Kultur im Kreis

Die Festival-Saison im Landkreis startet

Nein, sie werden nicht im Schlosshof spielen, aber sie werben dafür und für weitere Kulturevents: Bürgermeister Robert Ilg, Intendant Lucius Hemmer, Michael Kläver (Sparkasse) und Landrat Armin Kroder (v. links). | Foto: A. Pitsch2019/06/IMG_5170.jpg

HERSBRUCK – Für Michael Kläver von der Sparkasse Nürnberg ist es der Startschuss in die Festival-Saison: das Hersbrucker Schlosshofkonzert. Am 27. Juli gastieren hier die Nürnberger Symphoniker.

Sie sind ein „gern gesehener Gast“ im Landkreis, wie Kläver bei einem Pressetermin vor Ort betonte. Dass das rund 60-köpfige Orchester samt Dirigentin Ljubka Biagoni zu Guttenberg überhaupt in die Stadt kommt, daran hat die Sparkasse ihren Anteil. Im Rahmen von „Kunst und Kultur im Kreis“ sponsert das Geldinstitut verschiedene Events im Nürnberger Land mit 70 000 Euro – 10 000 Euro mehr als im vergangenen Jahr.

Diese Steigerung und vor allem die lange Zeit der Unterstützung hob Landrat Armin Kroder hervor: „In diesen Zeiten mit den niedrigen Zinsen wird das immer schwieriger.“ Dass die Symphoniker zum wiederholten Mal im Landkreis gastieren, freute ihn besonders: „Ihr seid doch unsere Lieblinge.“

Klingende Million

Und die kommen gerne raus aufs Land: „Seit zehn bis 15 Jahren untermauern wir mit unseren Konzerten, dass wir das Orchester der Metropolregion sind“, erklärte Intendant Lucius Hemmer. Für die Musiker sei der Schlosshof mit seiner U-Form ein optimaler Spielort. Er biete Schutz, denn da stünden schon mal rasch Instrumente im Wert von einer Million Euro auf der Bühne, sowie eine wunderbare Akustik. „Da können wir ohne Verstärker spielen.“

Zu hören bekommen die Gäste laut Hemmer das locker-flockige Programm „Last Night“. Die Stücke auf „sehr hohem Niveau“ sollen einladen, „mit der Musik mitzufeiern“. Neben exzellenten Klarinettentönen erwartet die Zuhörer britisches Flair. „Vielleicht mögen die Leute ja deutsche und englische Fähnchen zum Schwenken mitbringen.“  Für die Symphoniker wird Hersbruck der „krönende Abschluss“ einer Tournee zu diversen Festivals sein – „danach kommen nur noch das Klassik Open Air und die Ferien“.

Nicht nur diese Tatsache machte Bürgermeister Robert Ilg stolz. „Unsere Schlosshofkonzerte sind seit Jahren sehr gut besucht und noch nie ausgefallen.“ Einen Grund dafür sieht Ilg im Engagement der Sparkasse, denn dadurch könne die Stadt attraktive Kartenpreise anbieten: „Dann können sich die Leute das nicht nur einmal, sondern immer wieder leisten.“

Für Ilg, der sich beim Amtsgericht bedankte, dass es das Areal zur Verfügung stellt, ist die Musik ein verbindendes Element. Im Hinblick auf 25 Jahre Gitarrenfestival sei auch ein Konzert mit den Symphonikern denkbar, gab er preis. „Und die Sparkasse ist der Kuppler“, scherzte Kläver. Denn auch das Festival vom 10. bis 16. August wird mit einem schönen Sümmchen bedacht.

Identität wächst

„Es ist nicht mehr aus dem Kalender wegzudenken und ein Leuchtturm für die Region“, lobte Kläver, der sich insgesamt begeistert zeigte, dass sich kulturell so viel im Nürnberger Land getan habe. Dank eines wahren Veranstaltungsreigens sei die Kulturidentität über die Jahre stark gewachsen.

Ein Teil davon ist auch das Weltmusikfestival „Mia“ in Altdorf. Am 19. und 20. Juli bietet dieses „jüngere Format“ Blues und funky Grooves. Doch „Kunst und Kultur im Kreis“ entspricht nicht nur dem Festivalsommer, sondern schon einem Kulturjahr, so Kläver. Die „rote Klammer“ umfasst nämlich noch die Literaturtage vom 4. bis 10. November in Lauf. Autorin Rita Falk, Astrophysiker Harald Lesch und Tatort-Hauptdarstellerin Adele Neuhauser sind nur einige Hochkaräter der Lesungen.

Den Schlusspunkt setzt das Sparkassenkabarett in Hersbruck mit Michael Altinger am 23. November. „Herbert und Schnipsi“ stehen bereits am 26. Oktober auf der Bühne der Geru-Halle. „Auch hier hat sich das Angebot von zwei auf vier Termine erweitert“, sagte Kläver: Im Frühjahr war Lachen bei Bembers und Rolf Miller angesagt – als Auftakt zu „Kultur im Kreis“ drinnen.

N-Land Andrea Pitsch
Andrea Pitsch