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Schüler aus dem Wichernhaus fertigten Schilder für die Wallenstein-Festspiele

Karin Völkl und Jochen Riel zusammen mit den Schülern der Schreibwerkstatt "Biberzahn und Co" und mit Vertretern der Ilow`schen Pulverrotte, von Non Deficere und dem fahrenden Volk wenige Wochen vor dem Beginn der Festspiele. | Foto: Privat2022/06/a467362745i0012_max1024x.jpeg

ALTDORF – Eine Klasse der Berufsschulstufe an der Schule für Körperbehinderte im Wichernhaus hat die Gestaltung einheitlicher Schilder für den Wallenstein-Festspielverein übernommen. Die Schilder sind aktuell auf den Festspielen zu erleben.

„Wir geben nicht auf!“ Das ist der Wahlspruch einer neuen Festspielgruppe bei den Altdorfer Wallenstein-Festspielen 2022, „Non Deficere“. Daneben gibt es neuerdings die „Ilow’sche Pulverrotte“ („Gebt Feuer!“). Und natürlich braucht auch die Festspielgruppe „Fahrendes Volk“ („Vogelfrei! Ächtet ihr uns auch, so sind wir doch frei!“) ein neues Aushängeschild für die Besucher der Festspiele.

Schon 2018 hatte eine Klasse der Berufsschulstufe an der Schule für Körperbehinderte im Wichernhaus die Gestaltung einheitlicher Schilder für den Wallenstein-Festspielverein übernommen. In der Schreibwerkstatt „Biberzahn & Co – Schriften in Holz“ werden üblicherweise Namensschilder gestaltet. Egal ob für die Haustüre Grab, oder auch mal ein großes Schild wie für die „Waldmäuse“, den Waldkindergarten der Johanniter-Unfallhilfe in Postbauer-Heng.

So viel Arbeit steckt drin

Schüler können in so einem Prozess bei vielen Schritten mitwirken: Bei der Vorbereitung der Hölzer, bei der Erstellung und Formatierung der Schrift am Bildschirm, bei der Projektion und beim Abpausen auf das Holz. Das Fräsen mit der Oberfräse übernehmen Fachlehrer Christian Lorenz oder Klassleiter Jochen Riehl. Danach wird von den Schülern mit Schleifpapier entgratet, mit Druckluft gereinigt, mit Acrylfarben akribisch die Fräsnut auftragsgemäß ausgefüllt, nach der Trocknung die Oberfläche und Farbüberstände geschliffen, Kanten gerundet, Löcher gebohrt und schließlich die Oberfläche geölt.

Ein ehrenamtlicher Helfer stellt die CNC-Fräsmaschine zur Verfügung, samt seiner Zeit und viel Hirnschmalz bei der Programmierung. Für „Biberzahn & Co.“ bleibt noch genug zu tun: färben, schleifen, ölen und die neuen Schilder einzuordnen in die Stadtpläne, die am Oberen und am Unteren Tor aufgestellt werden.

Schilder dienen zur Orientierung

Besucher des Festspiels können sich auf dreiteiligen Tafeln orientieren: links über die historischen Zusammenhänge, die im 17. Jahrhundert rund um den Dreißigjährigen Krieg bestanden, und rechts über die Liste der teilnehmenden Festspielgruppen, in der Mitte die Verteilung der Standorte vor dem Oberen Tor, auf dem Oberen und Unteren Markt.

Viel Arbeit steckt in dieser Beschilderung, aber auch sehr viel Sinn. Die jungen Leute, die sich in der Berufsschulstufe drei Jahre lang auf einen gelingenden Übergang ins Berufsleben vorbereiten, können am besten in solchen praktischen Projekten lernen.

„Wir geben nicht auf“. Das ist doch gar kein schlechter Spruch für einen jungen Menschen, für eine Schule, für ein Kollegium, für ein Volk und für die Verfechter einer guten Idee schon gar nicht.

Christoph Halm vom Wallenstein-Festspielverein koordinierte den Prozess der Entstehung und nahm zusammen mit Vize-Vorsitzenden Karin Völkl sowie Vertretern der drei Festspielgruppen die Schilder im ehemaligen Universitätshof in Altdorf drei Wochen vor Festspielbeginn entgegen.

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