Oliver Muschweck „entdeckte“ den Nachfahren deutscher Auswanderer vor 17 Jahren in Australien

Heinrich Haussler wurde wie ein Lokalmatador gefeiert

Verdiente Belohnung: Heinrich Haussler holte sich den letzten Tagessieg der Bayernrundfahrt.2013/05/hausler.jpg

pannenden Finale der 34. Bayern-Rundfahrt, die am Sonntag nach fünf Etappen über insgesamt 785 Kilometer bei eiskaltem Dauerregen in Nürnberg endete, hatte der Deutsch-Australier Heinrich Haussler nach 169 Kilometern die größten Reserven. Im rasanten Finish holte er sich verdient den letzten Tagessieg der Rundfahrt vor dem Spanier Juan-José Lobato und dem Weißrussen Yauheni Hutarovich. „Damit habe ich mir einen großen Wunsch erfüllt“, strahlte der 29-jährige Allrounder, dessen erfolgreiche Radsport-Karriere vor siebzehn Jahren in Australien und in Franken begann.

Der Feuchter Oliver Muschweck, einst erfolgreicher Jugendfahrer und Amateur des RC Herpersdorf, hatte den damals 12-Jährigen in Australien bei einem Schülerrennen gesehen und nach Deutschland eingeladen. Heinrichs Vater, ein deutscher Einwanderer, gab dazu seine Erlaubnis und im Trikot des RC Herpersdorf fuhr Heinrich Haussler, der bei Familie Muschweck in Feucht lebte, mehrere Wochen erfolgreich Nachwuchsrennen in Deutschland. Schon damals sagte er entschlossen:“ Ich möchte später mal Profi werden“ – ein Wunsch, der nach seinen vielen Meistertiteln und Siegen bei den Amateuren im Jahr 2005 in Erfüllung ging. Mit einem zweiten Platz beim großen italienischen Klassiker „Mailand-San-Remo“, als Etappensieger bei der Spanien-Rundfahrt und bei der Tour de France erkämpfte sich Heinrich Haussler seinen Platz in der Weltklasse der Profis!

2001 Jugendrennen gewonnen

„Ich habe mich gefreut, dass die Bayern-Rundfahrt nach Nürnberg führt, denn ich kannte die Runde um die Altstadt noch gut. Im Jahr 2001 habe ich hier das Jugend-Rennen gewonnen und nachdem es in den letzten Tagen bei mir trotz dem Regen und der Kälte immer besser lief, habe ich mir vorgenommen in Nürnberg alles auf eine Karte zu setzen“, sagte Heinrich Haussler nach der Siegerehrung bei der er von den treuen fränkischen Fans herzlichen Beifall erhielt. „ Heinrich gehört, wenn er in Franken fährt, für viele von uns noch immer zu den Lokalmatadoren. Ich habe ihn für die heutige schwere Schluss-Etappe ganz fest die Daumen gedrückt und es hat geklappt“, freute sich sein einstiger „Entdecker“ Oliver Muschweck, der zusammen mit seiner Frau Gabi zum zehnten Mal die Bayern-Rundfahrt als UCI-Kommissär auf dem Motorrad begleitete. Seine Mutter, Charlotte Muschweck, die sich riesig über Hausslers Etappen-Sieg freute, war zu Tränen gerührt, als er sie nach der Siegerehrung umarmte und ihr seinen Siegerstrauß schenkte. „ Ich werde nie vergessen, was ich Familie Muschweck zu verdanken habe“, erklärte er dazu ebenfalls sichtlich gerührt.

Höhentraining in der Schweiz

Hausslers Ausflug in seine frühere Wahlheimat Franken war nur sehr kurz. Noch am Sonntagabend reiste er wieder in die Schweiz um sein Höhentraining in Sankt Moritz fortzusetzen, mit dem er sich intensiv auf die „Tour de Suisse“ vorbereitet. „ Nachdem mein Team IAM eine Schweizer Mannschaft ist, wird die Tour de Suisse heuer mein wichtigster Einsatz, zumal unser Team leider nicht bei der Tour de France dabei sein kann“, bedauert Heinrich Haussler, für den der zweite große Saisonhöhepunkt die Straßen-Weltmeisterschaft in der Toskana wird. „Im nächsten Jahr fahre ich meine zehnte Saison als Profi und ich werde 30 Jahre alt, da wird es eigentlich höchste Zeit für eine WM-Medaille“, stellte Heinrich Haussler schmunzelnd fest.

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