Die Borkenkäfer sind schon da

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EZELSDORF — Die Borkenkäfer sind heuer wegen des ungewöhnlich warmen Frühjahrs drei Wochen früher unterwegs als in vorangegangenen Jahren. Waldbesitzer mit Fichtenbeständen in ihrem Forst müssen deshalb wachsam sein, darauf weisen Klaus Oblinger und Harald Gebhardt hin.

Revierleiter Oblinger und Gebhardt, der Bereichsleiter Forst im Amt für Landwirtschaft und Forsten Roth, beobachten derzeit genau die Situation. Sie haben sich mit dem Oberferriedener Landwirt und Waldbesitzer Christian Gottschalk in Verbindung gesetzt, der in seinem Wald am Südhang des Brentenbergs, oberhalb von Ezelsdorf, alles richtig gemacht hat. Bereits im vergangenen Herbst und Winter hat Gottschalk seine Fichtenbestände durchforstet und das gefällte Schwachholz planmäßig im Wald liegen gelassen – als Fangbäume für die im jetzigen Frühjahr zu erwartenden Borkenkäfer. Tatsächlich haben die Schädlinge die am Boden liegenden trockenen Fichtenstämme zwischenzeitlich in Massen befallen. In den nächsten Tagen wird Gottschalk mit dem Häcksler in den Wald fahren und das mit Käfern durchsetzte Fichtenholz zu Hackschnitzeln verarbeiten, die er in einer Heizanlage auf seinem Betrieb verfeuert. Die Käferplage in Gottschalks Fichtenwald ist damit gebannt, weil sich die Schädlinge zunächst gezielt in die abgeschnittenen und getrockneten Stämme bohren.

„Zum Glück haben wir keine Sturmholzmengen wie im Jahr 2007 nach Kyrill und im vergangenen Jahr nach Emma in den Wäldern“, sagt Gebhardt. Trotzdem: Bereits einzelne Stämme können, wenn massiver Käferbefall nicht rechtzeitig entdeckt und das Holz wie durch Christian Gottschalk beseitigt wird, zum Problem werden.

Gebhardt und Oblinger beobachten in diesem Jahr, dass der Käfer in Bereiche vorgedrungen ist, in denen er 2008 noch nicht entdeckt wurde. Dabei ist der Kupferstecher, der vorwiegend jüngere Fichten befällt, auf dem Vormarsch.

Schnell handeln

Wenn Waldbesitzer jetzt schnell handeln, können auch die schon eingebohrten Käfer bekämpft werden. Diese fliegen sonst aus und legen sogenannte Geschwisterbruten an. Dabei haben die Schädlinge ein enormes Vermehrungspotenzial: Ein weiblicher Käfer sorgt für bis zu 100.000 Nachkommen pro Saison. „Das Ausfliegen der Brut muss deshalb dringend verhindert werden“, warnt Gebhardt – auch mit Hinweis auf den wegen der Wirtschaftslage ohnehin schwierigen Holzmarkt. Große Mengen von Käferholz kann dieser nämlich kaum aufnehmen.

Sollten Waldbesitzer Käfer in ihren Beständen entdecken, müssen sie das Material häckseln oder verbrennen, rät Gebhardt. Stärkere Stämme müssen aus den Wäldern abgefahren, entrindet und notfalls chemisch behandelt werden.

Ein weiterer Rat des Abteilungsleiters: Waldbesitzer sollten ihre Fichten mindestens alle zwei Wochen kontrollieren. Weitere Informationen hält die Forstverwaltung unter www.aelfh-rh.bayern.de im Internet bereit.

N-Land Alex Blinten
Alex Blinten