Zwei-Tages-Fest

Punkrock-Mekka Hormersdorf: Bands aus zehn Ländern rockten das „KNRD Fest“

Es war die neunte Auflage des Festivals, das 2012 gegründet wurde. Benannt ist es nach der Band „Konrad 48“ aus Lauf. | Foto: Schuster2022/07/IMG_7490.jpg

HORMERSDORF – Sie brachten den Punkrock aufs Land: Im Stundentakt wechselten sich am Wochenende beim „KNRD Fest“ 16 Bands aus zehn Ländern ab. Bei der friedlichen Punkrock-Party feierte sich nicht nur die Szene selbst: Gäste aus ganz Europa hatten ebenso Spaß wie Besucher aus der Gegend. Eine Bildergalerie zum Fest gibt es hier.

Bereits zum neunten Mal fand das „KNRD Fest“ am urigen Laufer Naturfreundehaus am Hohen Kreuz statt. In Sachen Musikrichtung ist sich das Festival, das nach der Laufer Ska-Punk-Band „Konrad 48“ benannt ist, seit seiner Gründung 2012 treu geblieben: Punkrock, Ska-Punk, Hardcore, aber auch sanftere Klänge auf der Akustikgitarre standen auf dem Programm. 

Die Organisation liegt in den Händen eines Vereins. Ob Bands oder Besucher: Alle waren begeistert von der familiären Atmosphäre, bei der auch der – teilweise hautnahe – Kontakt zu den Musiker kein Problem ist. Die allermeisten Besucher waren in den Vorjahren auch schon dabei. Anfängliche Bedenken, dass zu wenige „Konradfreunde“ kommen würden, zerstreuten sich im Verlauf des Samstags. 
Dass Corona nach wie vor ein Thema ist, hatten die Organisatoren allerdings wenige Tage zuvor zu spüren bekommen. Die spanische Band „Adrenalized“ hatte kurzfristig ihren Auftritt abgesagt. Ohne groß zu zögern, sprang die Münchner Band „Heathcliff“ in die Bresche. 

Vom Publikum auf die Bühne

Eröffnet wurde das Festival bereits am späten Freitagnachmittag mit der relativ neuen und noch nicht überall bekannten Melodic-Punkrock-Band „PETS“, deren Bandmitglieder alle aus dem Raum Nürnberg kommen. Beim letzten Konrad-Festival 2019 lernten sich die Musiker kennen. Bei einem Glas Bier fassten die vier Musikbegeisterten, darunter Gitarristin Karin, den Entschluss, selbst eine Band zu gründen. Und nun standen sie selbst auf der Bühne.

Foto: Schuster2022/07/IMG_7856-1.jpg

Zu diesem Zeitpunkt hatten die meisten Stammgäste schon ihre Zelte einige hundert Meter südlich des Festivalgelände aufgeschlagen oder ihr Wohnmobil positioniert. Der Dank des „KNRD-Vereins“ galt der Familie Winkelmann aus Götzlesberg, die nicht nur die Wiese zum Parken und Zelten zur Verfügung stellte, sondern auch den Boden des Festivalgeländes mit Hackschnitzel bedeckt hatte. 
Zu Fuß wanderte nur ein Dutzend Hormersdorfer zum Naturfreundehaus. Erwähnenswert sind jedoch die beiden Nürnberger Frank und Erik, die mit ihren Gravel Bikes umweltfreundlich angereist waren. Beide waren zum ersten Mal dabei, während Xenia aus Berlin sich zum dritten Mal auf den „traditionellen“ Spielnachmittag am Samstag freute. 

Foto: Schuster2022/07/IMG_7708-1.jpg

In der Dämmerung fuhr ein Fahrzeug mit ukrainischem Kennzeichen auf den Parkplatz: Serhii aus der Ukraine war zum ersten Mal beim „KNRD Fest“. Er traf sich hier mit seinem russischen Freund. Beide leben schon längere Zeit in Nürnberg.


Garantiert wieder dabei sein werden Evelin und Alois aus Oberbayern. Evelin hat schon viele Festivals besucht, aber „Hormersdorf ist tausendmal schöner als alle anderen Events“, sagt die betriebswirtschaftliche Leiterin einer Augenklinik. Ähnlich sieht dies Franziska aus der Schweiz: Die im IT-Sicherheitsbereich tätige Frau spricht von dem besten Festival, auf dem sie jemals war. 
Frühstück von den Naturfreunden

Foto: Schuster2022/07/IMG_7724-1.jpg

Verpflegung von den Naturfreunden

Im Naturfreundehaus hatte Angela Bauer von den Laufer Naturfreunden mit einigen weiteren Mitgliedern das Zepter in der Hand. Das Miteinander zwischen dem Verein und den Naturfreunden klappte hervorragend. Die Naturfreunde übernahmen beispielsweise die Frühstücksversorgung am Samstag und Sonntag. Insbesondere das Weißwurstfrühstück sei bei den internationalen Gästen sehr gut angekommen, berichtet Bauer. Bei der Verpflegung unterstützte mit Rat und Tat der Hormersdorfer Kochlehrer Roland Kestel. 

Alle Besucher seien „gelöst, freundlich und höflich“ gewesen, so Bauer. „Lauter nette, liebe Menschen“, so das Fazit. Deshalb mache es Spaß, die Gäste sowie die Helfer und Bands zu bewirten, sagt Angela Bauer nach drei anstrengenden Tagen mit wenig Schlaf.

Nichts Neues verpassen! - Newsletter abonnieren