Internet gesehen habe. Deshalb sein Vorschlag: Konsequent sein und Spendengelder aus dem Konzerterlös nicht annehmen. „Wir sollten sagen, wenn er noch mit uns zusammen arbeiten will, dann sollte er für Flüchtlingshilfe spenden“, schlug Neugebauer vor.

Gemeinnützigen Organisationen solle die Gemeinde doch einfach empfehlen, keine Spendengelder von Weber anzunehmen, ergänzte der geschäftsführende Beamte Sebastian Legat, ein Vorschlag, der dann aber nicht weiter verfolgt wurde.

Drews Konzert abgesagt

Für eine Stellungnahme zu den heftigen Vorwürfen im Gemeinderat war Weber für den Boten nicht zu erreichen. Während das Gremium im Rathaus diskutierte, erlitt er daheim einen Zusammenbruch und kam mit Verdacht auf Schlaganfall in die Klinik.

Das von einer Reihe von Gemeinderäten kritisierte Konzert mit Jürgen Drews hat Weber vom Krankenbett aus absagen lassen.

N-Land Alex Blinten
Alex Blinten