Lärmschutz und Straßenbau im Laufer Gewerbegebiet Süd II

Breite begrünte Wand gegen Autolärm

Mit einer begrünten Lärmschutzwand aus Erde und Subtrat mit bis zu acht Metern Höhe wird das Gewerbegebiet Lauf Süd II (hier der Blick über den Hundeabrichtplatz Richtung Letten) zur Autobahn hin (links) abgeschirmt2013/04/61223_gewerbegebietsabolaufhundeplatz_New_1366185664.jpg

LAUF — Nicht wie ursprünglich geplant mit einem Wall, sondern mit einer mächtigen begrünten Erd-Wand wird das Gewerbegebiet Lauf Süd II, mit Flächen für Sabo und den neuen Laufer Bauhof, gegen die A9 abgeschirmt. Rund 1,2 Millionen Euro kostet dieses Bauwerk und kommt damit auch nicht teurer als ein Wall, der einen Bodenaustausch und eine Erhöhung der Freileitung nötig gemacht hätte.

Einstimmig folgte der Bauausschuss schließlich einer entsprechenden Empfehlung der Verwaltung zum Bau der Lärmschutzwand. Wie auch den Plänen zur Erschließung der rund fünf Hektar großen Fläche direkt an der Autobahn, südlich der Anschlusstelle Lauf Süd, mit Kanal und Straße. Die Gesamtfläche teilen sich (wie berichtet) das Schmuckunternehmen Thomas Sabo (vier Hektar), das hier seine neue Welt-Zentrale errichtet, und die Stadt Lauf, die direkt in der Ecke zwischen B-14-Umgehung und Berliner Autobahn ihren neuen Bauhof ansiedelt. Und damit diese Baupläne zügig weitergehen können, sollen Erschließung und Lärmschutz noch in diesem Jahr abgeschlossen werden. Was dann natürlich sofort den Bewohnern in der Handwerkersiedlung und in Lauf links entgegenkomme, wie Bürgermeister Bisping meinte, und dem Unternehmen Sabo, das schneller mit dem Bau beginnen kann, sowie der Stadt, die dann zügig mit der Auslagerung des Bauhofs in der Glockengießerstraße vorankommen könnte.

Ursprünglich war geplant, die Arbeiten auf zwei Jahre aufzuteilen, wie der zuständige Referent im Bauausschuss, Bernhard Hammerlindl, den Räten erläuterte. Weil nun alles in diesem Jahr fertig wird, müssen Ausgaben von 1,6 Millionen Euro, die erst im Haushalt 2014 stehen sollten, noch heuer finanziert werden.

Allein der Abwasserkanal, ein getrenntes System für Schmutzwasser und sauberes Niederschlagswasser, kostet rund 530 000 Euro. Darin eingeschlossen sind auch ein langgestrecktes naturnah gestalteter Regenrückhaltegraben mit einem Volumen von einer Million Litern und mehrere Biotop-Wasserflächen. Rund 350 000 Euro kostet der Bau der etwa 240 Meter langen Stichstraße, die vom Oskar-Sembach-Ring abzweigt und bis zum Hundeabrichtplatz der Hundefreunde Lauf führt, einschließlich eines 25 Meter durchmessenden Wendehammers und der Straßenbeleuchtung. Die Straße selbst wird 6,5 Meter breit und erhält auf der einen Seite einen Gehweg.

Damit der Kosten aber noch nicht genug. Nachdem die Bäume vor einem Monat gefällt und das Holz abtransportiert wurde, müssen nun noch die Wurzelstöcke entfernt werden, was die Stadt nochmal 275 000 Euro kostet. Insgesamt kommt die Erschließung des Gewerbegebietes Lauf Süd II also auf rund 2,3 Millionen Euro. Kosten, die beim Verkauf der Teilfläche an das Unternehmen Sabo natürlich schon berücksichtigt worden seien, wie Bauamtsleiterin Annette Nürnberger auf Nachfrage von Stadtrat Offenhammer mitteilte. Wobei der Gesamtpreis, wie immer bei privaten Verträgen, nicht öffentlich ausgehandelt wurde.

Modernster Lärmschutz

Eine Innovation, zumindest im Laufer Bereich, stellt die geplante Lärmschutzwand dar, die Richtung Gewerbegebiet immerhin acht Meter hoch aufragen wird. Die Wand besteht aus einem am Boden etwa zwei Meter breiten hohlen Stahlgerüst, das mit Matten ausgekleidet ist. Innen wird dieser Käfig bis zur Mauerkrone mit einem speziellen Substrat verfüllt, verdichtet und an der Oberfläche mit Rank- und Hängegewächsen bepflanzt. Auf diese Weise begrünt sich der schmale Wall selbst, eine Bewässerung ist später nicht mehr nötig, wie der Hersteller betont und die Unterhaltsarbeiten fallen geringer aus, als sie bei einem breiten Erdwall nötig geworden wären. Die Lärmschutzwand soll mindestens 80 Jahre halten.

Für die Wand habe man sich entschieden, weil sie gegenüber dem Wall bei gleichen Kosten zahlreiche Vorteile bietet, wie Hammerlindl erklärte. So wäre der Wall zu nahe an die Hochspannungsleitung gerückt, die man dann hätte höher hängen müssen. Außerdem war im Bereich des Hundeabrichtplatzes aus Platzgründen sowieso schon eine Wand geplant und schließlich benötigt die Wand viel weniger Fläche als ein Wall, sodass viel mehr Platz vor allem für den Bauhof bleibt.

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