Jahresempfang der Gemeinde Winkelhaid

Speck-, Schützen- und Sautrog-Champions

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WINKELHAID – Die Gemeinde zeichnet beim Jahresempfang verdiente ehrenamtliche Bürger aus.

Sie bauen Sautröge, organisieren seit über 40 Jahren Wandertage, versorgen die Gemeinde mit Speck und Wein, verdingen sich bei Schützenverein und Bürgerfest, repräsentieren ihren Heimatort auf dem Spielfeld, begleiten sterbende Menschen auf ihrem letzten Weg – die Gemeinde Winkelhaid hat bei ihrem Jahresempfang ehrenamtlich Engagierte geehrt, die sich im vergangenen Jahr besonders verdient gemacht haben.

Viele Ehrungen

Als Erstes drückte Bürgermeister Michael Schmidt den Winkelhaider Handballdamen seine Anerkennung aus. Die Mannschaft war es nach drei Jahren Landesliga gelungen, wieder in die Bayernliga aufzusteigen. Als nächstes hob Schmidt die Leistungen von Blaue-Schürzen-Präsindent Hans Ahl hervor, der sich mit seinem Stammtisch besonders um den Kontakt zur Partnergemeinde Teis in Südtirol bemüht. Neben der Leitung des normalen Vereinsbetriebs versorgt Ahl die Winkelhaider mit Spezialitäten aus der Partnergemeinde. „Am Brenner haben sie für dich schon eine eigene Fahrspur reserviert“, scherzte Schmidt. Ahl sei der Motor bei allen gemeindlichen Veranstaltungen wie Bürgerfest und Christkindlesmarkt, sagte der Bürgermeister anerkennend.

Als „ständigen Unruheherd“ – im positiven Sinne – bezeichnete Schmidt einen der nächsten beiden Geehrten: Bert Neumann hat vor zehn Jahren das erste Winkelhaider Sautrogrennen aus der Taufe gehoben und seitdem jährlich neu organisiert und sogar selbst Tröge für das Spektakel gebaut.

Mit ihm geehrt wurde Herbert Krause, der in den vergangenen zehn Jahren „auf unnachahmliche Weise“ die Sautrogrennen moderiert hat. Nun geben Neumann und Krause die Verantwortung für den charmanten Schabernack an eine jüngere Generation ab.

40 000 Kilometer zu Fuß

Ebenfalls mit Ehren bedacht wurde Helga Hirschmann. Seit 2001 engagiert sich die Winkelhaiderin ehrenamtlich im Hospizverein Rummelsberg. Dort betreut sie schwerstkranke und sterbende Menschen und kümmert sich auch um die Angehörigen. Im vergangenen Jahr hat das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege Hirschmann die Auszeichnung „Weißer Engel“ verliehen.

Als nächstes zeichnete Bürgermeister Schmidt Heinz Bolz aus. Seit 42 Jahren ist er Abteilungsleiter der Wanderabteilung des TSV Winkelhaid. „Er ist die Abteilung“, sagte Schmidt anerkennend. In seiner aktiven Zeit hat Bolz sagenhafte 40 000 Kilometer zu Fuß zurück gelegt, wie er dem Publikum sichtlich stolz mitteilte.

„Ein weiteres Original kommt aus dem Ortsteil Penzenhofen“, kündigte Schmidt den letzten Auszuzeichnenden an. Mit 15 Jahren trat Hans Labs dort in den Schützenverein ein und ist seit dem nicht mehr aus dem Verein wegzudenken. „Er ist die gute Seele dort und das nun schon seit über 50 Jahren“, teilte Schmidt den Zuhörenden mit. Über einen solch „talentierten, vielseitigen und hilfsbereiten Freund“ sei jeder Vereinsvorstand zu beneiden, schloß Schmidt die Ehrungen.

„Vor diesem Engagement habe ich größten Respekt“

In ihren Ansprachen drückten sowohl der Bürgermeister als auch Landrat Armin Kroder allen Ehrenamtlichen aus den Gemeinderäten ihre Anerkennung aus. „Vor diesem Engagement habe ich größten Respekt“, sagte Kroder. Der Landrat sprach auch über die zunehmende Verrohung des gesellschaftlichen Umgangstons, dem aus der kommunalen Familie Einhalt geboten werden müsse. Ganz im Sinne der Geehrten beendete Schmidt den offiziellen Teil des Abends mit dem Zitat: „Ehrenamt ist nicht Arbeit, die nicht bezahlt wird, sondern Arbeit, die nicht bezahlt werden kann.“

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N-Land Magdalena Gray
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