Kundentreue ist gefragt

Wie lange halten sie durch?

Freitagmittag in Stadtzentrum von Altdorf: Wo sonst geschäftiges Treiben herrscht, ist es jetzt menschenleer. Lange Zeit können die Geschäftsleute in der Wallensteinstadt und in Feucht die derzeitigen Einschränkungen nicht durchhalten, sagen Citymanager und Wirtschaftsförderer. | Foto: Alex Blinten2020/04/Altdorf-leerer-Markt-scaled.jpg

ALTDORF / FEUCHT – In Altdorf und Feucht kämpfen Einzelhändler, Gastronomen und Reisebüros seit der Zwangsschließung ihrer Geschäfte
um die Existenz. Für Citymanager und Wirtschaftsförderer stellt sich die Frage nach der zeitlichen Begrenzung der Einschränkungen.

Wie ist die Situation von Einzelhandel und Gewerbe in Altdorf und Feucht? Wir haben beim Altdorfer Citymanager Stefan Gubitz und beim Feuchter Wirtschaftsförderer Philip Ankowski nachgefragt.
„Altdorf hat den Ruf einer attraktiven Einkaufsstadt mit Flair und vielfältigem Kundenangebot“, sagt Stefan Gubitz. „Mit den noch geöffneten Geschäften für den täglichen Bedarf, Apotheken, Lebensmittel, Postfiliale, Drogerien, Optiker und anderen sind die Altdorfer und Menschen aus der Umgebung derzeit gut versorgt mit allem Notwendigen.“ Es bleibe aber die drängende Frage nach der zeitlichen Dauer der Einschränkungen.

„Alles andere als gut“

„Wie man sich vorstellen kann, ist die Stimmung in Feucht gerade alles andere als gut“, fügt der Wirtschaftsförderer der Marktgemeinde hinzu. „Die Einschränkungen kamen ja gefühlt über Nacht und gerade in den ersten Tagen gab es sehr viele Unsicherheiten.“ Zusammen mit den Geschäftsleuten hat Ankowski dann versucht, über die zuständigen Ministerien die notwendigen Informationen zu erhalten.

Schutz der Menschen ganz oben

Was sagen die Einzelhändler zu den vorgeschriebenen Einschränkungen? Da stehe ganz klar der Schutz der Menschen bei den betroffenen Geschäftsleuten ganz oben, betont Gubitz. „Und sie leisten verantwortungsbewusst ihren Beitrag zur Bewältigung dieser Krise.“ Für lange Zeit würden die Altdorfer Geschäfte die Einschränkungen und Schließungen aber nicht durchhalten.  Ähnlich in Feucht. Hier fragen sich manche Händler, so Ankowski, warum sie nicht unter höchsten Sicherheits- und Hygienestandards geöffnet haben können.
Wie steht es mit dem Lieferservice?  In Altdorf haben sehr schnell Gastronomen „Kochen auf Bestellung“ oder umfangreichen Lieferservice angeboten. „Die Stadt Altdorf hat eine Liste der Angebote und Serviceleistungen der Altdorfer Gewerbeunternehmen auf der Homepage online“, erläutert Gubitz. Auch in Feucht bieten verschiedene Restaurants Essen zum Abholen und Einzelhändler Lieferservice an. Wie in Altdorf gibt es eine Übersicht auf der Webseite der Marktgemeinde.

„Beherzt reagiert“

„Staat und Bayerische Staatsregierung haben beherzt reagiert und wichtige Hilfen auf den Weg gebracht“, stellt Gubitz fest. Eine Nachjustierung in einzelnen Bereichen sei aber die nächste Aufgabe.  Philip Ankowski sieht einen riesigen Ansturm auf die Corona-Föderinstrumente. „Mich haben viele Anrufe von Betrieben erreicht, die diese in Anspruch nehmen wollen.“ Er hoffe, dass die Fördermaßnahmen ihre Wirkung entfalten. Welchen Rat haben Gubitz und Ankowski für den Verbraucher? Was können Kunden tun, um Ihre Lieblingsläden zu unterstützen?

Kundentreue das Wichtigste

„Kundentreue ist das Wichtigste – also möglichst verschiebbare Anschaffungen und Shopping nicht auf große internationale Online-Händler zu verlagern, sondern im Lieblingsladen einzukaufen, wenn dieser wieder geöffnet hat“, betont der Altdorfer Citymanager. Ein starkes Solidaritätszeichen könnten die Altdorfer auch setzen, indem sie Gutscheine ihrer Lieblingsgeschäfte erwerben. Altdorf-
aktiv ist gerade im Aufbau einer solchen gebündelten Online-Möglichkeit der Altdorfer Geschäfte, um mit ihren Kunden in Kontakt zu bleiben.

„Kauf vor Ort!“

Für den Feuchter Wirtschaftsförderer gilt in der aktuellen Situation eigentlich das, was immer gilt: „Kauft vor Ort, denn so bleibt Feucht ein lebendiger Ort mit tollen Geschäften und einem breiten Sortiment.“  Wer in der Marktgemeinde auch in der Krise lokal einkaufen wolle, könne seinen Händler telefonisch für Bestellungen erreichen, die er dann entweder geliefert bekommt oder kontaktlos abholen kann. „Auch der Kauf von Gutscheinen ist ein gutes Mittel, um den Händlern zu zeigen: Wir denken an euch und freuen uns darauf, bald wieder persönlich vorbeikommen zu können.“

Nichts Neues verpassen! - Newsletter abonnieren