Figur am Naturbad in Lauf

Rettung für das Dackel-Denkmal

Das Dackel-Denkmal, wie es viele kennen. Weil die Schäden zu groß sind, kann es nicht mehr restauriert werden, sondern soll durch eine Neuanfertigung ersetzt werden. Es wurde inzwischen abgebaut. | Foto: Privat2021/11/Bild_3-crop-scaled.jpg

Lauf – Viele Laufer erinnern sich bestimmt noch an den einen oder anderen Sonntagsspaziergang in ihrer Kindheit, der oberhalb der Bitterbachschlucht an der Bank mit den vier Dackeln vorbeiführte. An dem Gedenkstein hat jedoch der Zahn der Zeit genagt, er ist zu marode, um ihn restaurieren zu lassen. Auf Initiative von Stadtarchiv und Industriemuseum haben sich nun die geschichtlichen Laufer Vereine zusammengetan, um ein komplett neues Denkmal anfertigen zu lassen.

Der Gedenkstein, den die Stadt Lauf im Jahr 1935 für Hugo Dietz in Auftrag gegeben und aufstellen hat lassen, zeigt vier aus glasierter Sinterkeramik hergestellte Dackel auf einem Pfeiler aus dunkelbraunen Klinkern, der sich auf einer Seite zum niedrigeren Sockel einer schlichten Holzbank erweitert. Die Inschrift-Tafel wurde bereits einmal erneuert. Der Künstler der qualitätvollen Skulptur ist unbekannt, die beiden Namenskürzel „AB“ am Sockel der Skulptur sind einziger Anhaltspunkt.

Der gebürtige Würzburger Hugo Dietz hatte die Idee zur Produktion von Ventilen für Verbrennungsmotoren und gründete zusammen mit Otto Pfriem 1911 das Unternehmen Dietz & Pfriem. Er hat sich zeitlebens um das Wohl seiner Beschäftigten gekümmert. Neben der Versorgung seiner Arbeiter mit Nahrungsmitteln stellte er Werkswohnungen. Von 1929 bis 1933 war Hugo Dietz im Stadtrat aktiv. 1932 wurde er Zweiter Bürgermeister.

Sein besonderer Verdienst aber war sein Engagement zum Ausbau des Laufer Naturbads. Als zweiter Bürgermeister ergriff er die Gelegenheit, als im Frühjahr 1931 Notstandsarbeiten für die Erwerbslosen geschaffen wurden, und überzeugte den Stadtrat, den Bitterbach ausbaggern und mittels der instandgesetzten Talsperre anstauen zu lassen. Am 1. Juli 1932 konnte das Laufer Naturbad eröffnet werden. Im Rahmen eines Sommerfestes im Naturbad wurde der Gedenkstein feierlich enthüllt.

„Wieso eigentlich Dackel?“, wird sich der Laufer fragen? Seit Dietz’s Sohn Erich von Freunden ein Dackelpärchen geschenkt bekommen hatte, züchtete der Firmengründer diese Hunde, denen neben dem Naturbad seine besondere Liebe galt. Sein täglicher Spaziergang mit seinen Vierbeinern führte ihn auf diesem Weg, an dem der Gedenkort heute angebracht ist, vorbei am Bitterbach, wo er auf „sein“ Naturbad blicken konnte.

Aber selbst am robustesten Jagdhund nagt irgendwann der Zahn der Zeit. Nach gut 85 Jahren tapferer Wache über das Naturbad wurden erhebliche Anzeichen von Altersschwäche festgestellt: Einer der Dackelköpfe war aufgrund von Frost abgeplatzt, seine steinernen Kameraden wiesen erhebliche Oberflächenschäden auf. Die Tafel ist stark vergilbt und der Putz des Klinkersockels ist an vielen Stellen ausgefallen. Der Städtische Bauhof hat die Dackelgruppe deshalb abgebaut.

Die Skulpturengruppe kann aufgrund der starken Schäden nicht restauriert werden. Geplant ist von Seiten des Historischen Vereins Lauf, einen möglichst dem Original entsprechenden Abguss in Bronze oder Steinguss fertigen zu lassen. Zudem soll der Sockel ertüchtigt und die Böschung korrigiert werden. „Rettet das Laufer Wahrzeichen, damit die Dackel nicht kopflos bleiben“, so der Aufruf.

Spendenkonto

Spenden können auf das Konto des Historischen Vereins Lauf – Freunde des Stadtarchivs, der die Restaurierung des Gedenksteins mit unterstützt, überwiesen werden: Sparkasse Nürnberg IBAN DE35 7605 0101 0013 5973 49, Betreff „Hugo Dietz“.

Nichts Neues verpassen! - Newsletter abonnieren