Emily Schätz ist Röthenbacher Himmelsbotin.

Christkind spielt gern Handball

Die 15-jährige Emily Schätz verkörpert heuer das Röthenbacher Christkind. | Foto: Buchner-Freiberger2019/11/christkind-emily-schatz-roth1.jpg

RÖTHENBACH – Wenn Emily Schätz als kleines Kind gefragt wurde, was sie denn einmal werden wolle, antwortete sie spontan: Christkind! Dieser Wunsch geht jetzt in Erfüllung. Die 15-Jährige übernimmt heuer zum ersten Mal die Rolle des Röthenbacher Christkinds.

Den Verantwortlichen bei der Stadt dürfte ein Stein vom Herzen gefallen sein, mit der Realschülerin eine so engagierte Bewerberin gefunden zu haben. Denn in den letzten Jahren gestaltete sich die Christkind-Suche in Röthenbach schwierig. „Manchen ist das vielleicht peinlich oder sie haben Angst, dass sie es zeitlich nicht schaffen“, vermutet Emily. Für sie gilt das nicht: Als ihre Mutter Ende letzten Jahres von Mitarbeiterinnen des Kulturamts angesprochen wurde, ob Emily vielleicht Christkind sein will, da war für sie schnell klar: Das mach‘ ich.

Emily hat einen Bruder und eine Schwester und besucht die neunte Klasse der Röthenbacher Realschule. In ihrer Freizeit spielt sie gern Handball in Diepersdorf, bis vor Kurzem hat sie außerdem getanzt. Sozial engagiert sie sich als Tutorin an ihrer Schule.

Sie freut sich schon sehr auf ihr himmlisches Amt, das mit der Eröffnung des Weihnachtsmarktes am 29. November beginnt. „Es ist bestimmt ein tolles Gefühl, wenn ich da mit Krone und Perücke stehe und die ganzen Kinder zu mir hochschauen“, meint Emily strahlend. Vor vielen Leuten zu sprechen, das sei etwas, was ihr auch später im Leben weiterhelfe, sagt sie. Drei Gedichte muss sie für ihre Auftritte auswendig lernen, „aber das ist kein Problem, das muss ich in der Schule ja auch machen“. Geübt hat sie schon, meistens vor ihren Eltern als „Jury“.

Knapp 40 Auftritte in der Vorweihnachtszeit

Immerhin 35 bis 40 Auftritte hat die quirlige Emily in der Vorweihnachtszeit in ihrem Terminkalender stehen und ist schon ein bisschen besorgt, dass sie das zeitlich nicht alles unter einen Hut bekommt. Denn schließlich darf die Schule nicht allzu sehr leiden, weil sich die Realschülerin mit dem Zeugnis der neunten Klasse bewerben muss. Ihre Mutter wird ihr beim Anziehen der schweren Christkind-Robe, der Krone und der Perücke helfen und sie auch zu den Auftritten fahren.

Ihre Freunde reagierten zuerst überrascht, als Emily ihnen eröffnete, dass sie das neue Röthenbacher Christkind ist. „Aber viele haben angekündigt, dass sie zum Weihnachtsmarkt kommen und mich unterstützen“, freut sie sich. Und wie geht sie mit blöden Kommentaren um? „Die sind vielleicht nur neidisch“, meint die 15-Jährige. Das müsse man am besten ignorieren. Weihnachten mag Emily sehr. „Es ist einfach toll, wenn die ganze Familie zusammenkommt.“

N-Land Stefanie Buchner-Freiberger
Stefanie Buchner-Freiberger