Attacken auf Schafsherde, Armbrustschütze, Corona

Alarm für Schloßplatz 7

Der Dienststellenleiter Reimund Mihatsch (rechts) mit seinem Vertreter Gerhard Zenker vor der Dienststelle der Polizei Altdorf am Schlossplatz. | Foto: Polizei Mittelfranken2021/11/Altdorf-Dienststellenleiter-Mihatsch-Jubilaeum-scaled.jpg

ALTDORF – Seit 1971 befindet sich die Dienststelle der Polizeiinspektion Altdorf am Schlossplatz im Herzen der Altstadt. Zum 50. Jubiläum schaut Dienststellenleiter Reimund Mihatsch zurück und wagt einen Ausblick in die Zukunft.

Das idyllisch gelegene Pflegschloss am Schloßplatz 7 im Herzen von Altdorf ist seit 50 Jahren die Dienststelle der Polizeiinspektion Altdorf. Genauer gesagt war der Einzug am 5. November 1971. Seitdem hat das Schloss bereits sechs Dienststellenleiter beheimatet. Seit April 2016 ist Reimund Mihatsch der Polizeichef. Das Dienstgebiet umfasst neben der Stadt Altdorf auch den Markt Feucht und die Gemeinden Burgthann, Leinburg, Offenhausen, Schwarzenbruck und Winkelhaid – und damit etwa 60 000 Bürger.

Im Jahr seiner Amtseinführung hatte es eine große Veränderung für die Polizei im südlichen Nürnberger Land gegeben: Die Polizeiinspektionen Feucht und Altdorf wurden zusammengelegt, dabei wurden zwei Drittel der Feuchter Beamten in Altdorf integriert. Die übrigen wurden in Schwabach aufgenommen, weil die Zuständigkeit für Wendelstein von Feucht dorthin gewechselt hat. „Das war der einzig richtige Schritt“, fasst Mihatsch zusammen. Diese Fusion wurde damals nicht von allen wohlwollend angenommen. Vor allem von Seiten der Kommunalpolitik des Marktes Feucht und der Gemeinde Schwarzenbruck kam Kritik. „Es gab Ängste, dass die Versorgung und Betreuung dort nicht mehr gegeben ist“, erzählt der Dienststellenleiter.

Bessere Sicherheitslage als zuvor

In den vergangenen Jahren habe jedoch die Praxis gezeigt, dass diese Befürchtungen unbegründet waren. Ganz im Gegenteil: Laut Mihatsch hat sich die Sicherheitslage sogar verbessert. „Wir haben mit der Zusammenlegung mehr Personal unter einheitlicher Führung und dabei eine Verkürzung der Reaktionszeiten erreicht“, erklärt der 58-Jährige. Das Kriminalitätsniveau habe im vergangenen Jahr wiederholt unter dem Durchschnitt des Landkreises gelegen. Außerdem haben sich auch interne Betriebsabläufe verbessert: „Bei Krankheit oder Abwesenheit tut sich eine größere Organisation leichter als eine kleinere.

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Eine weitere große Neuerung ist der 2019 eingeweihte Verkehrsübungsplatz am Grasiger Weg in Altdorf. Dieser sei vor allem für die Polizeiarbeit mit Kindern ein Glücksfall. „Unsere Verkehrserzieher können damit auf einem der modernsten Übungsplätze Bayerns zurückgreifen“, betont Mihatsch die Wichtigkeit des Übungsplatzes. Was ihm in Altdorf besonders gut gefällt, ist das enge Verhältnis zwischen der Polizei und den Bürgern. „Es ist ein großes Miteinander“, betont er. Das sei kein Vergleich zur Polizeiarbeit in Großstädten wie Nürnberg. Deshalb versteht sich die Polizei Altdorf auch als Bürgerpolizei.

Wichtige Zusammenarbeit

Ebenso betont Mihatsch die gute Zusammenarbeit mit anderen Organisationen wie der Freiwilligen Feuerwehr, dem Rettungsdienst, dem Technischen Hilfswerk und der Verkehrspolizei Feucht. „Besonders ohne die tatkräftige und professionelle Unterstützung der Feuerwehr wären wir ab und an aufgeschmissen“, stellt Mihatsch klar. Die Kooperation und gegenseitige Hilfe mit den Kollegen der Feuchter Verkehrspolizei unterstreicht er ebenfalls. In seinen Jahren als Polizeichef hat es Fälle gegeben, an die er sich bis heute noch erinnert. Als besonders intensiv empfand Reimund Mihatsch die im Jahr 2017 eingeleiteten Ermittlungen um die vermeintlichen Attacken auf eine Schafsherde. Am Ende der eineinhalbjährigen, zeit- und personalintensiven Ermittlungen stellte sich heraus, dass der verantwortliche Tierhalter die Übergriffe auf seine Schafe selbst inszeniert hatte.

SEK stoppt Armbrustschützen

Eine gefährliche Situation spielte sich im Dezember 2020 ab, als ein mit einer Armbrust bewaffneter Mann aus seiner Wohnung Pfeile schoss. Der Einsatz dauerte mehrere Stunden, bis schließlich ein Sondereinsatzkommando den Mann überwältigte. Auch die Corona-Pandemie war und ist sowohl für die Polizei als auch für die Bürger eine besondere Herausforderung: „Die Regeln ändern sich ständig und man muss immer auf dem neuesten Stand bleiben.“ Es bleibe abzuwarten, was sich bei den steigenden Inzidenzen verändert.

Aus diesen Gründen hat der Dienststellenleiter einen klaren Wunsch für die Zukunft: „Es sollen alle immer gesund aus dem Einsatz zurückkommen, sowohl Bürger als auch Polizisten.“ Dieses Anliegen ist für ihn am wichtigsten.
Im kommenden Jahr ist zum Jubiläum einiges geplant. An einem Sonntag in der ersten Septemberhälfte soll es einen Festakt und einen Tag der offenen Tür geben. Außerdem ist eine Ausstellung in Altdorf in Zusammenarbeit mit dem Armeemuseum Ingolstadt geplant. Dabei sollen Exponate wie Bildaufnahmen und Fahrzeuge aus der Polizeigeschichte gezeigt werden. „Das soll die Polizeiarbeit nicht nur darstellen, sondern auch greifbar machen“, blickt Mihatsch voraus.

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