Feuerwehreinsatz an Fronleichnam

Blitzeinschlag in Altensittenbach

Von außen sieht der Einsatz fast harmlos aus, doch an den Sachen, die die Feuerwehrleute aus dem Stadtgebiet aus dem Haus schleppen, wird die Wucht des Blitzeinschlags deutlich. | Foto: J. Ruppert2019/06/Brand1.jpg

ALTENSITTENBACH (jr/ap) – „Das war ein noch nie da gewesenes Phänomen“, beschreibt Hewa-Chef Harald Kiesl den Blitzeinschlag in drei Häuser im Hirschbühlweg am Donnerstag.

Das Treppenhaus ist schwarz, Steckdosen hat es aus den Wänden gesprengt, Sicherungen sind zusammengeschmort und herausgeflogen: Das sind die Folgen eines Blitzeinschlags in drei Wohnanwesen im Altensittenbacher Hirschbühlweg kurz nach 4 Uhr am Fronleichnamstag. Bei einem Dreifamilienhaus brach im Dachstuhl Feuer aus.

Kreisbrandrat Norbert Thiel war gerade auf dem Rückweg von einem anderen Einsatzort und kam als einer der ersten an den Unglücksort. Dort koordinierte er in den engen Straßen die Rettungsaktion von rund 80 Feuerwehrleuten der Wehren aus Altensittenbach mit Kommandant Andreas Weber, Hersbruck unter Führung von Uwe Holzinger und Ellenbach.

Über die Drehleiter, mit Hilfe von Atemschutzträgern, und über Steckleitern waren die Flammen rasch gelöscht, bevor sie sich in die unteren Stockwerke ausbreiten konnten. Vorsorglich brachten die Feuerwehrleute alles, was in Brand geraten war, nach draußen. Verletzt wurde niemand.

Anwohner zur Stelle

Großes Lob zollte Norbert Thiel den Nachbarn, die sich sofort um die sieben Bewohner des Dreifamilienhauses kümmerten. Diese Hilfsbereitschaft war auch Kiesl positiv aufgefallen. An dieser waren die Mitarbeiter des Hersbrucker Versorgers ebenfalls maßgeblich beteiligt.

„Wir hatten zeitnah zum Feuerwehreinsatz über unser System und die Leitstelle die Info über den Blitzschlag erhalten“, erzählt Kiesl. Kurzfristig erhöhte sich der Bereitschaftsdienst auf drei Mann; diese schalteten die drei Häuser „stromfrei“.

Die Altensittenbacher Retter übernahmen die Nachkontrolle, während ihre Kollegen ab etwa 5.30 Uhr wieder abrücken konnten. Der Sachschaden an dem Gebäude mit dem Dachstuhlbrand beträgt mindestens 80 000 Euro. Was an den beiden anderen Häusern kaputt ist, müssen Fachleute klären.

Experten waren nach den Wehren noch tagsüber im Einsatz: Die Hewa-Mitarbeiter sorgten mit Baustrom dafür, dass die Kühlschränke etc. wieder liefen. Einige Elektroinstallationsfirmen übernahmen erste Reparaturen in den Häusern, um die Notversorgung zu gewährleisten, berichtet Kiesl. Doch selbst am Freitag haperte es noch mit der einwandfreien Versorgung, so Kiesl.

„Unser Strommeister ist seit 30 Jahren bei uns und hat so etwas noch nicht erlebt“, sagt Kiesl, „bei der gewaltigen Wucht, Strommenge und Spannung kann man froh sein, dass nicht mehr passiert ist“. Denn es hat nur lokal den Bereich um den Hirschbühlweg erwischt – und in Teilen die Hewa.

„Wir haben 90 Steuerungselemente in unseren Trafostationen im Einsatz. Zehn Stück davon sind nun komplett kaputt“, erläutert Kiesl. Eine automatische Steuerung – beispielsweise der Straßenbeleuchtung – fällt daher erst einmal flach. „Wir müssen bis kommende Woche auf Handbetrieb umstellen.“

Dramatisch sei das aber nun nicht. Wichtig ist für Kiesl, dass niemand verletzt wurde. Und er ergänzt noch: „Bei der Gewalt dieses Blitzes hätte übrigens auch kein Blitzableiter geholfen.“

N-Land Hersbrucker Zeitung
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