NÜRNBERGER LAND – Jedes Jahr werden im Reichswald rund 180.000 junge Bäume gepflanzt. Ziel der Staatsforsten ist, den überwiegend aus Kiefer bestehenden Altbestand systematisch zu stabilisieren und langfristig widerstandsfähiger gegen Klimastress zu machen. Dazu setzt der Forstbetrieb auf klimaresistente Laub- und Mischbaumarten, die unter dem lichten Kiefernschirm heranwachsen.
Der Forstbetrieb Nürnberg hat seine Planung für den Waldumbau laut einer Pressemitteilung sogar übererfüllt: „Bereits jetzt liegt er 30 Prozent über den vorgesehenen Flächenzielen, was rund 100 Hektar zusätzlicher Stabilitäts- und Mischwaldflächen entspricht“, heißt es darin. Dieses Ergebnis bestätige die konsequente Ausrichtung auf Zukunftswälder, die Hitze- und Trockenperioden besser überstehen. „Ein wichtiger Baustein dieser Arbeit sind die zahlreichen Praxisanbauversuche, die im gesamten Reichswald angelegt wurden“, erklärt Forstbetriebsleiter Johannes Wurm. „Sie liefern entscheidende Hinweise darauf, welche Baumarten mit den klimatischen Veränderungen der kommenden Jahrzehnte am besten zurechtkommen.“
Aktuell erprobt der Forstbetrieb unter anderem die Baumarten Esskastanie, Atlas- und Libanonzeder, Flaum- und Zerreiche, Rotbuche aus französischen Herkünften, Weißtanne aus Rumänien sowie König-Boris-Tanne. Die Mischung aus bewährten heimischen Baumarten und klimaresilienten Arten aus europäischen Nachbarregionen soll die Stabilität des Reichswaldes dauerhaft erhöhen.
Nach den überschaubaren Schneebruch-Ereignissen im Januar und Februar sind die Aufräumarbeiten in allen elf Forstrevieren in den letzten Zügen, wie der Forstbetrieb mitteilt – im Wesentlichen sei es hier um die Wiederherstellung der Verkehrssicherheit gegangen. Forststraßen mussten freigeräumt und lose Kronenteile sowie einige schräg stehende Bäume entfernt werden.
Borkenkäfersituation entspannt
Aktuell zeige sich der Forstbetrieb beim Thema Borkenkäferbefall überwiegend beruhigt. „Die unter Schneelast abgebrochenen Kronen der Kiefern bieten kaum Brutraum für Schädlinge, weshalb hier keine akute Gefährdung besteht“, teilt der Forstbetrieb mit. Deutlich sensibler bleibe die Lage bei der Fichte, deren Borkenkäferarten wie der Buchdrucker wesentlich aggressiver sind. Zwar sei der Befall im Reichswald im vergangenen Jahr besonders niedrig gewesen. Dennoch lautet die Devise weiterhin „saubere Waldwirtschaft“. Man versucht also, geworfene oder gebrochene Fichten möglichst zeitnah aufzuarbeiten und aus dem Wald zu bringen. „Hier ist kontinuierliche Aufmerksamkeit entscheidend“, so Johannes Wurm.
