„Original Bauernsfünfer“ begeisterten in Offenhausen

Zwei tolle Musiker

Zünftig ging's zu bei den „Original Bauernsfünfer“. Foto: Eva-Maria Rauner2015/10/Hupfersaal_2015.jpg

OFFENHAUSEN – Die „Original Bauernsfünfer“ aus der Oberpfalz spielten in Hupfersaal in Offenhausen auf und lockten die mittelfränkischen Nachbarn ganz schnell aus der Reserve. Die Biobauern e.V. hatten sie dazu eingeladen, um die Kultur im ländlichen Raum zu pflegen.

Barbara Ströll hatte die beiden Musiker entdeckt und den Vorstand der Biobauern, Uwe Neukamm, davon überzeugt, dass es alles andere als „uncool“ ist, Volksmusik unter das Volk zu bringen, vor allem wenn sie so frech, witzig und musikalisch hochwertig daherkommt wie bei Uli Radl und Dominik Niklas aus dem Landkreis Sulzbach-Rosenberg.

„Heute Nacht steigt die Rakete, beim Hupfer eine Riesenfete“ ließen die beiden Musiker nach einer dezenten musikalischen Vorstellung mit der Klarinette und der Ziehharmonika wissen. Die Aussage passte nicht so ganz zu der verhaltenen Vortragsweise, aber nach der Erklärung, dass „ja, genau hey, bombig, hey“ in der Oberpfalz Ausdruck höchster Anerkennung ist, war man sofort auf einer Wellenlänge, denn das kam einem auch in Offenhausen durchaus bekannt vor . Damit war das bunte, altersgemischte Publikum schon gewonnen und es war klar, dass die Themen des Duos, die allesamt um das landwirtschaftlich geprägte Dorfleben kreisen, ins Schwarze treffen würden.

Auf ein bestimmtes Genre lassen sich die beiden Musiker, Kabarettisten und Lyriker, im zivilen Leben Lehrer und Berufsmusiker, kaum festlegen. Beide bewegen sich virtuos auf Klarinette, Saxophon, Piano, Gitarre, Ziehharmonika, Kuhhornflöte und nicht zu vergessen mit Kevin, der elektronischen Loop-Station, durch Jazz, Blues und Volksmusik, mit Anleihen an Klezmer, Oberpfälzer Bodypercussion alias Schuhplattler oder Klassik. Sie selbst nennen das „Yatz“, was es wohl am ehesten trifft.

Bevor man vor Bewunderung vor soviel musikalischem und sprachakrobatischem Können niederknien möchte, holt einen eine der dazwischengeworfenen skurrilen Bauernregeln oder Abzählverse à la „hat der Bauer Lust auf Schinken, fängt der Eber an zu hinken“ schnell wieder auf den Boden zurück.

Die Texte halten dem oberpfälzischen Landleben, das sich vom fränkischen nicht wesentlich unterscheidet, den Spiegel vor. Sie sind witzig und frech, driften aber niemals in Kitsch oder reinen Klamauk ab; auch politisch wird es andeutungsweise.

So ein Abend könnte durchaus zur „Leibspeis“ werden, wie es der Titel der neuen CD der „Original Bauernsfünfer“ verspricht. Eine gelungene Premiere für eine weitere Art der Heimatpflege, die die Biobauern hier angestoßen haben.

N-Land Eva Maria Rauner
Eva Maria Rauner